Star Wars - Eine neue Daemmerung von John Jackson Miller
Quelle: Blanvalet (https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Miller_JJStar_Wars_-_Eine_neue__161919.jpg)

Fakten

Roman: Star Wars – Eine neue Dämmerung
Autor: John Jackson Miller
Verlag: Blanvalet
Seiten: 544
Format: 12,6 x 4 x 18,7 cm
Erschienen: 15.08.2016
Preis: 9,99 €

Handlung

Das Leben auf Gorse und seinem Mond Cynda war niemals einfach oder glamourös. Das hat sich auch nach den Klonkriegen unter der Herrschaft des Imperiums nicht geändert. Es sind trostlose Orte an denen Niemand zu viele Fragen stellt und an denen man den harten Alltag in Cyndas Minen mit Alkohol und Schlägereien verdrängt. Es ist der perfekte Ort für Kanan Jarrus. Mit gefährlichen Sprengstofftransporten und als Aushilfsbarkeeper hält sich der einst als Caleb Dume bekannte untergetauchte Jedi-Padawan über Wasser, immer bereit den Planeten zu verlassen. Doch mit dem Auftauchen des imperialen Effizienzexperten Graf Vidian und der ebenso schönen wie mysteriösen Twi‘Lek Hera ändert sich einiges. Vidian ist zu allem bereit um die Produktionsraten des wichtigen Rohstoffes Thorilidium massiv zu steigern und verbreitet Schrecken im System. Hera hingegen hat ganz andere Pläne und sammelt Informationen über das Imperium und spioniert Vidian hinterher. Die junge Frau mit der betörenden Stimme stellt Kanans Leben gehörig auf den Kopf und so gerät der Draufgänger, der sich in Folge der Order 66 geschworen hat der Macht den Rücken zu kehren und keine Bindungen mehr einzugehen, mit dem Imperium aneinander…

Kurzreview

Um zu wissen, was einen erwartet, ist es Hilfreich den Roman zuerst einmal zeitlich zu verorten und die Hauptfiguren herauszustellen. So stellt man nämlich sehr schnell fest, dass sich das Buch an Fans der Animationsserie Star Wars Rebels richtet. Dementsprechend nehmen Kanan Jarrus und Hera Syndulla wieder Hauptrollen ein. Auf ein Widersehen mit der restlichen Crew der Ghost muss man jedoch verzichten. Das liegt vor allem an dem Zeitpunkt zu dem diese Geschichte spielt. Millers New Dawn schickt sich nämlich an die Lücke zwischen dem Marvel Star Wars Comic Kanan (Kanans bzw. Caleb Dumes Kindheit und Jugend als Jedi-Padawan) und der Rebels TV-Serie zu schließen. Noch genauer gesagt geht es um das Kennenlernen von Kanan und Hera und wie der Jedi letztendlich zum Crewmitglied der Ghost wurde. Passenderweise fühlt sich eine neue Dämmerung auch wie eine seeeeehr lange Star Wars Rebels Folge an. Nur ernster, erwachsener und weniger kindisch, weil Zebs und Erzas Scharmützel und alberne Droiden völlig fehlen. Subtilen Humor gibt es natürlich aber trotzdem. Etwa dann wenn Kanan versucht mit Hera oder gar der Imperialen Sternzerstörer Kapitänin Rae Sloane zu flirten und beide Damen seine Versuche eiskalt ignorieren.
Die Bühne für die Entwicklung der Beziehung der beiden Hauptfiguren bildet die Bedrohung von Gorse und Cynda durch das Imperium in Form von Denetrius Vidian. Um die ungeheuren Quotensteigerungen des Imperators und seine eigenen Ziele erfüllen zu können geht der Cyborg nämlich über Leichen und verbreitet Angst und Schrecken innerhalb der Minengilde und unter den Arbeitern der Bergbaubetriebe. Kanan hat eigentlich geschworen sich aus allem rauszuhalten, nicht aufzufallen und keine Bindungen zu entwickeln. Und vor allem kein Jedi zu sein. Hera hingegen will sich zum Wohle einer größeren Sache erst einmal bedeckt halten und lediglich Informationen über das Imperium sammeln. Doch Vidians Pläne können beide nicht einfach so geschehen lassen. Die perfekte Ausgangslage also um das Innenleben und die Motivationen beider Hauptfiguren besser kennenzulernen, denn beide müssen herausfinden auf Welcher Seite sie stehen und was sie bereit sind zu tun. Darüber hinaus müssen sie einander, also einer anderen völlig fremden Person, blind vertrauen. Hierbei ist vor allem Kanan interessant. Denn der (zumindest gefühlt) größte Teil der Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt und dreht sich um seinen inneren Zwiespalt zwischen der selbst auferlegten Vermeidung von interpersonellen Beziehungen und der Geheimhaltung seiner Identität auf der einen und seinem Unrechtsbewusstsein und seiner aufkeimenden Zuneigung zu Hera und seinem Freund Okadiah auf der anderen Seite.
Die Rahmenhandlung ist absolut solide aber bei weitem nichts Besonderes. Die Stärken oder das, was den Roman interessant macht, ist jedoch nicht die Rahmenhandlung, sondern sind, wie oben näher erläutert, das Innenleben der Figuren und vor allem der Blick auf die inneren Strukturen des Imperiums und die Ränkespielchen innerhalb des imperialen Adels. Grade auch die wirtschaftlichen Perspektiven von Denetrius Vidian oder Baron Danthe bringen neue Facetten mit ein. Neben Kanan und Hera können aber auch die Nebenfiguren durchaus überzeugen. Mehr möchte ich gar nicht verraten um die Spannung zu wahren. Gut gefiel mir auch der Schreibstil des Buches in der deutschen Übersetzung. Es gibt zwar ein paar kleinere Tipp- oder Satzbaufehler aber der Stil lässt sich im Allgemeinen sehr gefällig und vor allem sehr flott und unterhaltsam weglesen. Dazu kommen sehr kurze Kapitel, die häufig auch nur mal knappe 10 Seiten umfassen. Das machte das Buch für mich zur Ideal Urlaubslektüre da ich abends vor dem Einschlafen oder „mal eben kurz“ zwischen Duschen und Essen ein oder mehrere Kapitel lesen konnte. Aber auch bei längeren Lesesessions wurde ich gut unterhalten. Wenn man an dem Roman etwas bemängeln möchte, dann könnte man ins Feld führen, dass er eine sehr lange Exposition aufweist. Es dauert fast 200 Seiten bis die Ereignisse richtig ins Rollen kommen. Aber grade in der zweiten Hälfte legen Tempo und Spannung gehörig zu. Da der Fokus zumindest in meinen Augen jedoch auf der Beziehung von Kanan und Hera, sowie ihrem Innenleben und auf der näheren Beleuchtung imperialer Praktiken und Strukturen liegt, konnte ich mit dieser Schwäche gut leben.

Fazit

Miller füllt mit A New Dawn gekonnt die Lücke zwischen den Marvel Star Wars Kanan Comics und der TV-Animationsserie Star Wars Rebels. Der Roman versteht es das Kennenlernen und das Innenleben der Hauptfiguren Kanan Jarrus und Her Syndulla authentisch zu schildern. Zudem gewährt der Roman interessante Einblicke in imperiale Praktiken und interne Strukturen. Die Rahmenhandlung hingegen ist solide aber durchschnittlich. Für Fans von Kanan und Hera ist der Roman aber Pflicht.

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