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Quelle: Image Comics: https://imagecomics.com/uploads/releases/Demonic_01-1.png

Heute habe ich wieder einen Kommentar zu einem #1 Heft aus dem 25 Jahre Image Comics Humble Bundle für euch!

Comic: Demonic
Autor: Christopher Sebela
Zeichner: Niko Walter
Kolorist: Dan Brown
Verlag: Image Comics
Seiten: 32
Lesezeit: 15-20 Minuten
Format: Digital

Handlung

Wo ist Polizist da nur reingeraten? Als er mit seiner Kollegin am Einsatzort ankommt fällt auch prompt ein Mensch auf die Straße und verursacht eine Sauerei. Der ungeduldige Detective stürmt daraufhin die Wohnung der Tatverdächtigen und muss sich mit der besessenen Frau herumschlagen bis diese sich selbst Verbrennt um ihren Dämon loszuwerden. Doch viel mehr schockiert ihn ein Name, den die Frau nennt: Novo. If Novo wants it you will. Dies setzt Scotts Gedanken in Gang und ruft dunkler Erinnerungen und seinen eigenen Dämon Aeshma wach. Der Dämon in Gestalt einer blonden Frau zwingt Scott für ihn zu töten. Nur so könne er seine sterbenskranke Tochter retten…

Kurzreview

Die Story von Demonic fängt wie ein ganz klassischer Detective Krimi an. Doch das dunkle Geheimnis von Scott liegt in erster Linie nicht in Korruption oder ungelösten traumatischen Fällen, sondern tief in seiner Vergangenheit, die er einfach nicht hinter sich lassen kann. Was genau in seiner Kindheit Vorgefallen hat, erfährt man jedoch in der ersten Ausgabe nicht. Doch wird die gesamte Spannung um diesen Aspekt aufgebaut. Was ist damals passiert und wo sind die Verbindungen zum Hier und Jetzt? Die Besessenheit/Dämonenthematik bringt einen ganz anderen Dreh mit ins Spiel. Stimmungsmäßig erinnert das Ganze so etwas an den Film Angel Heart oder Noir Filme. Der Horror den Autor Christopher Sebela ergänzend heraufbeschwört (und am Ende der ersten Ausgabe interessant auf drei Textseiten erläutert) ist dabei sehr psychologischer Natur. Es geht in erster Linie nicht um Gewalt, Grausamkeit und Tod, sondern darum nicht Herr des eigenen Schicksals zu sein. Horror durch absolute Fremdbestimmung. Interessant ist hierbei die Transformierung des Faust-Motivs. Anders als in das Bildnis des Dorian Gray, Melmoth der Wanderer oder eben Goethes Faust geht Scott diesen Pakt mit einer teuflischen Macht nicht freiwillig und zu seinem eigenen Vorteil ein. Natürlich verspricht sich Scott eine Gefälligkeit aus der Abmachung mit Aeshma, doch in erster Linie zwingt Aeshma Scott ihren Willen auf. Dazu kommt dann noch das angespannte Verhältnis zu seiner Frau und das besondere Verhältnis zu seiner Partnerin bei der Polizei Fisher, mit der er eine Affäre gehabt zu haben scheint. Diese Mischung macht den Comic wirklich interessant. Ich möchte auf jeden Fall wissen wie es weitergeht! Und das obwohl ich den optischen Stil nicht wirklich ansprechend finde. Der irgendwie sehr retromäßige Stil mit viel Schwarz ist nach meinem Empfinden wirklich nicht schön transportiert jedoch die passende Stimmung zur Geschichte. Von daher würde ich sagen, dass der Comic in der ersten Ausgabe alles richtigmacht.

Fazit

Wer sich mit Dämonen und Film Noir-Stimmung grundsätzlich anfreunden kann und sich an dem sehr retromäßgen Stil nicht stört sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. Das verdrehte Faustmotiv und die Ausgangslage versprechen interessant zu werden!

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