Vorwort

Wie ich im vorherigen Post zu Alice Matheson bereits erwähnte bin ich ein Comicneuling. Als Star Wars Fan will ich nun die Chance nutzen noch relativ am Anfang im Comicbuchbereich ins neue erweiterte Star Wars Universum einzusteigen. Da ich bisher nur die Sammelbände zu Princess Leia/Prinzessin Leia und Shattered Empire/Imperium in Trümmern gelesen habe, werde ich mich in einer kleinen Serie nun den jeweils beiden bisher erschienenen Darth Vader und Star Wars (Marvel 2015) Bänden und dem gemeinsamen Crossover Vader Down widmen, da diesen Monat die jeweils dritten Sammelbände in beiden Serien erscheinen. Ich lese und rezensiere im Falle von Star Wars übrigens die orginale Marvelfassung. Die deutsche Fassung von Panini dürfe soweit ich beim Durchblättern am Kiosk gesehen habe inhaltlich, ausstattungstechnisch und von Papier- und Druckqualität her ziemlich identisch sein.

Fakten

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Star Wars Darth Vader Vol. 1: Vader Cover. (Q: Marvel)

Comic: Star Wars – Darth Vader Vol. 1: Vader
Autor: Kieron Gillen
Zeichner: Salvador Larroca
Verlag: Original: Marvel / Deutsch: Panini
Seiten:
160
Lesezeit: ca. 60-90 Minuten
Format: 17,1 x 0,6 x 26 cm
Erschienen: 20.10.2015
Preis: 13,99€ (Stand: 09.08.2016)

Handlung

Die Geschichte setzt nach den Ereignissen aus Episode IV eine Neue Hoffnung ein. Darth Vader überlebte als einziger Verantwortlicher die Zerstörung des Todessterns in der Schlacht von Yavin und muss nun vor dem Imperator für die verheerende Niederlage geradestehen.Der Imperator entzieht ihm das Vertrauen und unterstellt ihn Grand General Tagged. Vader verfolgt indes aber auch eigene Ziele und setzt zwei Kopfgeldjäger darauf an herauszufinden wer ihm seinen Platz an Palpatines Seite streitig macht und wer der mysteriöse junge Mann in Begleitung Obi-Wan Kenobis war. Außerdem begibt er sich auf die Suche nach neuen privaten Ressourcen, die ihm mehr Handlungskraft verleihen. Dabei wird er von Archäologin Aphra und den beiden Droiden BT und Triple Zero unterstützt.

Kurzreview

Im Vorfeld habe ich einige sehr enttäuschte Reviews zu diesem Comic gelesen. Ja, die Handlung ist relativ überschaubar und Spannungsarm, da nie eine wirkliche Bedrohung auftaucht. Und ja, bei den Droiden hätte man sich weiter aus dem Fenster lehnen und sie vor allem auch designtechnisch stärker von C-3P0 und R2D2 abgrenzen sollen. Aber mir, so viel sei schon mal gesagt, gefiel der Comic eigentlich ganz gut. An der knappen Handlung und dem eher mäßigen Tempo störe ich mich gar nicht. Ich sehe den ersten Sammelband eher als eine Art Exposition zur Darth Vader Serie. Die Charaktere werden eingeführt, Hintergründe angedeutet und der Grundstein für eine spannende Rahmenhandlung gelegt. Und das macht der Comic meiner Meinung nach gut. Vaders Motivationen werden umrissen und sein Innenleben dargestellt. Der Comic ist auch durch den Umstand spannend, dass Vader nicht als Oberschurke inszeniert ist, sondern sich nach dem Verlust des Todessterns unterordnen und seine Stellung behaupten muss. Das gibt der Figur eine völlig neue Facette. Aus Sicht eines Star Wars Fans finde ich zudem prima, dass sowohl auf eine neue Hoffnung als auch auf die Prequeltrilogie Bezug genommen wird. Außerdem haben Kultfiguren wie Jabba the Hutt und vor allem Boba Fett Gastauftritte. Aber auch die neue Figur Aphra birgt viel Potential. Mit ihrer Bewunderung für Darth Vader und ihrer gleichzeitig sehr saloppen und ironischen Art ist sie ein perfekter Gegenpol zum – zumindest nach außen – immer sehr nüchternen und kühlen Darth Vader. Das Gespann verspricht noch ein paar nette Szenen für die Zukunft. Bisher ist die Beziehung zwischen den beiden leider recht oberflächlich geblieben, was sich in zukünftigen Ausgaben hoffentlich ändern wird. Aphra könnte zudem eine kleine Hommage an Indiana Jones sein. Genau an den erinnert übrigens auch ihr erster Auftritt. Neben Aphras ironischer Art sorgt auch der neue Droide Triple Zero für den einen oder anderen Schmunzler mit seiner ziemlich bösen Persönlichkeit aber immer übertrieben höflichen Art. Triple Zeros Vermenschlichung empfinde ich der Orginaltrilogie wesentlich näher als den albernen Drioden der Prequeltrilogie und mit seiner besonderen Persönlichkeitsmatrix ausreichend begründet. BT hingegen ist nicht wirklich der Rede wert.

Die imperiale oder wohl eher Vaders Sicht ist sehr konsequent umgesetzt und schlägt sich bereits im Star Wars typischen Einleitungstext zu Beginn des Comics nieder. Dieser ist völlig aus imperialer Sicht geschrieben und stellt die Rebellen als Gefahr für den Frieden der Galaxis dar. Er wirkt teilweise wie ein imperialer Propagandatext. Eine nette Randnotiz, die für Abwechslung sorgt. Optisch ist der Comic von Autor Kieron Gillen und Zeichner Salvador Larroca über jeden Zweifel erhaben. Die Bilder setzten auf dramatische Licht- und Schattenspiele, hohen Kontrast und kräftige Farben und je nach Szenerie auf passendes Colorgrading, was den Comic schön atmosphärisch macht. Das Ganze ist in einem handelsüblichen Trade Paperback zu haben. Die deutsche Fassung erscheint ebenfalls im Trade Paperback bei Panini. Band 3 erschien im Original übrigens heute.

Fazit

Der Comic ist nicht gerade herausragend. Dafür ist die Handlung etwas zu dünn und die Charaktertiefe und die Beziehungen der Charaktere sind noch nicht ausgereift genug. Aber der Grundstein für eine Spannende Serie ist gelegt. Das Auftauchen kultiger Nebenfiguren, die gelungene Optik und neue Charaktere wie Aphra machen definitv Lust auf mehr. Wird das Potential der Ausgangslage in Fortsetzungen genutzt, kann die Serie richtig gut werden. Ich bin gespannt.

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