Vorwort

Nachdem der erste Band des Darth Vader Comics eher durchschnittlich war aber ein paar gute Anlagen mitbrachte war ich auf den zweiten Band gespannt. Kann er die Qualität, vor allem was die Handlung betrifft, steigern? An dieser Stelle kann ich bereits Entwarnung geben: Shadows and Secrets ist deutlich besser, für mein Empfinden sogar wirklich gut! Da ich erst vor wenigen Tagen den ersten Band rezensiert habe, werde ich mich kurzfassen und nicht nochmal alles erzählen, was ich bereits zum ersten Band geschrieben habe. Man sollte den ersten Band ohnehin kennen, wenn man sich dem zweiten Band widmen möchte. Ähnlich verhält es sich mit diesem Review. Meine Gedanken zum ersten Band findet ihr hier, falls ihr diese zuerst noch einmal nachlesen wollt. An dieser Stelle möchte ich noch zwei Sätze zur angegebenen Lesezeit verlieren: Diese ist zum einen sehr subjektiv, zum anderen nur ein ganz grober ungefährer wert, der eine Einordnung des Umfangs ermöglichen soll. Sie variiert zudem stark je nachdem wie intensiv man sich neben den Texten die Bilder anschaut und ob man vielleicht auch mal ein eher selten gebrauchtes englisches Wort nachschlagen muss oder ähnliches.

Fakten

Darth_Vader_Vol_2_final_cover
Cover. Q: Marvel

Comic: Star Wars – Darth Vader Vol. 2: Shadows and Secrets
Autor: Kieron Gillen
Zeichner: Salvador Larroca
Verlag: Marvel
Seiten: 136
Lesezeit: ca. 60-90 Minuten
Format: 17,1 x 0,6 x 26 cm
Erschienen: 06.01.2016
Preis: 13,99€

Handlung

Die Handlung setzt ziemlich unmittelbar nach dem ersten Band ein. Mit Hilfe von Aphra ist Vader auf den Spuren seines Sohnes Luke Skywalker. Offiziell hat Vader allerdings mit den Hutts verhandelt und ist dabei mit Hilfe der Hutts anderen Schmugglerkartellen im Outer Rim das Handwerk zu legen um für Ruhe zu sorgen. Im Gegenzug werden die Hutts unter imperialer Beobachtung geduldet. Zu Beginn der Geschichte trifft es den Schmugglerring Son-tuul. Dabei erbeutet das Imperium ein kleines Vermögen. Um seine eigene Agenda und seine Suche nach Skywalker weiter verfolgen zu können wäre dieses Vermögen genau das richtige. Also setzt Vader Aphra darauf an den Schatz während des imperialen Transports zu stehlen.
Neben seinen Nebenbuhlern um die Gunst des Imperators muss sich Vader auch noch mit dem neuen, ihm von Grand General Tagge zu Seite gestellten, Assistenten zur herumschlagen, der ihn überwachen soll. Dieser Inspektor erweist sich allerdings als höchst effizienter Ermittler mit Sherlock-Holmes-artigen Kombinationsfähigkeiten. Dieser ist Aphra im Zuge der Aufklärung, des als Unfall getarnten Raubes, dicht auf den Fersen. So dicht, das Vader einige Spuren beseitigen muss… Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Kurzreview

Im Vergleich zum ersten Band kann die Handlung gleich ordentlich ein paar Schippen drauflegen. Endlich bekommt der Comic um den dunklen Lord die Geschichte, die ihm gebührt. Es geht um Verrat, Loyalität und ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel auf der Jagd nach Aphra und um die Suche nach Luke Skywalker. Vader selbst bleibt in diesem Band gewohnt einsilbig und wir erfahren dieses mal weniger was in ihm vorgeht als im ersten Band. Dieses Comicbuch legt seinen Fokus eher auf die Archäologin Aphra, die in Vaders Auftrag auf der Suche nach Spuren von Luke Skywalker ist. Dies ist neben der insgesamt spannenden und ganz coolen Handlung eine der Stärken dieses Bandes. War Aphra im ersten Band lediglich ein Charakter mit potential, so wird sie hier weiter ausdefiniert und als starker Charakter etabliert. Sie ist sehr menschlich, sehr ambivalent dargestellt. Sie ist clever (siehe die Planung des Überfalls auf den Imperialen Transporter), sie kann selbst gegenüber Unterweltgrößen wie „The Ante“ die coole und taffe Geschäftsfrau geben aber sie zeigt auch kurze Momente der Schwäche und Verletzlichkeit, wenn sie zum Beispiel aus ihrer Vergangenheit erzählt. Auch spannend ist ihr Verhältnis zu Darth Vader. Sie ist sehr bemüht ihr Verhältnis zu verbessern und auf eine vertraulichere Ebene zu bringen ist sich aber stets bewusst, dass jedes mit Treffen mit Vader ihr letztes sein könnte. Aber ihrem Schicksal – wie auch immer dies eines Tages aussehen mag –  tritt sie erhobenen Hauptes mit einer guten Portion Mut und einem kecken Spruch entgegen. So wagt sie sogar mit Vader… zu verhandeln. Aphra arbeitet zudem zwar für den dunklen Lord und ist diesem gegenüber sehr loyal ist aber eigentlich kein böser Mensch. Sie tut ihren Job und den macht sie verdammt gut. Sie scheint aber etwas gegen übertriebene Grausamkeit zu haben. Auch Aphras Charakterdesign gefällt mir gut – das sei an dieser Stelle erwähnt, da es mir eine passende Überleitung ermöglicht. Sie hat etwas von einer weiblichen Version von Han Solo, auch wenn sie charakterlich ein wenig anders angelegt ist. Wie bereits im ersten Band bekommt sie auch wieder eine Indiana Jones-mäßige Fluchtsequenz spendiert. Der Schritt von Han Solo zu Indiana Jones ist ja bekanntermaßen nicht allzu weit. Dies bringt mich aber zu einem Wunsch an Lukasfilm, Disney und Marvel: Bitte spendiert Aphra eine eigene (Mini-)Serie! Ein Indiana Jones/Nathan Drake in Space im Star Wars Universium wäre einfach großartig und eine tolle neue Facette im Star Wars Universum! Lara Croft in Space oder so. Ich würde es sofort lesen. Oder spielen! Sucht‘s euch aus.
Die interessante Charakterkonstellation wird durch Vaders sehr talentierten neuen Assistenten/Inspektor abgerundet. Seine Genialität und Erfahrung versprichen weiterhin ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen ihm, Vader und Aphra. Dazu werden sich in Zukunft noch Vaders Nebenbuhler gesellen die ihm das Leben schwermachen wollen.
Zeichnerisch und farblich ist alles wie beim ersten Band: Viel Kontrast, eine kräftige aber nie bunte Farbpalette und stimmiges Colorgrading bei starkem Spiel mit Licht und Schatten. Dieser Look führt allerdings an ein paar stellen dazu, dass manche Charaktere unter verschiedenen Lichtbedingungen etwas unterschiedlich aussehen, manchmal auch nicht unbedingt schön. Dies stört aber im Großen und Ganzen nicht weiter. Außerdem darf sich der Leser in dieser Ausgabe wieder auf mehr nichtmenschliche Charakterdesigns freuen, welche das Star Wars Flair noch verstärken. Tripple Zero und Aphra sorgen zudem auch wieder für das eine oder andere Schmunzeln.

Fazit:

Star Wars Darth Vader Volume 2: Shadows and Secrets setzt genau dort an wo Band Eins endete. Dies kann man sowohl auf die Handlung als auch auf andere Elemente bezogen werden. Band Eins war eher eine etwas langsam erzählte Exposition. In Band zwei nimmt die eigentlich Handlung endlich Fahrt auf. Und dieses Mal kann sie restlos überzeugen und mit spannendem Katz-und-Maus-Spiel, besser ausdefinierter Aphra und ein paar coolen Momenten punkten. Mission erfüllt und das in Band Eins angedeutete Potential genutzt.

Nachwort

Ich bin sehr auf die Fortsetzung in Vader Down gespannt! Allerdings werde ich bevor ich diese lesen und rezensieren werde erst die parallel zu Darth Vader laufende Serie Star Wars (Marvel 2015) anfangen. Namentlich wären dies Star Wars Skywalker Strikes und Showdown on the Smuggler’s Moon. Im Crossover Vader Down werden beide Serien zusammengeführt um danach wieder getrennte parallele Wege zu gehen.

Advertisements