Paul – Ein Alien auf der Flucht [VoD, Amazon Prime]

Die Komödie um Simon Pegg und Nick Frost versuchte damals an den Charme der Cornetto-Trilogie von Edgar Wright anzuknüpfen. Das Zweiergespann harmoniert auch in diesem seichten Roadmovie mit dem flüchtigen Alien Paul gut miteinander. Nur der Humor ist eher Flach und die Inszenierung entspricht einer durchschnittlichen amerikanischen Komödie. So bleibt das an sich eigentlich nette Setting weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Seine besten Momente hat der Film, wenn‘s ein bisschen nerdig wird – da freut sich mein Nerdherz. Etwa wenn in einer Bar eine Countryversion von der Cantina Band aus Star Wars läuft oder andere Star Wars Anspielungen gemacht werden. Positiv überrascht war ich von der erstaunlich guten CGI der Workingtitle Produktion. Klar, man hat alles schon tausendmal besser und schöner gesehen, aber Paul kann sich durchaus sehen lassen. Besonders seine Mimik und seine Augen sind gelungen. Leider schafft es der Film auf Grund oben genannter Schwächen nicht über das Mittelmaß hinaus.

Fear the walking Dead Staffel 2.2 [VoD, Amazon Prime]

Nachdem zum Finale der ersten Hälfte der zweiten Staffel gleich drei Leute auf einmal durchgedreht sind war ich erstmal reichlich genervt. Wieso müssen da immer welche durchdrehen und warum gleich drei auf einmal? Keine Ahnung.
Zum Glück geht es aber erstmal wieder bodenständiger weiter. Nick schließt sich einer kleinen Gemeinde an und fügt sich dort ein. Das gefiel mir eigentlich ganz gut, da es den Charakter wieder etwas erdet. Am Ende der ersten Staffelhälfte fand ich ihn nämlich echt nervig mit seiner Einstellung zu den Zombies. Die nächste Partei – Chris und sein Vater – bekommt das zweite Drittel der Screentime zugestanden. Interessant ist hierbei die Beziehung der beiden, weil Chris weiter ein Idiot und ein Arsch bleibt und auch sein Vater ihn nicht überzeugen kann, dass er auf dem falschen Weg ist. Ich war fast froh, als sich ihre Wege irgendwann trennen. Die dritte Gruppe besteht dann schließlich aus dem Großteil der übrigen bekannten Figuren um Madison und Victor. Die verschanzen sich in einem Hotel und stoßen irgendwann auf die eigentlichen Eigentümer. Hierbei ist wiederum die Spannung, die zwischen beiden Interessengruppen innerhalb der scheinbar sicheren Mauern herrscht, interessant. Gegen Ende der Staffel bahnt sich ein Wiedersehen aller ursprünglichen Gruppenmitglieder für die dritte Staffel an.
Im Großen und Ganzen gefiel mir die zweite Staffel von Fear the walking Dead durchaus ganz gut. Für den großen Wurf reicht es aber bei weitem nicht. Mein Interesse hat nach den ersten paar Folgen der Zweiten Staffel insgesamt deutlich abgenommen. Die erste Staffel profitierte noch sehr stark von ihrem großen Unterschied zum großen Bruder The walking Dead. Das Setting der grade erst ausbrechenden Zombieplage war erfrischend und spannend. Mit fortschreitender Zeit nähert sich Fear the walking Dead aber leider immer weiter der Hauptserie an, kann in diesem Metier aber nicht so sehr punkten wie die Originalserie.

Stolz und Vorurteil & Zombies [Verleih-Blu-Ray]

Die ersten Trailer zur etwas anderen Literaturverfilmung sahen wirklich spaßig und gut produziert aus. Daher wollte ich den Film damals eigentlich im Kino sehen. Nun ist es doch erst zum Heimkinostart etwas geworden. Rückblickend vielleicht gar nicht schlecht, denn die Trailer vermittelten einen völlig falschen Eindruck!
Erstaunlicherweise konzentriert sich der Film tatsächlich größtenteils auf den Stoff des Literaturklassikers, lässt aber den Tiefgang vermissen. Die Zombies sind über weite Strecken nur schmückendes Beiwerk. Wirklich schade, denn die Einführung des Settings weckt erstmal Neugierde, die dann aber nicht wirklich befriedigt wird. Die im Intro umrissene Welt erinnert nämlich stark an Attack on Titan oder Kabaneri of the Iron Fortress. Was bleibt ist ein sehr seichtes Drama mit ein paar Zombies. Das Zombiekonzept ist allerdings interessant, denn nach ihrer Verwandlung bleiben die zombifizierten zunächst einmal menschlich. Sie fangen nur langsam an etwas vor sich hinzufaulen und bekommen mächtigen Appetit auf Gehirne. Befriedigen sie dieses Bedürfnis nur mit tierische Hirnen bleibt ihnen ihr restlicher Verstand erhalten. Erst wenn sie menschliches Hirn verspeisen werden sie zu den klassischen Zombies. Zwar völliger Blödsinn, aber für ein filmisches Setting durchaus interessant. Wie ich eingangs erwähnte erweckte die ganze Aufmachung des Trailers den Eindruck einer Horrorkomödie. Nur leider enthält der Film bis auf die wenigen Stellen, die im Trailer bereits gezeigt wurden, keinerlei Lacher oder auch nur Schmunzler. Das Unterhaltsamste ist das Frauenbild des Films, denn das machte mir persönlich tatsächlich Spaß, denn die Frauen haben in diesem Werk eindeutig die Hosen an und behaupten sich in der damals eigentlich patriarchalischen Gesellschaft. In diesem Zusammenhang wäre noch der Vater der Schwestern hervorzuheben, der die Hauptverantwortung für die derartige Erziehung trägt. Das war sympathisch.
Trotz für einen Zombiefilm sehr hohen Budgets kann der Film in der Summe seiner Teile nicht überzeugen. Dem Film hätte eine gute Portion mehr Witz wirklich gutgetan, denn dann wäre auch auch wirklich unterhaltsam. So plätschert der Film ziemlich vor sich hin und ergeht sich in unbedeutendem Mittelmaß.

Hüterin der Wahrheit [Verleih Blu-Ray]

Der König wird tot aufgefunden. Die Spuren führen zu seinem Sohn. Doch dieser ist trotz aller offensichtlichen Spuren scheinbar nicht der Täter. Um die Schuld des Mannes festzustellen schickt man nach einer Hexe, der Beschämerin. Durch intensiven Augenkontakt ist es ihr möglich jedem Menschen alles zu entlocken, für das er sich schämt. Doch die eine Hexe reicht scheinbar nicht aus. Also schickt man nun auch noch nach ihrer sehr jungen Tochter Dina, die mit demselben Talent geboren wurde. Kann Dina Licht ins Dunkel bringen?
Diese dänische Adaption eines Jugendbuches kann sich für eine europäische Fantasy-Verfilmung wirklich sehen lassen. Die Kostüme und die Sets sind schön und wirken recht authentisch. Auch der eher geringe Einsatz von CGI tut der Produktion gut. Was man dann an CGI zu sehen bekommt bewegt sich niveaumäßig irgendwo zwischen den Effekten günstiger Serien und Hollywood-Produktionen. Daher tut die bodenständige Geschichte um Verrat unter Halbbrüdern gut daran alles klein zu halten und nur das zu inszenieren, was im Rahmen der eigenen Möglichkeiten liegt. Abgerundet wird das Paket durch durchaus gute Schauspieler. Hierbei wären besonders die Kinderdarsteller hervorzuheben. Das hört sich alles eigentlich sehr gut an, ist auch anständig gemacht, aber auf Grund der seichten Story und dem Fokus auf die sehr junge Dina wirklich eher für größere Kinder geeignet. Mir als Erwachsenem war der Film auf Dauer zu anspruchslos und nicht fesselnd genug. Mit Kindern ab vielleicht 10 Jahren ist der Film aber sicherlich als Familienunterhaltung geeignet. Er ist jedoch kein wirklicher Friede Freude Eierkuchenfilm!

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