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Quelle: http://www.sonypictures.com/movies/passengers/

Fakten

Titel: Passengers
Regie: Morten Tyldum
Genre: Science-Fiction, Romanze, Action
Studio: Columbia Pictures
Verleih: Sony Pictures Germany
Laufzeit: 117 Minuten
Erschienen: 05.01.2017

Handlung

Der Mechaniker Jim Preston befindet sich an Bord der Avalon, die sich auf einer 120 Jahre andauernden Reise zu einem neuen Heimatplaneten befindet. Die 5000 Passagiere und die Crew des Weltallkreuzers verbringen diese Zeit im sogenannten Hyperschlaf ohne zu altern. Doch Jim wacht bereits nach etwa 30 Jahren auf und ist… allein. Allein auf einem riesigen Schiff mit beschränkten Befugnissen. Die Einsamkeit des Alls zehrt an ihm. Bis er in einer der Hyperschlafkammern die schöne Schriftstellerin Aurora entdeckt. Er recherchiert nach der Frau im Bordcomputer, liest ihre Bücher und schaut ihre Bewerbungsvideos (für die Reise). Als er sich in die Journalistin verliebt wird die Einsamkeit zusehends unerträglicher. Nach einem Jahr des Alleinseins erfasst er einen folgeschweren Entschluss…

Kurzreview

Passengers hatte einen tollen Trailer. Die Handlung mutete dort zwar schon recht bekannt an, doch sah der Film dank des hohen Budgets toll aus. Aber eine Sache hat meine Neugier zusätzlich geweckt: Jim eröffnet Aurora, dass es einen Grund gibt, dass sie zu früh erwacht sind. Der Einsatz der Musik und des Schnitts im weiteren Verlauf des Trailers erweckten den Anschein, dass es eine Verschwörung oder etwas Ähnliches geben könnte. Doch leider täuschte dieser Eindruck! Denn was man Handlungstechnisch geboten bekommt ist vom Grundgerüst her leider absolute Standartkost, die man so schon zigmal gesehen hat. Beispielsweise in Pandorum. Doch warum funktioniert Passengers trotzdem ohne zu langweilen?
Zum einen sieht der Film durch den Einsatz modernster Technik wirklich schick aus. Auch das Setdesign ist in seiner Sterilität und seinem futuristischen Minimalismus sehr Stimmungsvoll. Über die Sinnhaftigkeit des Designs und der Form der Avalon lässt sich zwar streiten, doch macht auch das Raumschiff selbst schon etwas her. Dazu gesellen sich dann noch zugegebenermaßen recht spektakuläre aber wissenschaftlich eher fragwürdige Schauwerte. Etwa wenn Aurora in der Schwerelosigkeit in einer Wasserkugel gefangen ist. Oder ganz generell dann wenn die Schwerkraft aussetzt. Der Haken dabei ist, dass die künstliche Schwerkraft in aller Regel über Rotation erreich wird, was auch das Design der Avalon erklären würde, doch das Schiff niemals aufhört sich zu drehen und erst recht nicht plötzlich auf einen Schlag anhalten würde. Dazu kommt, dass nicht alles einfach plötzlich wild in die Höhe schnellen, sondern in seiner vorherigen Bewegung verharren und in entsprechender Richtung davonsegeln würde. Kleinere logische Mängel gibt es natürlich auch. Ein mechanisch-manueller Hochdruckverschluss würde wohl eher nicht durch Hebel, sondern durch Schraubräder oder ähnliches geöffnet werden. Oder die wichtigste Einrichtung der Krankenstation gäbe es bei über 5000 Menschen an Bord ganz sicher nicht nur einmalig und ohne Ersatzteile…
Aber genug von sowas. Kommen wir lieber zur größten Stärke des Films: Den Charakteren beziehungsweise den Darstellern. Denn Chris Pratt und Aurora Lane oder auch Jennifer Lawrence und Jim Preston harmonieren großartig zusammen. Es macht einfach Spaß ihnen beim neckischen Geplänkel, beim Flirten und beim Streiten zuzusehen. Ich empfand die Charaktere und ihre Beziehung dadurch sehr unterhaltsam und authentisch. Ab und zu mischt sich dann auch noch der Roboter Arthur ein. Er ist Barkeeper in einer verdächtig an Shining erinnernden Bar an Bord der Avalon und lange Zeit Jims einziger Gesprächspartner. Mit seinem einprogrammierten „Charme“ ist er außerdem für den einen oder anderen Lacher gut. Der Fokus auf die romantische Beziehung zwischen Aurora und Jim mit ihrem düsteren Geheimnis ist eine angenehme Neuerung gegenüber vergleichbaren Filmen und verleiht dem Streifen letztendlich doch eine gewisse Eigenständigkeit obwohl alles andere wohlbekannt ist. Passengers ist ein Mainstream Blockbuster, der in meinen Augen Genrefremde an Science-Fiction heranführen soll. Diese Aufgabe erfüllt der Film meiner Meinung nach auch sehr gut. Durch den im Marketing bereits geschärften Fokus auf die Romanze der beiden Protagonisten ist außerdem unschwer erkennbar, dass der Film auch Frauen besonders ansprechen soll. Aus Sicht der Marketingabteilung deckt sich diese Zielgruppe wohl zu einem guten Teil mit den Genreneulingen. Behält man dies im Hinterkopf hilft es zu verstehen warum der Film geworden ist wie er ist. Erfreulich, wenn vielleicht auch etwas unrealistisch, empfand ich zudem das Ende des Films.

Fazit

Passengers ist ein solider und unterhaltsamer aber keineswegs herausragender Science-Fiction Film für den Mainstream. Er lebt von dem tollen Darstellerduo Lawrence/Pratt und bietet einen guten Einstieg ins Science-Fiction Genre. Ein Hard Sci-Fi-Werk sollte man aber nicht erwarten.

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