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Quelle: Marvel.com

Fakten

Comic: Star Wars Kanan (Omnibus)
Autor: Greg Wiseman
Zeichner: Pepe Larraz (#1-5 & #7-11),
Jacopo Camagni (#6),
Andrea Broccardo (#12)
Verlag: Marvel
Seiten: 272
Lesezeit: ca. 190- 210 MInuten
Format: 19 x 1,9 x 28,6 cm

Handlung

Kanan und die Crew der Ghost befinden sich auf dem Weg nach Kaller. Eigentlich sollen sie nur einige Versorgungsgüter für Flüchtlinge auf Lothal abholen. Eigentlich…
Doch für Kanan ist es noch mehr: Eine Reise in seine Vergangenheit. In eine Zeit als er noch auf den Namen Caleb Dume hörte und mit seiner Meisterin Depa Billaba Seite an Seite in den Clonkriegen diente. In eine Zeit der Freude und des Leids voll schmerzlicher Erinnerungen und wichtiger Erfahrungen die den Jedi bis heute prägen und ihn zu dem machten, der er heute ist…

Kurzreview

Die Serie Kanan hat ein Alleinstellungsmerkmal unter den neuen Star Wars Marvel Comics (Ab 2015): Sie ist das bislang einzige Tie-in in eine der TV-Serien im neuen Kanon. Die Rahmenhandlung, die wie eine typische Star Wars Rebels Episode aufgebaut ist, findet irgendwann im Verlaufe der ersten Staffel eben genannter Serie statt. Fulcrum schickt die Crew der Ghost nach Kaller um dort Güter für die Flüchtlinge auf Lothal abzuholen. Doch wie das mit einfachen Botengängen immer so ist verkompliziert sich die ganze Sache ziemlich schnell. Mehr möchte ich inhaltlich gar nicht verraten. Storytechnisch ist die Rahmenhandlung jedoch ziemlich simpel und nichts Besonderes. Sie gibt der Serie jedoch eine schöne Struktur, denn die eher kurzen Episoden um die Crew der Ghost wechseln sich mit längeren Passagen, die aus Kanans Kindheit und Jugend erzählen, ab und verbinden diese miteinander. Sie funktionieren also als Stichwortgeber und Überleitungen zwischen den Episoden aus Calab Dumes Leben. Die Übergänge zwischen den Zeitebenen sind flüssig und auch optisch sehr ansprechend geworden. Passend zur Serie Rebels hat auch der Comic eine eher sehr lockere Rahmenhandlung. Trotzdem zieht sich ein roter Faden durch die 12 Einzelhefte: Der Comic schildert die wichtigsten Abschnitte und Erfahrungen die Kanan damals noch unter dem Namen Caleb machte. Es sind alles Ereignisse die seine Persönlichkeit und sein Leben massiv prägten. Wir erfahren zum Beispiel wie und vor allem wieso er der Schüler von Meisterin Billaba wurde und welche Narben die Clonkriege an ihm hinterlassen haben. Sowohl körperlich als auch seelisch. Das macht die Serie zu einer wirklich guten und sinnvollen Ergänzung zur TV-Serie. Sie hilft den zu seinem Glauben zurückgekehrten Jedi besser zu verstehen. Vor allem liefert sie Erklärungen wieso er mit Ezra umgeht wie er es eben tut.
Wer Star Wars Rebels kennt weiß natürlich, dass er sich auf den einen oder anderen Gastauftritt bekannter Figuren freuen darf. Das ist natürlich auch in diesem Comicbuch wieder so. Entsprechend der Erzählzeit gibt es Wiedersehen mit alten Bekannten aus den Klonkriegen. Einmal läuft natürlich Anakin mit R2-D2 durchs Bild. Grade im Sinne des Transmedia Stroytellings macht der Comic viel richtig. So gibt es im letzten Kapitel sogar Bezüge zum Roman A new Dawn. Das finde ich ganz persönlich natürlich super! Der Roman steht schon als Urlaubslektüre für meinen Karibiktripp in zwei Wochen im Regal 😉
Der Omnibus umfasst die gesamte Serie Kanan. Die zwölf Kapitel teilen sich zu jeweils fünf auf die beiden Arcs The Last Padawan und First Blood auf. Dabei schildert The Last Padawan Calebs/Kanans Jugendzeit während dem Ende der Clonkriege und nach den Geschehnissen der Order 66 und First Blood berichtet von Calebs Zeit als Jüngling im Tempel auf Coruscant, seinem Aufstieg zum Padawan von Meisterin BIllaba und seinen ersten Einsätzen auf den Schlachtfeldern der Clonkriege. Nach jedem Arc gibt es einen Epilog, der die Rahmenhandlung fortspinnt. Für diese Sonderkapitel zeichnen sich im wahrsten Sinne des Wortes andere Künstler verantwortlich als für die Hauptserie. In meinen Augen können diese Kapitel die optische Qualität der Haupthandlung jedoch nicht halten. Sie sehen bei weitem nicht schlecht aus! Vor allem aber gefällt mir das Charakterdesign weniger. Manchmal empfand ich die Zeichnungen als – das hört sich härter an als es gemeint ist – ein wenig deformiert, perspektivisch nicht 100%ig einwandfrei und in manchen Panels fast etwas amateurhaft in ihrer Anmutung. Das mag aber vor allem auch daran liegen, das die Zeichnungen der Kapitel 1-5 und 7-11 wirklich super sind. Ich fand das Charakterdesign sehr schön und die Gesichter unwahrscheinlich ausdrucksstark. Die Bilder sind voller Details und trotzdem strukturiert und übersichtlich und dabei sehr dynamisch. Über alle Kapitel hinweg ist auch die Kolorierung wirklich toll und stimmungsvoll. Für mich optisch sicher eine der schönsten neuen Star Wars Comicreihen.
Die Bilder profitieren vor allem von dem großen Format des Omnibus. In Höhe und Breite kommen im Vergleich zum Tade Paperback jeweils nochmal etwa zwei cm oben drauf. Da kommen natürlich die Splashpages zu Kapitelbeginn besonders gut zur Geltung. Meine Kritik an den Marvel-Comics ist ja immer das Papier. Die Seiten sind auch in diesem Omnibus verdammt dünn und leicht, haptisch also eher mittelprächtig. Andererseits sind sie trotzdem stabil, blickdicht und mit ihrem Hochglanzcharakter durchaus auch schick, wenn es denn zum Comic passt. Besonders bei kräftigen Farben und sattem Schwarz wie in diesem Fall sehen die Panels auf dem Papier schon verdammt gut aus. Ein weiterer Hingucker und auch haptisch ein wirklicher Leckerbissen ist der sehr dicke Hardcovereinband. Der wird nämlich komplett von einer zweiseitigen Splashpage geziert. Geschützt wird das Ganze durch einen Hochglanzumschlag. Aber grade bei dieser wirklich guten optisch-haptischen Aufmachung hätte ich mir etwas schwereres Papier gewünscht um diesen Eindruck zu bestätigen. Preislich liegt man übrigens knapp unter den addierten Einzelpreisen beider Trade Paperback.

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Fazit

Kanan ist vielleicht nicht mehr die neueste der Marvel Star Wars Serien aber für mich eine der besten. Allerdings sollte man die TV-Serie Star Wars Rebels vorher gesehen haben, da die Comicreihe als Tie-in konzipiert ist. Der neu erschienene schick designte Hardcover Omnibus bietet den schönen Zeichnungen mit seinem größeren Format gegenüber den Trade Paperbacks einen weiteren Pluspunkt.

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