Moin!

Aus gegebenem Anlass wird es Zeit für eine neue Kategorie: Kurz kommentiert.
Warum?
Nun, zum einen gibt es Filme, Serien, Bücher, Comics etc. die mir für ein richtiges Review zu umfangreich oder zu komplex sind und zum anderen Werke zu denen ich mir selbst kein so richtig abschließendes Urteil bilden konnte. Und zu guter Letzt gibt es natürlich noch andere Gründe die gegen ein ausführlicheres Review sprechen wie Zeit oder schlichtweg meine Lust. Aber gänzlich unkommentiert möchte ich solche Werke dann doch nicht stehenlassen. Darum jetzt viel Spaß mit der ersten bunten Mischung Kurz kommentiert.

Preacher Staffel 1 (VOD, Amazon Prime. 10 Folgen/ca 45 Minuten)

Preacher ist so eine Serie, bei der ich auch nach fast 2 Wochen immer noch nicht weiß was ich von hier halten soll. Ich hatte schon gelesen, dass die wirren Erzählungen und teils völlig absurden Geschehnisse typisch für Garth Ennis Comics sind. Zwar klärt sich zum Ende der ersten Staffel ein bisschen was auf, etwa was es mit den Anfangs scheinbar zusammenhanglosen Rückblenden ins Jahre (ich glaube es war) 1881 auf sich hat, doch gibt es immer noch einige offene Fragen. Warum zum Beispiel ist Ratwater sowas von verkommen und wieso sind alle Leute so unglaublich verkorkst? Selbst die netten scheinbar normalen Stadtbewohner begehen plötzlich ohne Vorankündigung ziemliche WTF-Taten und bringen Leute um oder ähnliches. Die Serie erscheint also etwas wirr, teils völlig absurd aber gleichzeitig durchaus recht düster und voll mit sehr derbem schwarzen Humor und mit einem erstaunlichen Grad an Brutalität. Dazu kommen dann noch des Preachers besondere Gabe, seine Exfreundin, ein Vampir und zwei Engel in Nöten. So etwas kann einfach nur einem Comic entsprungen sein. Ob die Serie nun totaler Schrott oder großartig ist kann ich immer noch nicht sagen, aber eines steht fest: Sie unterhält!

Mr. Robot Staffel 1 (VOD, Amazon Prime, 10 Folgen/ca 45 Minuten)

Da nun bereits Staffel zwei bei Amazon anlief wurde es Zeit mir endlich mal die erste Staffel der Serie um den genialen Hacker Elliot Alderson anzusehen. Ich möchte zur Handlung gar nicht viel verraten, da man was anbelangt möglichst unbedarft an die Sache herangehen sollte. Ich weiß nicht was genau ich erwartet habe, aber die Serie ist ein spannender teils sogar recht düsterer Thriller um die Hackergruppe FSociety geworden. Die Serie wartet mit sehr guten Schauspielern auf – besonders Elliot-Darsteller Rami Malek brilliert als Morphin abhängiges, paranoides, emotional gestörtes aber visionäres Hackergenie. Aber auch die anderen Darsteller neben Christian Slater machen eine gute Figur. Neben guten Charakteren und cleverer Story wartet die Serie auch noch mit einem stimmigen Soundtrack auf. Meistens düster aber auch mal ziemlich cool. Die wahre Stärke ist aber die großartige und vor allem ziemlich einzigartige Kameraarbeit. Durch ungewöhnliche Kadrierung der Bilder schafft es die Serie die Paranoia aber auch die Einsamkeit und Angst des Protagonisten Elliot auf den Zuschauer zu übertragen. Die Ungewöhnliche Positionierung der Darsteller im Bild sorgt immer für latentes Unwohlsein. Unbedingt anschauen! Die zweite Staffel habe ich auch schon halb durch.

Dracula Untold (VOD, Amazon Prime, ca 89 Minuten)

Von diesem Film hatte ich bisher nur schlechtes gehört… aber ich mag Fantasy und vor allem mag ich Vampire. Also entschied ich mich gestern Abend spontan dazu mal reinzuschauen. Und siehe da: Sooo schlecht wie alle sagen ist der Film gar nicht. Okay, er ist ein ganzes Stück entfernt davon auch nur gut zu sein, aber abgrundtief schlecht ist der Film wirklich nicht. Den Ansatz eine Vorgeschichte zum bekannten Dracula-Stoff zu schaffen und historisch nicht ganz so akkurat zu sein finde ich nicht verwerflich. Strukturell orientiert sich der Film an einer klassischen Tragödie. Der Held – Vlad der Pfähler – lässt sich zum Vampir machen und opfert seine Menschlichkeit um sein Volk und vor allem seine Familie zu retten. Die Computereffekte können sich (zumindest auf de heimischen Fernseher) auf jeden Fall sehen lassen und lösen kein Augenkrebs aus. Man darf sich nur nicht an dem in manchen Szenen stark stilisierten Look stören. Der einzige Totalausfall in meinen Augen sind die überzogenen Kämpfe und der vermeintlich dramatische Versuch Draculas seine abstürzende Frau zu retten. Diese Momente sind unfreiwillig komisch und ein bisschen lächerlich geraten. Für einen Abend mit anspruchsloser Popcornunterhaltung langt der Film aber alle Mal.

Ash vs. Evil Dead Staffel 1 (VOD, Amazon Prime, 10 Folgen/ca 23 Minuten)

Die Serie ist eine Fortsetzung der Evil Dead/Tanz der Teufel Serie aus den 80er/90ern und knüpft fast 30 Jahre später an. Ash ist inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen aber nimmt das mit Humor und verdrischt Untote und Dämonen wie eh und je. Gezwungen ist er dazu, weil er völlig zugedröhnt versehentlich aus dem Necronomicon vorgelesen hat als er eine Frau mit Gedichten beeindrucken wollte und so das Böse zurück in unsere Welt geholt hat. Mit zwei neuen Begleitern sagt er den Mächten des Bösen erneut den Kampf an.
Das Ganze ist ziemlich trashig aber charmant und kurzweilig. Der gealterte Bruce Campbell hat sichtlich Spaß am Splatter und daran wieder ordentlich Ärsche zu treten – altersbedingte Zipperlein inklusive. Aber auch alle anderen, die an der Produktion beteiligt waren, scheinen mit viel Freude bei der Sache gewesen zu sein. Das merkt man der Serie an. Wer spaß an Trash, Blutfontänen, ein bisschen Slapstick und lockeren Sprüchen hat und sich nicht von der überschaubaren Handlung und der mittelmäßigen CGI stört wird seinen Spaß haben. Besonders an den „liebevollen“ practical Effects. Groovy!

Hardcore (Verleih Blu-Ray, ca 90 Minuten)

Auf Hardcore Henry hatte ich im Kino absichtlich verzichtet, da ich fürchtete, dass die reinen Actioncamaufnahmen auf der großen Leinwand furchtbar anstrengend werden würden. Auf der heimischen nicht ganz so großen Leinwand überraschte mich der Film jedoch wirklich positiv: Klar, die Actionsequenzen sind wackelig und schnell. Aber als Zuschauer behält man immer den Überblick und in ruhigen Passagen ist die Kamera sogar angenehm ruhig. Der Teil ist schon mal überraschend gut umgesetzt. Die Handlung des Films wirkt ein wenig wirr, bis man sich an die Prämisse gewöhnt hat, dass es eigentlich kaum nennenswerte Handlung gibt. Die Geschichte erinnert eher an einen auf Krawall ausgelegten Retro-Ego-Shooter. Und genauso kommt der Film rüber: Ständig hatte ich das Gefühl ein Spiel anzuschauen. Dieser Eindruck wird durch spieletypische Animationen und Handlung unterstrichen. Etwa wenn Henry durch das Visier eines Scharfschützengewehrs schaut. Jeder Spieler von Ego-Shootern dürfte sich sofort heimisch fühlen. Gewürzt wird das Ganze dann noch mit einer großen Dosis tiefschwarzen teils wirklich makabren Humors. Ein Paar CGI-Effekte sind eher schlecht als recht, stören aber das Gesamtbild nicht.
Der Film ist abgedreht und quasi ein Retro-Shooter in Filmform. Wer spaß an solchen Spielen und einen entsprechenden Sinn für Humor hat sollte voll auf seine Kosten kommen!

Was haltet ihr von diesem Format? Lasst es mich wissen! Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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