Fakten

Comic: Sky Doll Bd. 4: Sudra (Skizzenalbum)
Autoren/Zeichner: Barbara Canepa &
Alessandro Barbucci
Verlag: Splitter
Seiten: 64
Lesezeit: ca. 55-60 Minuten
Format: 23,3 x 1 x 32,2 cm
Erschienen: 01.06.2014 / 01.07.2016
Preis: 19,80 € (limitietes Skizzenalbum) /
14,80 € (regulär in Farbe)

Handlung

Die Flucht unserer Helden Noa, Roy und Jahu aus Frida Dezibels Fernsehstudio ist nun schon eine ganze Weile her. Gemeinsam mit Fridas Tochter Cleopatra und der Aquarianerin Yhala sind sie auf dem Planeten Sudra untergetaucht. Dieser Planet ist ein Schmelztiegel verschiedenster Rassen, Kulturen und Religionen, also der perfekte Ort um sich zu verstecken und nicht aufzufallen. Schließlich sind die fünf nun nichts Weiteres als Flüchtlinge. Während Jahu und seine Flamme Cleopatra nicht allzu sehr mit ihrem Schicksal hadern, sind Roy und Noa weniger glücklich. Roy ist von Sudra gleichermaßen abgestoßen und fasziniert und ringt mit seinen Gefühlen. Noa hingegen wird von der Frage gequält ob es richtig war vor ihrem „Vater“ zu flüchten oder ob sie sich besser ihrer Vergangenheit gestellt hätte. Eines steht fest: Einfach nur so dasitzen und den Kopf in den Sand stecken hilft auf keinen Fall weiter.

Kurzreview

Nach der starken Religions- und Medienkritik der ersten drei Alben geraten diese Aspekte in dieser Ausgabe etwas in den Hintergrund. Stattdessen liegt der Fokus dieses Mal noch stärker auf den Figuren und ihren Erlebnissen. Die inneren Konflikte etwa von Noa oder Roy resultieren aus den vorangegangen Erlebnissen der Gruppe und sind nachvollziehbar und sehr menschlich. Von dem auf Papathea schwelenden Konflikt hingegen merkt man nur wenig bis gar nichts. Die Geschichte um unsere drei Abenteurer und Flüchtlinge wider Willen neigt sich langsam aber sicher dem Ende in Band 5 entgegen. So kommt es also, dass erste aufgeworfene Fragen beantwortet werden. So erfahren wir etwa endlich mehr über Noas Verbindung zu Agabe, das Verhältnis zu Ludowikas „Genie der Wunder“ und Noas besondere Fähigkeit Tote wieder auferstehen zu lassen.
Gegenüber den vorherigen Bänden hat die Geschichte des vierten Bandes, was den Umfang betrifft, etwas zugelegt. Statt etwa 40 Minuten Unterhaltung der letzten Alben hat der Leser nun knappe 60 Minuten Lesefutter. Da diesem Review das limitierte Skizzenalbum von Sudra und nicht die reguläre Farbausgabe zugrunde liegt, ist der optische Eindruck ein anderer als bei den 3 Vorgängern. Die Charakterdesigns sind nach wie vor wirklich hübsch und ausdrucksstark. Auch die Umgebungen sind hübsch anzuschauen, wirken aber etwas gröber und weisen auf Sudra deutliche Einflüsse Hinduistischer Tempelanlagen auf. Grade da sie hier fehlt, muss man die sonstige Kolorierung der Serie nochmals loben. Sie trägt extrem zur Stimmung bei und hilft wichtiges im Vordergrund deutlicher von den Hintergründen abzuheben. Ich musste mich auf den ersten Seiten an den Skizzencharakter der Zeichnungen gewöhnen. Ich brauchte ein wenig länger um die Bilder richtig zu erfassen. Ist man jedoch eingelesen erhöht sich das Lesetempo wieder ein wenig. So schön die Skizzen auch sind, hätte ich mir häufig dennoch die Farbvariante gewünscht. Die Farben und Schattierungen sind eines der markantesten Merkmale der Serie und machen sie zu etwas ganz Besonderem. Das Fehlt in dieser limitierten Edition etwas. Dafür bietet diese Ausgabe einen anderen Vorzug: Nach dem eigentlichen Comic gibt es eine Skizzengalerie mit Charakterdesigns und Designentwürfen zur Serie zu sehen. Abgerundet wird dieser Bonusteil durch vom Künstlerduo beantwortete Fanfragen. So erfährt man interessante Hintergrunde und erhält Informationen sowohl über den Comic als auch über die Künstler selbst. Da waren ein paar wirklich interessante Fragen und vor allem auch Antworten dabei – das gefiel mir sehr gut.
Seitens des Splitter Verlags hat man sich auch nochmal ins Zeug gelegt und gegenüber den schon toll gestalteten regulären Hardcoveralben nochmal eine Schippe nachgelegt. Das Buch kommt im edlen matten weiß daher. Auf der Frontseite prangt eine mit Lack veredelte Seitenansicht von Noa und die Rückseite ziert der weiß in weiß gehaltene Sky Doll-Schriftzug. Fällt so in der Sammlung etwas aus dem Rahmen, aber ist zweifellos schick.

Fazit

Band 4 der Reihe löst endlich einige Fragen auf und leitet das finale im noch offenen fünften Band ein. Dabei konzentriert sich die Geschichte mehr auf die Figuren als auf den religiösen Konflikt oder die Medienlandschaft. Auch in Skizzenform ist der Comic wieder ein Hingucker, auch wenn ich die großartige Kolorierung der regulären Ausgabe etwas vermisse. Dafür entschädigt allerdings das nette Bonusmaterial dieser Version.

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