Wenn ihr das hier zu lesen bekommt befinde ich mich grade im Urlaub. Am 15.02. bin ich dann wieder für euch Nerdmigos verfügbar. Hoffentlich mit vorbereiteten Reviews aus dem Urlaub.

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Quelle: Image Comics

Comic: Cannibal #1
Autor: J. Young & Brian Buccellato
Zeichner: Matías Bergara
Kolorist: Brian Buccellato
Verlag: Image Comics
Seiten: 32
Lesezeit: 15-18 Minuten
Format: Digital

Handlung

Mitte der Neunziger legten Überschwemmungen in Folge eines Hurrikans im Südosten der USA alte schlafende Moskitostämme in den Sümpfen frei. Diese trugen eine besonders aggressive Mutation des Geldfibervirus in sich. Um die Epidemie einzudämmen wurde überstürzt das Medikament Y-PAK auf den Markt gebracht. Dieses hatte jedoch wie sich zeigen sollte heftige Nebenwirkungen: Die Patienten verspürten plötzlich bei völliger mentaler Gesundheit einen nicht zu kontrollierenden Appetit auf Menschliches Fleisch. Die Geschichte setzt zur Zeit der ersten auftretenden Fälle von Kannibalismus ein.

Kurzreview

In dieser ersten Ausgabe wird vor allem die Ausgangssituation der Geschichte Beleuchtet. Die Stimmung wird aufgebaut und die Handlung in den Sümpfen Floridas verortet. Als Hauptcharaktere werden ein vollbärtiger Besitzer einer Bar in den Sümpfen und seine zwei erwachsenen Söhne eingeführt. Der Vater scheint ein alter in sich ruhender aber beinharter Brummbär zu sein, der seine Bar in den Sümpfen mit der nötigen Ruhe und härte Führt. Seine beiden Söhne, die scheinbar auch beide in der Bar arbeiten, sind ziemlich verschieden. Der jünger erscheinende Grady ist ein Heißsporn, der die Situation kontrollieren und selbst in die Hand nehmen will, bevor sie außer Kontrolle gerät. Bevor die Polizei etwas unternimmt trommelt er nach einem Kannibalenangriff freiwillige zusammen und nimmt die Verfolgung in die Sümpfe auf. Sein Bruder Cash hat hingegen nur seine Freundin im Kopf. Denn die Beziehung der beiden läuft super. So gut, dass er ihr einen Antrag machen will… Das Drama für den weiteren Verlauf der Serie ist vorprogrammiert.
Die Story wird sich wohl auf die kleine Gemeinde in den Sümpfen Floridas und ihren Kampf mit den Kannibalen und untereinander konzentrieren. Was tust du, wenn deine Liebsten infiziert sind und ihre Fresslust nicht mehr kontrollieren können, sonst aber noch ganz sie selbst sind? Das Ganze ist dem klassischen Zombiesetting also sehr ähnlich psychologisch aber noch etwas schwieriger, da die Betroffenen nicht untot sondern nach wie vor menschlich sind. Die Serie hat also durchaus das Potential richtig spannend zu werden. Die Beteiligung von Bestsellerautoren weckt natürlich auch Hoffnung. Die erste Ausgabe bietet bislang aber nichts Besonderes. Nein halt, das stimmt gar nicht: Von Anfang an ist bekannt, was für die Zombifi- ähm sorry, Kannibalisierung verantwortlich ist und dass es keine Chance auf Heilung gibt. Damit geht die Serie von Anfang an einen anderen Weg als man es von ähnliches Serien gewohnt ist. Ob sich dies auch im späteren Verlauf bestätigt muss man abwarten.
Optisch gefiel mir die erste Ausgabe der Serie recht gut. Das Charakterdesign ist angenehm eigenständig und recht detailliert. Auch ähnliche Charaktere wie Vater und Sohn lassen sich prima unterscheiden. Besonders in Close-Ups sind Gesichter und Mimik detailliert und aussagekräftig. Die Hintergründe sind eher grob und großflächig in gedeckten Farben koloriert. Ein besonderer Hingucker ist das Coverartwork. Das gefällt mir sogar bei zukünftigen Ausgaben sogar noch besser soweit ich gesehen habe. Das Immer gleich Layout, dass an die Label einer Spirituosen-Falsche angelehnt ist, sorgt später sicherlich für einen hübschen Gesamteindruck der Sammlung.

Fazit

Zu Beginn von Cannibal erinnert der Comic viel mehr an Zombiefilme/-Serien/-Comics als an bekannte Kannibalenstoffe wie Hannibal und unterscheidet sich überhaupt nicht von diesen. Die erste Ausgabe der Serie erweckt bisher auch nicht den Eindruck, als würde sie sich dies noch ändern. Allerdings kann man nach nur etwa 30 Seiten natürlich kein gerechtes Urteil fällen. Die erste Ausgabe hat mich jedoch nicht neugierig genug gemacht auch einmal einen Blick in die zweite Ausgabe zu werfen, auch wenn die Verortung in den Sümpfen Floridas schon ganz cool ist und so ein bisschen Southern Gothic mit ins Spiel bringt.

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