payoff_1_sheet
Filmplakat von Star Trek Beyond. Quelle: http://www.star-trek-film.de

Moin und herzlich willkommen! Schön, dass ihr den Weg auf meinen Blog gefunden habt. In Zukunft möchte ich hier Kurzreviews oder Kommentare zu Filmen, Comics, Spielen, Büchern und ähnlichem veröffentlichen. Den Anfang macht heute der neueste Star Trek Film Beyond

Handlung

Die Crew der Enterprise kommt der Bitte um Hilfe einer außerirdischen nach, deren Schiff auf einem unbekannten Planeten jenseits eines bislang unerforschten Weltraumnebels abgestürzt ist. Kaum hat es die Crew um Cpt. Kirk durch den Nebel geschafft und den Planeten erreicht, da geraten sie in einen Hinterhalt und stürzen auf der Planetenoberfläche ab. Ein großer Teil der Besatzung wird von dem für den Angriff verantwortlichen Alien Krall und seinem Volk gefangengenommen. Während Scotty die Bekanntschaft einer scheinbar Einheimischen macht suchen Kirk und Chekov nach Überlebenden und Spock und Pille sind ebenfalls auf sich allein gestellt. Zu allem Überfluss trachtet der Bösewicht Krall nach der Vernichtung einer föderalen Raumstation und einem neuen großen Krieg. Hierfür benötigt er ein Artefakt, dass sich zur Zeit des Angriffs an Bord der Enterprise befand.

Kurzreview

Wer seinen Spaß an den ersten beiden Teilen des Reboots hatte wird auch bei Star Trek Beyond seine Freude haben, soviel vorweg. Es bleibt alles beim Alten. Oder vielleicht auch grade nicht. Ich persönlich habe Star Trek immer eher als ein – im positiven Sinne(!) –  etwas nerdiges mit pseudowissenschaft gespicktes SciFi-Franchise mit komplexer Welt gesehen. Der neueste Ableger erinnert mich inszenatorisch und von der CGI her eher an beispielsweise den ersten Guardians of the Galaxy Film. Der Film ist also ein reiner Mainstream-Blockbuster mit einem starken Fokus auf Action und einer leicht verständlichen Story. Aus finanzieller Sicht sicherlich eine nachvollziehbare Entscheidung. Das macht den Film auch definitiv nicht schlecht, ich kann mir aber vorstellen, dass er einigen Fans der Serien und der alten Filme eher weniger gefällt. Aber zurück zur CGI. Fangen wir mit dem sehr Positiven an: Die nicht menschlichen Charaktere stecken überwiegend in Masken und sind nicht nur komplett computergeneriert. Dies führt natürlich auch zu weniger Bewegung in der Mimik, ist dennoch deutlich charmanter als komplett animierte Gesichter. Im Großen und Ganzen sieht die übrige CGI aber anständig aus und entspricht dem aktuellen Standard. Eines stößt mir aber etwas sauer auf: Alles ist unglaublich steril. Klar, am Anfang des Films ist die Enterprise grade neu. Die animierte Außenhülle ist absolut makellos und glatt wie ein Babypopo. Aber auch abseits der CGI beim allgemeinen Setdesign fiel mir diese Sterilität sehr stark auf. Alles ist pikobello sauber und wie geleckt. Dazu ist dann noch alles weiß oder metallisch und erinnert eher an ein Krankenhaus als an Schiffe oder Städte, die bewohnt werden und in denen gearbeitet wird. Dies ändert sich auch leider nur in wenigen Situationen. Ein Positivbeispiel ist hier das „Haus“ des neuen weiblichen Charakters Jaylah. Hier ist alles alt, dreckig und abgenutzt. Und sofort kommt viel mehr Atmosphäre auf. Es wirkt einfach authentischer und realistischer wenn das Leben seine Spuren an allem hinterlässt. Bestes Beispiel wäre Han Solos Millennium Falke aus Star Wars. Die alte „Schrottlaube“ hat einfach absoluten Kultcharakter und trägt sicher ihren Teil zur Identifikation mit Han Solo oder Star Wars insgesamt bei.

Nach diesem kleinen Exkurs wieder zu Jaylah. Diese fügt sich gut ins etablierte Ensemble der Enterprise Crew ein und bekommt ihre eigenen kleinen netten und lustigen Momente spendiert. Der Charakter hat auf jeden Fall potential und sie wird wahrscheinlich ihren Platz in einer Fortsetzung finden. Die Charaktere sind sowieso die Stärke des Films. Nicht unbedingt, weil sich unglaublich komplex und tiefgründig wären, sondern weil sie einfach durchweg sympathisch sind und unglaublich gut harmonieren. Alle Figuren mit mehr oder weniger wichtigen Rollen bekommen einen oder mehrere Counterparts spendiert. Dies führt zum nächsten Punkt, dem Witz des Films. Markige Oneliner oder witzige Wortgefechte gibt es an allen Ecken und Enden. Mal wird ein wenig flach und direkt, mal etwas subtiler gewitzelt. Aber die meisten Gags funktionieren und sorgen für das eine oder andere Schmunzeln. Und diese Gags sind glücklicherweise auf den ganzen Cast verteilt und kein einzelner wird zum Klassenclown gemacht. Gefällt mir gut. Ebenfalls ganz gut gefiel mir die für einen Action-Blockbuster relativ experimentierfreudige und meist bewegte Kameraarbeit. Das hat man zum Beispiel bei allerhand Superheldenfilmen schon uninspirierter gesehen. Im Zusammenhang mit der Kamera darf auch eine  CGI-Timelapse-Sequenz am Ende des Films nicht unerwähnt bleiben. Der merkt man an, dass die CGI-Abteilung sich einmal richtig austoben durfte und sichtlich Spaß bei der Sache hatte. Diesen Spaß bei der Sache merkt man übrigens dem ganzen Film an. Besonders die Schauspieler haben sichtlich Spaß an ihren kleinen verbalen Scharmützeln und Frotzeleien. Dies kann – zumindest mich – aber nicht ganz über ein paar logiklöcher hinwegtrösten.

Spoiler Logikloch


Zum Beispiel setzt Krall seine Schwarm-Waffe ein, die mit Radiowellen vernichtet wird. Zum einen stört mich dabei, dass sie davon reden, dass der Schwarm anfällig für hohe Frequenzen sei. Daher wollen sie Radiowellen mit Musik gegen den Schwarm einsetzen. Vielleicht eine nette Idee, nur leider ist Radio gar nicht mal so hochfrequent. Dazu kommt zum anderen, dass die Schiffe aus Kralls Schwarm beim Einsatz der Musik ganz nach Art der Alienköpfe in Mars Artacks! Einfach explodieren. In keiner Einstellung wird gezeigt, dass die Schiffe durch die verursachte Verwirrung miteinander kollidieren und dadurch explodieren. So weit so… naja. Dazu kommt allerdings noch, dass die bienenschwarmartigen kleinen Raumschiffe ganze Schiffe im Flug durchbohren und so zerstören ohne selbst einen Kratzer davon zu tragen. Aber kollidieren zwei von ihnen miteinander explodieren sie einfach? Klingt nachvollziehbar… nicht.


Spoiler ende

 Fazit

Star Trek Beyond ist ein absolut solider Mainstream-Blockbuster der mit einem sehr sympathischen und gut aufgelegten Cast, nettem Humor (man merkt sehr, dass einige der Macher des letzten Mission Impossible Ablegers ihre Finger im Spiel hatten) und durchschnittlicher Story aufwarten kann. Wer Spaß an den beiden Vorgängerfilmen hatte wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Star Trek Fans, die bereits mit den Prequels nichts anfangen konnten können sich auch diesen Film schenken. Der Film bietet Alles in Allem gute Popcorn-Unterhaltung und ist die letzte Gelegenheit den leider viel zu jung verstorbenen Anton Yelchin als Pavel Chekov in seiner letzten großen Rolle zu sehen.

In diesem Sinne:

Ruhe in Frieden Anton

Und der Rest:

Lebt lang und in Frieden

Advertisements