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Star Wars Rebels (Quelle: lucasfilm.com)

Fakten

Serie: Star Wars Rebels Staffel 1
Folgen: 15
Laufzeit: ca. 23 Minuten

Handlung

Seit er vor acht Jahren seine Eltern durch die Hände imperialer Besatzer verloren hat muss sich der Junge Ezra Bridger auf dem unwirtlichen Planeten Lothal allein durchschlagen. Eines Tages gerät er bei einem seiner Beutezüge zwischen die Fronten von Imperialen Sturmtruppen und einer kleinen Gruppe von Rebellen. Wie es das Schicksal will verschlägt es den Jungen auf die Ghost, das Schiff der kleinen Rebellentruppe. Der Einzelgänger Ezra bleibt zunächst nur notgedrungen an Bord, ist aber fasziniert wie mutig und selbstlos sich die Gruppe für andere einsetzt und beschließt zu bleiben. Die grünhäutige Twi’Lek Hera, die mandaloriansche Kriegerin Sabine, der hünenhafte Lasat Zeb, der Astromech-Droide Chopper und der untergetauchte Jedi Kanan nehmen Erza bereitwillig auf und Lehren ihn Teamgeist und was Gemeinschaft bedeutet. Der Junge erweist sich ziemlich schnell als wertvolles Crew-Mitglied. Sogar als weit wertvoller als er selbst je gedacht hätte: Denn Kanan spürt große Macht in dem Jugendlichen…

Kurzreview

Die Serie Star Wars Rebels spielt zwischen die Rache der Sith und eine neue Hoffnung, wenige Jahre vor Rogue One. Die erste Staffel beginnt zunächst stark episodisch und jede Folge erzählt eine kleine in sich abgeschlossene Geschichte. Meistens geht es um kleinere Diebstähle oder Transportaufträge mit denen die Crew der Ghost ihren Treibstoff und ihren Lebensunterhalt verdient. Vor diesem Hintergrund wächst die Gruppe mit ihrem neuen Schützling Ezra immer mehr zusammen und Kanan beginnt Ezra auszubilden. Sind die Charaktere und die Ausgangslage auf Lothal ausgiebig etabliert, hängen die späteren Folgen mehr zusammen und gipfeln zum Staffelfinale im ersten größeren Story-Arc. Die Geschichten wandeln dabei durchaus gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen kindgerechter Unterhaltung und angemessenem Star Wars Storytelling. Einige der Geschichten und Konflikte dürften jedoch zu komplex oder teils sogar zu düster für die ganz Jungen sein. Als erwachsener Zuschauer freut mich das natürlich. Überhaupt schafft es die Serie sehr gut beide Zielgruppen auf unterschiedlichen Ebenen zu bedienen. Lediglich bei der Gewalt bin ich mir etwas unsicher. Die Sturmtruppen schießen noch schlechter als eh und je und erwischen die „Guten“ kaum – relativ kindgerecht. Aber andererseits sterben so einige Imperiale und es geht allerhand explosiv zu Bruch, auch wenn die Crew der Ghost um gewaltarme Lösungen bemüht ist. Gewalt in Medien ist allerdings ein zu komplexes Thema um es an dieser Stelle ausgiebig zu diskutieren, deshalb weiter im Text. Für die Kinder gibt es vor allem den kindischen Humor, der etwa mit den Raufereien zwischen Zeb und Ezra oder einigen zum Glück eher wenigen Slapstick-Momenten bedient wird. Erfreulicherweise sind aber die Droiden nicht mehr ganz so albern wie in der Prequeltrilogie und in der Clonewars Serie, auch wenn Chopper in jeder Folge seine kleinen… sagen wir „Aufmüpfigkeiten“ zur Schau stellen darf. Darüber kann ich aber relativ gut hinwegsehen, weil sie wirklich auf ein Minimum reduziert sind. Der Rest der Crew bedient mit eher dialoglastigem Humor eine ältere Zielgruppe. Dass die Serie auch für diese erwachsenen Star Wars Fans interessant und unterhaltsam ist liegt an den sympathischen aber vor allem gut geschriebenen und nachvollziehbaren Hauptcharakteren und an den Wiedersehen mit alten Bekannten in kleinen Nebenrollen. Da wäre zunächst der untergetauchte Jedi Kanan, der immer noch das Trauma des Klonkrieges und persönliche Altlasten mit sich herumträgt. Er ist zudem bei weitem nicht perfekt als Jedi, denn manchmal ist er ein wenig impulsiv und zeigt seine Gefühle häufig auch unverblümt. Aber er hat das Herz am rechten Fleck, ist mutig, selbstlos und hat mit der Ausbildung seines neuen Padawans Ezra eine fordernde Aufgabe gefunden, an der er vor allem selbst noch wachsen muss. Außerdem ist er nie um einen markigen Oneliner verlegen auch wenn es mal heiß hergeht. Wenn es heiß her geht ist die mandalorianische Kriegerin Sabine nicht weit. Die agile junge Frau ist nämlich die Spezialistin für Granaten und Sprengstoffe im Team und verfolgt einen sehr akrobatischen Kampfstil. Auf der anderen Seite ist sie allerdings sehr besonnen und vertrauenswürdig. Darüber hinaus ist sie zudem eine Künstlerin und begabte Hackerin. Der Dritte im Bunde ist der über zwei Meter große Lasat Garazeb „Zeb“ Orrelios. Der etwas mürrisch wirkende Hüne ist gut ausgebildeter Nahkämpfer und nie um einen Kommentar verlegen. Hinter seiner rauen Schale verbirgt sich aber natürlich eine treue Seele, die ihre Freunde nicht im Stich lässt und schlechte Entscheidungen zutiefst bereut. Außerdem hat er noch eine Rechnung mit dem Imperium offen. Kommen wir nun zu Hera Syndulla, meinem bisherigen Lieblingscharakter der Serie. Die selbstbewusste Twi’Lek und Tochter von Cham Syndulla (Siehe Review „Die Sith-Lords“) hat die Ghost und ihre Crew für gewöhnlich fest im Griff und das nötige Zeug um eine Anführerin zu sein. Diese Rolle teilt sie sich aber eher mit Kanan. Vor allem schätze ich aber den sehr lakonisch-sarkastischen Witz der Spitzenpilotin. Gleichzeitig ist sie aber im Grunde eine sehr herzliche und gutmütige Person, die nie das große Ganze aus den Augen verliert und so etwas wie die Rolle einer mütterlichen Freundin für Ezra einnimmt. Der letzte im Bunde ist der Junge Ezra selbst. Das Leben auf der Straße unter imperialer Herrschaft und der frühe Verlust seiner Eltern haben ihn zum harten Einzelgänger gemacht. Doch der Schutz der Gruppe und das Vertrauen und die Geborgenheit die sie ihm bietet bringen seine guten Seiten besonders stark zur Geltung. Ezra kann seine Stärken im Dienste der Gruppe ausspielen und trägt mit seinem Mut und technischem Talent einen wichtigen Teil bei der Erfüllung aller Missionen bei. Andererseits ist Ezra aber manchmal auch etwas ungeduldig und unkonzentriert, erst recht wenn es um seine Jediausbildung geht.
Die allgemeine Präsentation der Serie schließt nahtlos an Clone Wars an und setzt eher auf schlichte CGI und passt zur Bedienung einer jungen Zielgruppe, verschreckt aber auch erwachsenes Publikum nicht. In großen Einstellungsgrößen sehen Panoramen der Städte und Planeten nämlich zum Teil wirklich schön und stimmig aus. Ähnliches gilt für die Animationen. Man darf hier zwar natürlich keine Pixar-Kinofilm-Qualität erwarten, bekommt aber besonders im Bereich der Gestik und Mimik gute Arbeit geboten.

Fazit

Star Wars Rebels liefert eine spannende und unterhaltsame Serie, die einen wichtigen Zeitraum der Star Wars Chronologie mit wertigen Inhalten füllt. Sieht man über die auf den ersten Blick kindgerechte Präsentation hinweg verbergen sich darunter gute Star Wars Geschichten und Figuren. Den ganz albernen Humor, einer schwäche der ersten Clone Wars Staffeln, hat Star Wars Rebels mit dem gereiften Konzept abgelegt.

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