Es ist Zeit für die zweite Runde Kurz Kommentiert, viel Spaß!

Mr. Robot Staffel 2 [VoD, Amaton Prime, 12 Folgen/ca 45 Minuten]

Die zweite Staffel knüpft unmittelbar an die Handlung des Vorgängers an. Zugunsten einiger Subplots und Elliots psychischer Probleme, die im Vordergrund stehen, hatte ich das Gefühl, dass das große Ganze nur geringfügig vorangekommen ist. Dazu wird die Serie dann auch noch in ihren Erzählstrukturen komplexer beziehungsweise manchmal vielleicht sogar eher verwirrender. Das liegt daran, dass Elliots Paranoia, seine Gedächtnislücken und der Konflikt mit seinem zweiten Ich Mr. Robot im Vordergrund stehen. Neben dem Wechsel der verschiedenen Perspektiven springt die Serie nun auch vermehrt zwischen verschiedenen Zeitebenen und… Versionen der Realität hin und her
Das Ganze macht nach wie vor spaß und ist spannend, hat mich aber nicht mehr so sehr gefesselt wie die erste Staffel, da sie mir manchmal etwas ziellos erschien. Einige Abschnitte wirkten auf mich eher wie „Filler“, welche die eigentliche Haupthandlung etwas unnötig in die Länge ziehen. Das klingt jetzt aber sicher negativer als es tatsächlich gemeint ist, es ist alles Jammern auf hohem Niveau. Dafür zeichnen sich Verflechtungen und Verschwörungen ab, die eine spannende dritte Staffel versprechen. Ich freue mich jedenfalls auf eine weitere Season.

Sausage Party [Kino, 89 Minuten]

Da mein bester Kumpel ihn gern sehen wollte, bin ich vergangenes Wochenende mit in Sausage Party gewesen. Und ich muss sagen: Alle meine Erwartungen haben sich leider bestätigt. Die Handlung ist durchschnittlich, aber durchaus in Ordnung. Viel schlimmer fand ich den Witz. Der Film wirbt vollmundig damit ein „Animationsfilm für Erwachsene“ zu sein und kommt dann so unendlich plump und vor allem unglaublich pubertär her. Die meisten Gags sind weit unter der Gürtellinie und wenn sie nicht grade rassistisch sind rein sexueller Natur und Anzüglichkeiten. Wären sie denn wenigstens geschickt doppeldeutig oder in elegante Wortwitze verpackt wäre das alles noch erträglich. Aber sie sind dermaßen offen und direkt, dass sie echt nur peinlich und mega-unlustig waren. Schade, wer hätte gedacht, dass die Witze auf Kosten verschiedener Nationalitäten die absoluten Highlights des Films sind? Wenn das deutsche Sauerkraut die Säftsäcke ins Konzentratlager schickt ist das zwar hart an der Grenze des guten Geschmacks, aber ich muss zugeben ich habe gelacht. Ich habe aber auch einen bisweilen durchaus bösen Humor. Der eine oder andere könnte sich an diesen Witzen sicherlich noch mehr stören als an den sexuellen Kalauern und Schenkelklopfern.
Die Optik des Films ist sehr schlicht und man hat schon hundertfach bessere gemachte Animationsfilme gesehen, aber der Look ist durchaus stimmig und nicht störend. Er erinnerte mich eher an computeranimierte Fernsehserien als an Animationskinofilme. Schade ist eigentlich nur, dass der Film weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Einige Ideen oder Ansätze waren in der Theorie gar nicht schlecht, man hätte sie nur erwachsener behandeln müssen.

Battlefield 1 [PC]

Um zu testen ob das Spiel auf meinem Rechner überhaupt vernünftig läuft, habe ich mir mal für einen Monat EA-Access gegönnt um Battlefield 1 10 Stunden anzuspielen. Und siehe da: Die Frostbite 3 Engine ist selbst bei mittleren Einstellungen sehr genügsam und liefert flüssige 60 FPS. Gute Sache! Das neue Deus Ex bsw. sieht auf niedrigen Einstellungen jetzt nicht so geil aus und ich habe glück grade so 30 FPS zu schaffen. Und egal was man verstellt, es ändert sich rein gar nichts an der Framerate…
Aber zurück zu Battlefield 1: Der erste Soloabschnitt, den man betritt, ist ganz großes Kino! Niemals kam die Anti-Kriegsbotschaft in einem Spiel so sehr rüber. Der Spieler übernimmt nacheinander die Rolle verschiedener Soldaten die in einem sinnlosen Konflikt verheizt werden. Das kommt sehr bedrückend rüber. Aber die Präsentation ist fantastisch! Alleine der bombastische Sound versetzt einen sofort in den unerbittlichen Grabenkrieg. Hier wirken auch die teils wirklich brutalen Nachkampfangriffe absolut nicht überzogen sondern tragen zur Atmosphäre bei. Der Ersteindruck war super. Die erste richtige Storymission – ich musste einen Panzer fahren bzw. Abschnittweise zu Fuß als Kundschafter durch einen nebeligen Wald begleiten – war dann eher durchwachsen. Die Infanterieabschnitte hierbei fand ich super, sie machten wirklich spaß, sind spannend und mitunter sogar auch mal etwas fordernd aber nie unfair. Die Panzerabschnitte allerdings fand ich absolut langweilig. Realistischerweise sind die Panzer des ersten Weltkriegs nämlich vor allem eins: Verdammt langsam. Wenn dann auch noch Schlamm dazukommt ist alles vorbei.
Natürlich habe ich auch den Multiplayermodus angespielt. Vor allem den neuen Modus Operations habe ich auf allen Karten einmal angespielt. Ein Team Verteidigt, eines greift an. Ähnlich wie im Rush-Modus voriger Battlefield Teile nimmt das angreifende Team nacheinander Sektoren ein und die Verteidiger müssen dies verhindern. Sind Zeit oder Tickets abgelaufen ist die Schlacht vorbei. Haben die Angreifer alle Sektoren eingenommen, gewinnen sie das ganze Match. Haben sie es nicht geschafft haben sie noch bis zu zwei weitere Schlachten Zeit die übrigen Sektoren zu erobern. Das Team, dass ins Hintertreffen gerät erhält Luftunterstützung durch ein Zeppelin. Dieser kombinierte Modus ist zudem von geschichtlichen in Videos präsentierten Informationen eingerahmt. Finde ich sehr cool.
Im Gegensatz zu Battlefield 3 und 4 fiel mir auf, dass Fußsoldaten nun weitaus wichtiger sind und einen Großteil der Streitkräfte stellen. Panzer und Flugzeuge sind deutlich weniger präsent. Als Totalverweigerer von Vehikeln gefällt mir das natürlich sehr gut. Aber grade als Infanterist macht Battlefield 1 richtig spaß. Das „Schussgefühl“ und das Trefferfeedback sind sehr gut. Nach den 10 Probestunden bin ich direkt auf die Vollversion umgestiegen. Nur eine Frage stelle ich mir immer wieder: Darf so ein grausamer Krieg so viel Spaß bringen? Schwierige Frage und das erste Spiel, bei dem ich sie mir stelle.

Advertisements