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Lucifer Staffel 1 Promografik © Amazon

Fakten

Serie: Lucifer
Staffel: 1
Folgen: 13 á ca 41 Minuten
Sender: Fox / Amazon Prime
Jahr: 2016
Fortsetzung läuft bereits

Handlung

Lucifer Morningstar… Nachtclubbesitzer, Träger teurer Anzüge, Frauenheld. Und der leibhaftige Teufel. Nach Jahrtausenden als oberster Herrscher der Hölle brauchte der gefallene Engel mal etwas Urlaub und setzte sich nach Los Angeles ab. Seit nun mehr fünf Jahren fristet Lucifer jetzt schon sein dekadentes Dasein im Diesseits als er durch einen Mord vor seinem Nachtclub, dem Lux, in Polizeiermittlungen gerät. Hierbei lernt er die taffe Polizistin und alleinerziehende Mutter Chloe Decker kennen. Sie ist die erste Frau die nicht sofort seinem Charme erliegt und der er nicht ihre geheimsten Wünsche entlocken kann. Das wurmt und fasziniert ihn gleichermaßen. So sehr, dass er sich geschickt in eine zivile Beraterstelle der Polizei hineinmanipuliert um weitere Fälle mit Chloe bearbeiten zu können. Seine neue Nähe zu den Menschen führt allerdings zu ungeahnten Problemen. Zum ersten Mal in seinem langen Leben muss Lucifer sich mit lästigen Dingen wie Gefühlen oder moralischen Werten abgeben. Er entdeckt seine menschliche Seite, die ihn sogar dazu veranlasst eine Psychologin aufzusuchen. Als wäre das noch nicht genug muss er dann auch noch feststellen, dass seine für selbstverständlich gehaltene Unsterblichkeit so selbstverständlich gar nicht mehr ist…

Kurzreview

Nachdem in den 2000er-Jahren Krimiserien ohne Ende aus dem Boden sprießten, die einander glichen, wie ein Ei dem anderen (CSI, Criminal Intent & Co), entwickelte sich der Trend in den späten 2000ern und den folgenden 2010er-Jahren dahin die Kriminalfälle eher in den Hintergrund zu rücken und extravagante und schillerndere Figuren in den Vordergrund zu rücken (Elementary, Castle & Co). Genau in diese zweite Kategorie fällt auch die auf dem gleichnamigen Vertigo Comic basierende Serie Lucifer. Die Basis jeder Folge bildet also ein Kriminalfall. Neu ist hierbei nur, dass den Fällen noch weniger Bedeutung beigemessen wird, als es beispielsweise bei Castle der Fall ist. Das soll nicht heißen, dass die Fälle langweilig wären, sie sind aber lediglich Beiwerk und bilden den Rahmen jeder Folge. Im Zentrum des Ganzen steht jedoch stets das Verhältnis zwischen Lucifer Morningstar und Polizistin Chloe Decker. Lucifer ist absolut fasziniert von Chloe und setzt alles daran ihr neuer Partner bei der Ermittlung in Mordfällen zu werden. Dabei ist er allerdings ziemlich sprunghaft und nur mit Feuereifer bei der Sache, wenn er sich einen persönlichen Vorteil erhofft oder sich menschliche Abgründe auftun. Er beginnt die Menschen im Laufe der Serie nach und nach in anderem Licht zu sehen und entdeckt zudem an sich selbst immer menschlichere Züge. Die Spitze dieses Eisbergs sind dann auch Lucifers Sitzungen mit seiner Psychotherapeutin Dr. Linda Martin. Diese Sitzungen tragen einen erheblichen Teil dazu bei, Lucifer zur größten Identifikationsfigur der Serie zu machen. Der eigentlich unmenschlichste Charakter wird unmittelbar mit seinen Schwächen konfrontiert und lernt was es heißt ein Mensch zu sein. Das steckt er nicht immer gut weg und kaschiert seine wahren Gefühle oder seine Wut gerne mit tiefschwarzem Humor, beißendem Zynismus und ähnlichen Abwehrreaktionen. Das sorgt für allerhand Schmunzler, macht den Charakter aber auch sehr menschlich.
Chloe ist der stets kontrollierte und nüchternere Gegenpol zu Lucifer. Sie schafft es meist Lucifer zurück auf den Teppich zu holen und lässt sich nur sehr selten vom Teufel höchst selbst aus der Fassung bringen. Das auf den ersten Blick ungleiche Paar ist die große Stärke der Serie. Oder wohl eher die Schauspieler – denn die harmonieren einfach großartig und machen sehr viel Spaß. Das gilt übrigens auch für den restlichen Stammcast. Die wichtigeren Nebenfiguren wie Lucifers Engelsbruder Amenadiel, der Polizist Dan Espinoza oder Lucifers Dämonenbeschützerin Mazikeen sind alle nachvollziehbar und haben alle ihre guten Momente spendiert bekommen und wurden sehr passend besetzt.
Religiöse Bezüge und Lucifers ungelöster Vaterkomplex ziehen sich neben der Krimithematik wie rote Fäden durch die ganze Serie und heben sie von anderen Serien mit ähnlichem Aufbau wie Elementary oder etwa Castle ab. Unterhaltsam ist auch der Umstand, dass Lucifer nicht damit hinterm Berg hält, dass er der Teufel ist. Nur glauben will ihm das natürlich Niemand so recht. Auch seine Psychotherapeutin Dr. Linda nicht. Diese kleinen Meta-Spielchen und der ständig präsente Humor machen die Serie sehr kurzweilig. Am Ende der ersten Staffel wird auch bereits der Aufhänger für den Start der zweiten Staffel geliefert, die bereits am 19.09. in den USA anlief. Abgerundet wird die Präsentation durch eine gelungene deutsche Synchronisation.

Fazit

Der Teufel selbst steht hier im Zentrum einer Krimiserie und eines gut aufgelegten Figurenensembles. Die religiösen Bezüge, Lucifers Vaterkomplex/seine Probleme mit Gott und seine besonderen Fähigkeiten sorgen gepaart mit etwas schwarzem Humor für kurzweilige Unterhaltung.

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