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Coverartwork von Savior Bd. 1 (Quelle: Panini Comics)

Fakten

Comic: Savior Band 1
Autoren: Todd McFarlane & Brian Holguin
Zeichner: Clayton Crain
Verlag: Panini
Seiten: 208
Lesezeit: ca. 110 Minuten
Format 17,1 x 26,1 x 1,3 cm
Erschienen: 26.05.2016
Preis: 19,99 €

Handlung

Im ländlich gelegenen Damascus in den USA kommt es zu einer verheerenden Katastrophe. Über einer Straße zwischen endlosen Maisfeldern stürzt ein Passagierflugzeug ab und viele Menschen, nicht nur Passagiere, verlieren bei dem Unglück ihr Leben. Aus einem der Felder taucht ein nackter Mann auf. In seinen Armen trägt er ein scheinbar verletztes Mädchen das aus dem Flugzeug geschleudert wurde. Es hat überlebt. Ein Wunder? Kurz nach dem Unglück verschwindet der mysteriöse unbekannte.
Die Einwohner der Stadt stehen noch immer unter Schock und haben mit den Folgen des Flugzeugabsturzes zu kämpfen während immer mehr Reporter, Ermittler und religiöse Gruppierungen auf der Bildfläche erscheinen. Im Internet geht das Gerücht um der Erlöser höchst selbst wäre am Unfallort erschienen…

Kurzreview

Der Comic beginnt mit dem Ende der Geschichte um anschließend den Weg dorthin zu schildern. Mit Hilfe von vier zentralen Figuren – einer Reporterin, einer Polizistin, einem jungen Mann auf der Suche nach einem Sinn im Leben, und einem mysteriösen unbekannten, der scheinbar göttliche Kräfte besitzt – erzählt der Comic von einem dramatischen Flugzeugabsturz bei der US-amerikanischen Stadt Damascus und den Folgen dieser Katastrophe. Die Graphic Novel behandelt komplexe und schwerwiegende Themen wie Schuld(gefühle), Glaube, Sinnsuche, Trauer und die Bürde großer Macht. Das Ganze trotz religiöser Motive jedoch ohne Moralpredigt und erhobenen Zeigefinger. Den Autoren gelingt es die Geschichte aus den verschiedensten Perspektiven zu beleuchten und so die Katastrophe und ihre Folgen sowie die Reaktionen auf den vermeintlichen Erlöser in ihrer Ambivalenz zu beleuchten und so glaubhaft und differenziert darzustellen. Das ist vor allem den guten Charakteren zuzuschreiben, die alle auf ihre Art und Weise nachvollziehbar sind und sehr menschlich rüberkommen. Außerdem ist der namenlose Erlöser mit seiner Macht quasi ein Superheld, der in seiner Darstellung und dem Umgang mit seinen Fähigkeiten und der Verantwortung, die diese mit sich bringen, eine ganz neue Facette ergänzt.
Optisch und haptisch macht das Comicbuch einen guten Eindruck. Die seidenmatten Seiten sind angenehm dick und bringen die tollen eher realistischen Zeichnungen gut zur Geltung. Porträteinstellungen sind stets sehr detailliert und bringen Emotionen und Mimik sehr gut rüber. Je totaler die Einstellungen sind, desto gröber wird der Zeichenstil. Dieser konzentriert sich also immer auf das Wesentliche des gezeigten. Die gelungene Kolorierung unterstreicht zudem die Stimmung jeder Szene perfekt. Für zusätzliche Atmosphäre und Authentizität sorgt die Art und Weise wie bestimmte Abschnitte dargestellt sind. So gibt es etwa Ausschnitte aus den Nachrichten oder aus Webvideos, die wie auf einem Fernseher bzw. PC-Monitor dargestellt werden. Das ist für die Handlung nicht unbedingt wichtig, wirkt aber sehr realistisch und immersiver als die bloße Beobachterperspektive. Clever gemacht.
Bei der deutschen Sprachfassung muss man leider kleinere Abstriche machen. Sogar mir sind eine Hand voll Rechtschreib-, Tipp und Satzbaufehler aufgefallen. Zudem stört mich an der Übersetzung eine weitere Kleinigkeit: Immer wenn eine Figur ein Gespräch stört, beginnt sie ihre Unterhaltung mit „Pardon!“ statt mit „Entschuldigen Sie bitte/Dürfte ich kurz stören?“ oder ähnlichem. Wer zur Hölle redet so? Genau, Niemand. Auch empfand ich die eine oder andere Übersetzung der Schilder der Demonstranten nicht immer als ganz treffend. Schade, die kleineren Mängel der Übersetzung trüben den ansonsten großartigen Eindruck des Comics leider doch ein wenig.

Fazit

Die Story von Comic Star Autor Todd McFarlane um religiöse Motive, der Suche nach einem Sinn, der Frage nach dem eigenen Glauben und die Bürde großer Macht kann mit guten Charakteren, großartigem Artwork und einer angemessen ambivalenten Erzählung aus verschiedenen Perspektiven restlos überzeugen und hat das Zeug zum modernen Klassiker. Ich würde mich über eine durchaus mögliche Fortsetzung sehr freuen!

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