Fakten

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Alice Matheson Bd. 1: Tag Z (Quelle: Splitter Verlag)

Comic: Alice Matheson Bd. 1: Tag Z
Autor: Jean-Luc Istin
Zeichner: Philippe Vandaële
Verlag: Splitter Verlag
Seiten: 46
Lesezeit: ca. 45-60 Minuten
Format: 324mm x 231mm x 9mm
Erschienen: 01.07.2016
Preis: 14,80€
Leseprobe: Comic.de

 Vorwort

Vorweg sei angemerkt, dass ich, was Comics/Graphic Novels anbelangt, eher ein Neuling bin. Als Kind konnte ich mit Comics eher weniger anfangen. Inzwischen habe ich aber als Erwachsener den Weg von Anime über Manga zu Comicbüchern gemacht. Ein weiterer Auslöser war der Neustart des erweiterten Star Wars Universums, der auch allerhand neue Marvel-Ableger mit sich brachte. Der richtige Zeitpunkt für mich in die Materie einzusteigen.

Handlung

Die Geschichte beleuchtet den Ausbruch einer Zombieepidemie aus Sicht von Alice Matheson, die ihres Zeichens Krankenschwester in einem Londoner Krankenhaus ist. Da die kluge und schöne Soziopathin nur dann etwas empfindet, wenn andere Menschen direkt vor ihren Augen ihr Leben aushauchen, verbirgt sie ein düsteres Geheimnis. Grade im Zusammenhang mit den wiederauferstehenden Toten kann dies noch sehr spannend werden. Ausgangspunkt der Rahmenhandlung ist ein größerer Verkehrsunfall, der durch den mutmaßlich ersten Zombie Mister X verursacht wurde. Fast alle Verletzten des Unfalls weisen mysteriöse Bisswunden auf als sie ins Krankenhaus eingeliefert werden. Kurz nach ihrem Tode erstehen einige der Opfer einfach wieder auf und stürzen sich auf Angestellte des Krankenhauses. Skinner, der Chef des Krankenhauses, und seine Angestellten sind bemüht den Auslöser und ein Gegenmittel für die Zombieepidemie zu finden.

Kurzreview

Die französische Serie von Autor Jean-Luc Istin (Die Druiden, Elfen, Excalibur Chroniken) und Zeichner Philippe Vandaële führt im ersten Band viele Charaktere ein, von denen einige etwas zu verbergen scheinen. Dies sorgt für Spannung, wirft zu solch einem frühen Zeitpunkt allerdings die Frage auf, ob diese Anzahl an Figuren für eine auf sechs relativ kurze Bände angelegte Serie nicht vielleicht zu hoch ist. Für einen besseren Überblick sorgt eine Übersicht mit Porträts und kurzen Beschreibungen der Charaktere auf der Innenseite des Einbands des Buches. Die schöne aber soziopathische namensgebende Hauptfigur Alice Matheson ist auf jeden Fall eine interessante Hauptfigur, die das Potential hat dem Zombiethema eine neue Note zu verleihen. Ihre kühle, abgeklärte und taffe Art schlägt sich auch in der leicht distanzierten Tonalität der Erzählung nieder. Die Bilder sind dazu passend in düsteren Tönen gehalten und wirken zudem sehr filmisch. Überhaupt wirkt der ganze Comic sehr cineastisch. Die Auflösung der Szenen in einzelne Bilder und die Wahl der Bildausschnitte erinnern sehr stark an Kinofilme. Auch in den kurzen Actionsequenzen behält der Leser so stets den Überblick über das Geschehen und kann die Handlungen nachvollziehen. Grade bei eher actionlastigeren Comics oder Mangas geht für mich diese Übersicht und Nachvollziehbarkeit schnell verloren. Der Comic könnte als Storyboard für eine Verfilmung herhalten. Er erzählt Teile der Geschichte in Rückblenden, auch dies ist dem Film sehr nah. Zur besseren Kennzeichnung der Rückblenden wird hier meistens auf Sepiatöne zurückgegriffen, was dem Leser das Erkennen und die Einordnung als Rückblende in eine andere zeitliche Ebene erleichtert.

Auf Seiten des Splitter Verlags hat man zudem auch sehr gute Arbeit geleistet. Das große Format und der glänzende Hardcovereinband erwecken einen sehr schicken ersten Eindruck. Aber auch auf den zweiten Blick muss sich das dünne Comicbuch nicht verstecken. Die 46 Innenseiten sind aus sehr dickem matten und hochwertigen Papier, was prima zum Look des Comics passt und sich toll anfasst. Das große Format schlägt sich auch in größeren Einzelbildern nieder, was der filmischen Wirkung zu Gute kommt. Grade seiten- oder gar doppelseitenfüllende Panels am Beginn eines jeden Kapitels können so ihre volle Wirkung entfalten. Als Comicneuling hat mich die Aufmachung des Comics sehr positiv überrascht und auf Anhieb überzeugt. Die deutsche Übersetzung erscheint mir, soweit ich das beurteilen kann, auch auf einem sehr guten Niveau zu liegen. Ein kleines Manko hat die Erstauflage dieses Bandes jedoch: Seite 35 sieht aus, als habe dem Verlag eine zu kleine Bilddatei vorgelegen. Die Bilder auf dieser Seite sind etwas verpixelt, verwaschen und von Treppeneffekten betroffen, wohingegen die Texte gestochen scharf sind. Hier müsste man bei einer zweiten Auflage nachbessern.

Fazit

Alice Matheson hat definitiv Potential, mehr lässt sich nach dem ersten Band kaum sagen. Das letzte Drittel des Buches hat für mich persönlich an Spannung nochmal ordentlich zugelegt und macht mich neugierig auf den nächsten Band, besonders das Ende. Dann muss der Comic zeigen, ob er sich weiter von anderen Zombiegeschichten abheben kann. Die Anlagen dazu hat er jedenfalls. Der hochwertige Hardcovereinband und das tolle Papier auf den Innenseiten machen mit ihren kühlen, realistisch gehaltenen teils großformatigen Bildern ebenfalls Lust auf mehr.

Band 2: Der Killer in mir erscheint am 01.09.2016 und kann bereits beim Verlag oder auf Amazon vorbestellt werden.

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Bookcrow

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