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Quelle: Crunchyroll.com

Moin moin und Frohes Neues!

Silvester ist grade erst überstanden und schon steht das erste Review auf dem Programm. Da ich die letzten Tage ziemlich krank war habe ich Silvester im Bett verbracht und mir mal wieder einen Crunchyroll-Gästepass geschnappt um einen Titel meiner Anime-Watchlist abzuhaken.

Fakten

Anime-Serie: ReLife
Folgen: 13 á ca 23 Minuten
Genre: Slice of Life, Comedy, Drama
Setting: Highschool
Stream: Crunchyroll.com
Veröffentlicht: 24.06.2016
Bei Crunchyroll: 01.07.2016

Handlung

Arata Kaizaki ist 27, Single und NEET. Als ihm seine Eltern dann aus heiterem Himmel auch noch jegliche Unterstützung verwehren ist guter Rat teuer. Als er des Nachts völlig betrunken nach Hause wankt begegnet ihm ein Mann in seinem Alter, der ihm ein verlockendes Angebot macht: Das Unternehmen ReLife würde ein Jahr seine Lebenshaltungskosten übernehmen, wenn er im Gegenzug an einem Expieriment teilnimmt. Noch dazu winkt die Aussicht auf eine anschließende Beschäftigung.
Alles was er dafür tun muss ist eine Tablette zu schlucken. Für ein Jahr verwandelt diese ihn zurück in sein 17-jähriges Selbst. In diesem einen Jahr hat er Zeit zu sich selbst und zurück auf den rechten Pfad im Leben zu finden und wieder „gesellschaftsfähig“ zu werden. Der Haken: Alle Menschen denen er in diesem Jahr begegnet werden ihn jedoch nach Ablauf der Zeit vergessen während er alle Erinnerungen behält. Betrunken und verzweifelt, wie Arata ist, stimmt er zu und wacht am nächsten Tag als 17-Jähriger auf und sieht sich zehn Jahre später wieder mit dem Highschool-Leben im Abschlussjahrgang konfrontiert…

Kurzreview

Mit Relife erwartet den Zuschauer eine erstmal recht gewöhnliche Highschool-Slice of Life-Comedy-Serie. Die besondere Würze verleiht der Serie der Umstand, dass Arata zehn Jahre älter als seine Mitschüler ist und einige Erfahrungen mehr gemacht hat. Dies führt natürlich zu allerhand Problemen (also für den Zuschauer lustigen Situationen): Er überschätzt sein schulisches und sportliches Leistungsvermögen maßlos. Im Gegenzug durchschaut er auf Grund seines größeren Erfahrungsschatzes aber Probleme und Gefühle seiner Mitschüler mit Leichtigkeit. Wie bei jeder guten Comedy ist aber nicht immer alles nur schön und lustig. Der Protagonist hat natürlich eine düstere Vergangenheit und seine Grüne weshalb er zum NEET geworden ist. Das alles ist durchaus recht plausibel und sorgt für das dramatische Salz in der Suppe und macht den Charakter interessant. Als Hauptcharakter gefällt mir Arata sowieso recht gut, da er nicht der typische strunz dumme Außenseiter oder Lausbub ist. Seine sozialen Fähigkeiten sind sogar besonders ausgereift, so dass er auch unter seinen wesentlich jüngeren Mitschülern schnell Anschluss findet und über diesen Umstand wieder resozialisiert wird. Die anderen Charaktere sind größtenteils recht stereotyp gehalten aber sympathisch und interessant genug um sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Besonders die Supporter, die ihre Testsubjekte, wie Arata eines ist, unterstützen, heben sich hervor.
Zur konkreten Handlung möchte ich gar nicht viel verraten. Sie ist aber durchaus überzeugend und unterhaltsam. Außerdem wartet sie durchaus mit kleineren Überraschungen auf. Die Stärke der Serie ist sicherlich, dass sie bei all gelungener Komik auch immer wieder ernste Fragen aufwirft. Das geschieht mal explizit und mal implizit. Lohnt es sich Freundschaften aufzubauen, wenn alle dich nach einem Jahr wieder vergessen? Wie viel Einfluss darf ich auf das Leben anderer nehmen um ihnen mögliches Leid zu ersparen ihnen aber auch keine zwar harten aber wichtigen Erfahrungen vorzuenthalten? Und… ist es überhaupt legal, wenn sich Arata mit 27 Jahren eine 17-jährige angelt? 😉
Wie man hier gut erkennen kann, liegen Komik und Ernst durchaus nah beieinander. Der dramatische Teil hielt sich jedoch angenehm im Hintergrund, auch wenn er immer mitschwingt. Das machte die Serie für mich so unterhaltsam.
Optisch ist die Serie bei weitem nicht herausragend, sondern eher zweckmäßig. Gelegentliche Standbilder und die durchschnittliche Präsentation tun dem Unterhaltungswert jedoch keinen Abbruch. Die Serie konzentriert sich nämlich auf das was sie kann: Den Humor und die Story. Diese endet jedoch leider nach nur wenigen Monaten im Sommer (nachdem Arata mit Beginn des Schuljahres im April sein neues ReLife angetreten hat). Die Handlung umfasst also bisher nur etwa die Zeit des ersten Trimesters und deutet interessante Entwicklungen für die Zukunft an. Daher würde ich mich wirklich sehr über ein bis zwei weitere Staffeln freuen.

Fazit

ReLife fügt sich erfolgreich neben Werken wie Orange in die Reihen der Highschool/Slice of Life-Serien mit dem besonderen Etwas ein. Die „Verjüngung zur Resozialisierung“-Thematik ist frisch, unverbraucht und sorgt durch diese besondere Ausgangslange für jede Menge gelungene Gags ohne dramatische Hintergründe zu vernachlässigen oder überzustrapazieren.

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