Einleitung

Was Terry Brooks Fantasywelt von anderen abhebt ist der Umstand, dass seine Geschichten in der Zukunft unserer bekannten Welt spielen. In Folge eines verheerenden Krieges fiel die Menschheit in eine mittelalterliche Welt zurück. Die Folgen des Krieges führten auch dazu, dass sich aus den Menschen weitere Völker und Rassen wie Elfen, Gnome oder Trolle entwickelten. Die erste Staffel der Serie ist eine Adaption des Zweiten Bandes „Die Elfensteine von Shannara“ der „Das Schwert von Shannara“-Trilogie. Diese Trilogie ist wiederum nur ein Abschnitt des sehr Umfangreichen Shannara Zyklus. Eine grobe Übersicht findet ihr hier. Die bereits bestätigte zweite Staffel wird – so viel wird am Ende angedeutet – wohl die Geschichte Fortsetzen und möglicherweise Band 3 „Das Zauberlied von Shannara“ umsetzen. Aber genug der Spekulationen.

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Shannara Chronicles Season 1 by MTV

Fakten

Serie: Shannara Chronicles
Staffel: 1
Folgen: 10 á ca 40 Minuten
Sender: MTV / Amazon Prime
Jahr: 2016
Fortsetzung bestätigt

Handlung

Die Elfen leben in enger Verbindung mit dem Ellcrys. Der Ellcrys ist ein mächtiger magischer Baum und Gleichzeitig eine Barriere gegen eine vor zwei Generationen besiegte Dämonenarmee unter Führung des bösen Magiers Dagda Mor. Doch der Ellcrys wird krank. Grade als die junge Elfenprinzessin Amberle zu einer Erwählten des Baumes wurde beginnen seine Blätter zu fallen. Mit jedem Blatt das fällt erlangt ein Dämon seine Freiheit zurück und kann aus der Verfemung ausbrechen. Ist schließlich das letzte Blatt gefallen steht die Welt vor der Auslöschung. Die einzige Hoffnung der Elfen, die der ganzen Welt, den Krieg und die Zerstörung der Welt abzuwenden ist es den Samen des Ellcrys ins Blutfeuer zu tauchen und zum Baum zurückzubringen. Nur so kann der Ellcrys wiedergeboren und können die Dämonen wieder verbannt werden. Nach einigem Hin und Her bricht Amberle in Begleitung des jungen Halbelfen Wil, dem angeblich letzten noch lebenden Shannara, und der menschlichen Zigeunerin Eretrea nach Sichermal auf um den Samen des Ellcrys zum Blutfeuer zu bringen. Eine lange und beschwerliche Reise voller Hindernisse beginnt. Aber auch abseits der Schicksale Amberles und ihrer Begleiter geht einiges in den vier Landen vor sich.

 Kurzreview

Zur Handlung möchte ich gar nicht viel sagen. Die ist leicht verdauliche aber durchaus schmackhafte Fantasykost die noch sehr an den Herrn der Ringe erinnert. Dies ist aber der Romanvorlage geschuldet, die kurz nach Tolkiens Herr der Ringe in einer Zeit als der moderne Fantasyroman noch in den Kinderschuhen steckte erschien. Terry Brooks sagte einmal in einem Interview, dass er im allgemeinen mit der Adaption des Buches durchaus zufrieden ist. Ich denke mehr muss man zur Handlung nicht sagen.
Der Beginn der Serie erinnert sehr stark an fast alle Jugendbuch-Verfilmungen der vergangenen 15 Jahre. Dies liegt vor allem an den drei jungen Hauptfiguren Amberle, Will und Eretrea und ihrer teilweise etwas soap-opera-mäßigen Dreiecksbeziehung. Dies ist sicherlich der bevorzugten Zielgruppe von MTV geschuldet. Der Sender gab die Serie in Auftrag und strahlte sie aus. Bei uns erschien die Serie zunächst exklusiv für Primekunden bei Amazon, lief aber im Frühjahr auch auf RTLII.
Die Umsetzung der Serie ist durchaus gelungen. Ich mag SciFi und Fantasy… aber Serien auf dem Gebiet konnte ich in Anbetracht der eher niedrigen Produktionsniveaus bisher nie gucken geschweige denn genießen. Bei schlechten CGI-Effekten und miesem Compositing rollen sich mir wirklich die Fußnägel hoch. Ich hatte die Serie am Sonntagabend nur aus Langeweile angefangen und war von der CGI sehr positiv überrauscht. Mit ein paar Ausnahmen, wie ein paar Zauberanimationen, sieht die CGI durchaus nicht schlecht und das Compositing sogar recht gelungen aus. Besonders die Panoramaaufnahmen der Elfenstadt sehen wirklich gut aus. Hier wurde etwas mehr Aufwand betrieben. Dafür recycelt man diese Szenen auch in gefühlt jeder Folge. Das fällt aber nicht negativ auf, sondern trägt zum wiedererkennungswert bei. Lieber einmal richtig gut gemacht und mehrfach verwendet als zig verschiedene schlechte Aufnahmen. Kann man machen, wenn man es nicht übertreibt. Auch die Kostüme und Sets sind durchaus annehmbar, manche sogar ganz cool. Grade die Spuren unserer alten menschlichen Zivilisation vor dem großen Krieg, die es überall immer mal wieder zu entdecken gibt, tragen sehr viel zur Atmosphäre bei und sind sehr schöne Details. So emanzipiert sich die Serie zudem etwas vom Herr der Ringe und Co. Waffen und Rüstungen sehen im Großen und Ganzen auch ganz ordentlich aus. Leider gibt es grade bei den Dämonen als dunklen Bösewichtern ein paar Props in Plastikoptik. Aber auch das ist zu verschmerzen. Im Gegensatz zu großen Vorbildern wie Herr der Ringe, Der Hobbit oder Game of Thrones bleibt der Soundtrack eher zweckmäßig und hat leider keinerlei Wiedererkennungswert und lässt epische Breite vermissen und greift manchmal sogar auf unpassende Popsongs zurück. Episch… wo wir grade dabei sind. Leider fällt das Finale etwas ab. Hier hätte es eine Massenschlacht epischen Ausmaßes sein sollen. Ich meine… Hallo? Hier wird um das Überleben respektive den Untergang der vier Lande gekämpft! Aber da kloppen sich nur ein paar Kostümierte im Wald. Das Serienformat – und grade in einer ersten Staffel – hat eben seine Grenzen.

Fazit

Trotz Schwächen, die es definitiv gibt, weiß die Serie gut zu unterhalten. Man muss sich bewusst sein, dass die Serie auf ein MTV-Publikum zugeschnitten ist. Aus Langeweile habe ich um ca 19 Uhr am Sonntag mit der Serie bei Amazon Prime begonnen und ganz plötzlich war es 23:30 Uhr und ich hatte die ersten sieben Episoden am Stück weggeguckt. Dies spricht wohl für sich. Ich freue mich jedenfalls auf die Zweite Staffel. Umso mehr wenn eventuell das Budget etwas hochgefahren werden sollte und die kleinen Schwächen ausgemerzt werden.

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