Star Wars - Die Sith-Lords von Paul S Kemp
Coverartwork (Quelle: randomhouse.de)

Fakten

Roman: Star Wars – Die Sith-Lords
Autoren: Paul S. Kemp
Verlag: Blanvalet
Seiten: 416
Lesezeit: ca. 550 Minuten
Format: 13,5 x 20,6 cm
Erschienen: 19.09.2016
Preis: 13,00 €

Handlung

Die Order 66 ist nun bereits etliche Jahre her und das Imperium regiert mit eiserner Faust über einen Großteil der Galaxis. So auch über den unwirtlichen Planeten Ryloth, der allerdings als wichtiger Gewürzlieferant von strategischem Wert ist. Die Rebellengruppe Freiheit für Ryloth unter Führung des Twi’Lek Cham Syndulla lassen sich die Unterjochung nicht gefallen und planen einen großen Coup. Aus geheimen Quellen wissen die Rebellen, dass der rylothische Botschafter in Begleitung Darth Vaders und des Imperators höchst selbst auf dem Weg nach Ryloth sind. Syndulla und seine Anhänger sehen ihre Chance gekommen und planen einen Anschlag auf den Sternenzerstörer Bedrohung, auf dem sich die drei befinden. Syndullas Rechte Hand Isval jedoch denkt größer: Sie will dem Imperium einen wirklich herben Schlag zufügen – Darth Vader und der Imperator müssen sterben um eine galaxisweite Rebellion gegen das totalitäre Imperium zu entfachen.

Kurzreview

Der Titel und der Klappentext des Buches könnten etwas irreführend sein. Ebenso wie das Cover, auf dem neben Palpatine, Vader und Sturmtruppen auch noch AT-ATs und menschliche Rebellen zu sehen sind, die im Buch nicht vorkommen. Schließlich geht es nur um eine Gruppierung rebellierender Twi’Lek von Ryloth und nicht um die Rebellenallianz, die man aus der Originaltrilogie kennt. Eben diese rylothischen Rebellen stehen zumindest in der ersten Hälfte des Buches stark im Vordergrund. Die namensgebenden Sithlords spielen in diesem Abschnitt des Buches nur eine Nebenrolle. Erst in der zweiten Hälfte des Buches begleitet der Leser Vader/Palpatine und die Rebellen zu etwa gleichen Teilen. Diese zweite Hälfte ist es auch, die der Klappentext beschreibt.
Die ersten etwa 200 Seiten zieht das Buch seine Spannung eher aus dem Zeitdruck und der technischen Herausforderung für die Rebellen einen großangelegten Angriff auf den Sternzerstörer Bedrohung zu planen und durchzuführen. Neben den Rebellen spielen auch noch der Kollaborateur Belkor Dray, ein imperialer Colonel, und seine Vorgesetzte Moff Mors eine Rolle. Die Schicksale und Pläne der verschiedenen Parteien, die der Leser in dem Buch begleitet, stehen meist im Gegensatz zueinander. Daraus resultiert die Spannung, die das Buch über den gesamten Verlauf halten kann. In der zweiten Hälfte des Buches nimmt das Tempo etwas zu und die Einzelnen Fäden beginnen zum Showdown im dschungelartigen Äquatorialwald von Ryloth zusammenzulaufen, in dem natürlich auch die Natur ein Wörtchen mitzureden hat. Genau dieser Kampf gegen die Natur beleuchtet das Verhältnis von Darth Vader zu seinem Meister Palpatine. Die Dynamik zwischen den beiden ist durchaus interessant, da der Imperator Vader mit seiner Vergangenheit konfrontiert und gleichzeitig seine Treue auslotet. Schließlich gibt es alte Sith-Gesetze, wie etwa die Regel der Zwei, nach der der Schüler irgendwann seinen Meister an Macht übersteigt und tötet um seinerseits die Macht an sich zu reißen und einen neuen Schüler zu unterweisen. Der Kampf gegen Ryloths Fauna nutzt sich leider irgendwann ein bisschen ab, da er wenig Abwechslung bietet. Langweilig wird es aber nicht. Vor allem das durchaus perfide Ende ist aus Sicht des Lesers sicherlich durchaus versöhnlich und charakterisiert den Imperator wie keine andere Szene im Buch. Für Fans weiterhin interessant sind die transmedialen Bezüge auf andere Star Wars Inhalte. Cham Syndulla taucht beispielsweise bereits in Star Wars Clone Wars als Anführer rylothischer Unabhängigkeitskämpfer auf. Außerdem könnte einem der Name Syndulla bekannt vorkommen. Hera Syndulla, eine der Hauptfiguren aus der etwas später angelegten Serie Star Wars Rebels, ist niemand geringeres als Chams Tochter.
Das Buch und die deutsche Übersetzung, sind durchaus gelungen, auch wenn sich einige Wörter oder Satzteile einige Male wiederholen. Der allgemeine Stil ist gut verständlich und lässt sich flott und unterhaltsam weglesen. Die Länge von etwas über 400 Seiten war der geschichte absolut angemessen, so dass sich keine Längen eingeschlichen haben. Das gefiel mir soweit ganz gut.

Fazit

Der Roman die Sithlords trägt einen durchaus würdigen Teil dazu bei die Lücke von etwa zwanzig Jahren zwischen Prequel- und Originaltrilogie mit Inhalt zu füllen. Zudem beleuchtet er auf interessante Weise das Verhältnis von Palpatine/Vader respektive Meister/Schüler und zeigt den Imperator in seiner ganzen Niedertracht. Außerdem zeichnen sich Auswirkungen auf den weiteren Geschichtsverlauf dieser Epoche ab.

Advertisements