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Filmplakat von Suicide Squad (Quelle: suicidesquad.com)

Vorwort

So, gestern Abend habe ich endlich Suicide Squad in 3D im Kino gesehen. Ich werde wohl in diesem Leben kein Fan mehr von 3D-Filmen, war wie immer für mich kein Mehrwert. Aber er lief nur in der Fassung. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass ich keinen der Comics gelesen habe und ohne entsprechendes Vorwissen an diesen Film gegangen bin. Ein Mainstreamblockbuster muss aber auch genau unter diesen Voraussetzungen funktionieren. Aber nun direkt zum eigentlichen Film.

Handlung

Falls Superman und Co mal durchdrehen oder sich der bösen Seite zuwenden soll eine Taskforce-X gegründet werden. Hierfür führt Amanda Waller einige der schlimmsten Buben und Mädels die sie finden kann zusammen. Namentlich wären dies das humanoide Reptilienwesen Killer Croc, der Dieb und Einbrecher Captain Boomerang, der Söldner Slipknot, die gestörte Harley Quinn, der Auftragskiller Deadshot und der pyrokinetisch begabte Ex-Gangster El Diablo. Komplettiert wird die Einsatztruppe durch ihren Kommandanten Rick Flag und seine Beschützerin Katana. Damit die bösen Jungs und Harley Quinn nicht abtrünnig werden und ihren Befehlen gehorchen lässt Waller ihnen ferngesteuerte Minisprengsätze in die Hälse implantieren um sie bei Bedarf auschalten zu können.
Enchantress, eine über 5000 Jahre alte Hexe, hat den Weg ins hier und jetzt gefunden und will mit Hilfe ihres Bruders die Welt unterjochen. Per Kuss verwandelt sie normale Menschen in ihre Anhänger und baut sich eine Armee auf während sie dabei ist eine mächtige Waffe zu schaffen. Waller setzt sogleich ihre neue Taskforce-X ein. Diese wird jedoch in dem Glauben gelassen, dass sie gegen gewöhnliche Terroristen zu Felde ziehen würden…

Kurzreview

Puh, es fällt mir nicht so leicht diesen Film einzuordnen. Ja er war wirklich nicht gut, aber ja, ich war zumindest streckenweise durchaus ganz gut unterhalten. Der Film macht in meinen Augen leider nicht viel richtig. Grade da ich am Abend zuvor Batman Begins gesehen habe fallen die Schwächen noch deutlicher auf. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel. Damit hätte ich sehr gut leben können, wenn die Originstories der Antihelden ausführlicher erzählt worden wären. Harley Quin bekommt mit gefühlten 5-10 Minuten den längsten Part zugestanden. Dies ist auch der Part, in dem der Joker die größte Rolle spielt. Die Geschichte und die Beziehung der beiden ist zumindest auf dem Papier hoch interessant und spannend. Nur werden diese paar Minuten dem ganzen überhaupt nicht gerecht. Von den 2-minütigen Vorstellungen der übrigen Teammitglieder einmal ganz zu schweigen. Das kann, nein das MUSS man besser machen. Die meisten der Antihelden verdienen es angemessen eingeführt und vorgestellt zu werden. Bei der dünnen Haupthandlung hätte man dafür gerne zumindest ein paar Minuten mehr aufbringen dürfen. Kletterkünstler Slipknot beispielsweise wird sogar einfach gar nicht eingeführt und stirbt dann auch als erster. Nur ist dieser Tot und schlichtweg sinnlos, weil wir die Figur nicht kennen und ihr erster Eindruck sogar eher unsympathisch ist. Das weiterführende Problem ist dann, dass die meisten Figuren nach meinem Geschmack relativ langweilig waren und von ihnen nichts hängen bleibt. Innere Konflikte wie der von El Diablo wären durch umfangreichere Originstories deutlich glaubhafter und wirkungsvoller gewesen. Margot Robbie kann als Harley Quinn jedoch überzeugen, was auch an ihrer erhöhten zeitlichen Präsenz liegt. Und Will Smith als Deadshot war für mich eine wirklich positive Überraschung. Ich fand ihn wirklich cool und glaubwürdig. Aber – ich weise nochmals darauf hin in den DC-Comics überhaupt nicht drin zu stecken – Jared Letos Joker fand ich einfach absolut furchtbar. Ja, er kam schön psychopathisch rüber… aber eher wie ein geistig zurückgebliebener und nicht wie ein wirklich verrückter Psychopath. Vielleicht lag es an der deutschen Synchro, ich weiß auch nicht… aber den Joker fand ich absolut enttäuschend. Mir gefiel er einfach überhaupt nicht. Daher stört mich die relativ kurze Screentime der Figur, wie sie in anderen Kritiken teilweise bemängelt wurde, überhaupt nicht.
Der allgemeine teils recht düstere Look war in meinen Augen durchaus gelungen und passte gut zum Setting. Die Inszenierung und die Kameraarbeit waren aber ziemlich durchschnittlich. Nur was sollen so viele langweilige weil sinnlose Detailaufnahmen von völlig unwichtigen Dingen? Aber am meisten hat mich gestört, dass man statt gute Szenen zu schreiben scheinbar eher dachte: „Hey, wir machen langweilige Szenen und legen coole Musik drunter, das wird schon!“ Das kann man ja mal machen… aber nicht gefühlte zehnmal im selben Film. Dazu kommt dann noch – das ist aber ein ganz persönlicher Punkt –  dass die meisten Witze ziemlich flach sind und nur mir unzureichender Quote zünden. Die Actionszenen sind Genrestandart und müssen sich wie die CGI auch nicht verstecken. Nur sonderlich einfallsreich oder Wagemutig war man dabei nicht. Aber das ist okay.

Fazit

Bei aller Kritik hat mich der Film dann aber irgendwie doch einigermaßen unterhalten. Wäre für mich ein typischer Film den man am Sonntagabend im Fernsehen nebenbei laufen lässt. Tut nicht weh, ein paar Schmunzler sind schon dabei und Margot Robbie sowie Will Smith sind gut aufgelegt und der Handlung ist leicht zu folgen. Nur – das ist zumindest zu erkennen – hätte der Film um die im Grunde sympathischen Schurken und Helden wider Willen viiieeel mehr Potential habt. Der Film führt zumindest bei mir dazu, den Comic mal auf meine „Könnte man irgendwann mal reinschauen“-Liste zu setzen. Das ist ja auch schon mal was. Passenderweise erschien bei Panini grade der erste Suicide Squad Band des neuen Universums…

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