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Copyright: Warner Bros. Quelle: http://www.imdb.com/title/tt4116284/

Fakten

Titel: The LEGO Batman Movie
Regie: Chris McKay
Genre: Animation, Action,
Komödie
Produktion: Warner Bros.,
DC Entertainment, Lego Systems
Verleih: Warner Bros.
Laufzeit: 105 Minuten
Erschienen: 09.02.2017

Handlung

Tag für Tag rettet Batman seine Heimatstadt Gotham. Allein als einsamer Wolf. Lediglich sein Butler Alfred steht ihm hinter den Kulissen zur Seite. Selbst seinen Erzfeind den Joker, der ihre Beziehung für etwas Besonderes hält, braucht er nicht. Als dieser es herausfindet stellen er und seine Untergebenen Ganoven sich der Polizei. Doch nicht ohne einen Plan!
Während Barbara Gordon die Nachfolge ihres Vater Commissioner Gordon als Polizeichefin antritt verkündet sie Batmans Quasi-Arbeitslosigkeit, da alle Gangster nun hinter Gittern sind. Zukünftig soll wieder die Polizei für Recht und Ordnung sorgen und keine maskierte Privatperson. Doch der Joker, mittlerweile im Gefängnis, will Batman dazu bringen ihn in die Phantomzone zu verbannen. Von seiner Geliebten Harley Quinn lässt sich der Joker jedoch wieder befreien und bringt die bösesten der Bösen mit nach Gotham um Batman ein für alle Mal zu beweisen, dass sie ohne einander nichts sind…
Batman muss sich erstmals eingestehen, dass er alleine nicht in der Lage ist die Stadt zu retten. Mit Hilfe seines Butlers Alfred, seines versehentlich adoptierten Sohnes Dick Grayson, Commissioner Gordons und seiner Tochter Barbara nimmt Batman den Kampf gegen den Joker und seine Vergangenheit auf.

Kurzreview

Um die Angelegenheit schnell vom Tisch zu haben möchte ich heute mit den negativen Aspekten des Films beginnen. Wie man aus der Handlugsangabe vielleicht bereits schließen konnte ist die Geschichte des Films sehr platt, generisch und vorhersehbar. Sie ist sehr Kindgerecht und entsprechend inszeniert. Dass hat der erste Lego-Film schon besser hinbekommen. Auch wenn im Kino bei uns wirklich viele Kinder saßen, ist der Film in meinen Augen doch eher etwas für die erwachsenen Legofans. Warum das so ist erkläre ich weiter unten. Gepaart mit der blassen teils wirklich arg kitschigen Geschichte gehen auch eher simpel gestrickte Charaktere einher. Grade bei Batman, bei dem für gewöhnlich der moralische Zwiespalt im Vordergrund steht, ist das sehr schade. Kann man über die Schwächen hinwegsehen und sie ausblenden kann der Film dennoch auftrumpfen.
Denn er sieht toll aus und ist gespickt mit liebevollen Details. Der Legolook- & -Feel ist wieder wirklich gut getroffen und kombiniert den bunten überdrehten Look des ersten Lego Movies mit den kalten und düsteren Tönen der Batmanfilme der jüngeren Vergangenheit. Das mag vielleicht etwas komisch klingen sieht aber sehr stimmig aus. Doch hin und wieder wird diese „Batman-Düsternis“, zugebenermaßen manchmal auf recht alberne und schon fast nervige Weise, durchbrochen. So ist die eine oder andere Gesangseinlage oder megakitschige Wendung der Story zu viel des Guten. Im negativen Sinne gekrönt wird das ganze vom latent schwul-rosaroten Friede-Freude-Eierkuchen Abspann mit leichtester viel zu fröhlicher Popmusik. Aber auch das ist Teil des Humors. Und zwar der Teil, der bei mir nicht gezündet hat. Zum Glück sind solche Szenen aber nur sporadisch zu finden.
Bereits bevor der Film losgeht und die Logos der beteiligten Studios und Produktionsformen über die Leinwand flimmern haut Batman die ersten Witze und lustigen Kommentare raus und setzt sofort die Stimmung für das was kommt. „Keine Ahnung was Ratpack machen, aber das Logo ist schonmal voll machomäßig, gefällt mir!“ Dies setzt auch bereits den Ton des Films – Er nimmt sich selbst kein Stück ernst bleibt dabei aber stets über der Gürtellinie und verneigt sich gleichzeitig vor einem Haufen anderer Franchises. Man merkt sofort, dass nerdige Fans am Werk sind. Ungefähr jeder Batmanbösewicht vom Joker über Harley Quinn, Bane und Clayface bis hin zu Poisen Ivy hat zumindest einen kleinen Gastauftritt. Sogar der Rest der Justice League bekommt eine Szene spendiert. Aber bei DC ist lange noch nicht Schluss! Spätestens als der Joker seine neuen Verbündeten mit Hilfe Harley Quinns aus der Phantomzone führt gehen diese Anspielungen und Huldigungen an andere Franchises richtig in die Vollen: Von King Kong über Lord Voldemort bis hin zu den Gremlins oder den Daleks aus Dr. Who gibt es gleich eine ganze Schwämme an bekannten Leinwandübeltätern. Was mir hierbei besonders positiv auffiel: Fast alle Figuren wie etwa Bane, Voldemort oder Batman selbst haben ihre deutschen Synchronstimmen bekommen, die man aus den entsprechenden Filmen kennt! So Spricht Batman etwa mit der Stimme von Christian Bale aus Nolans Dark Knight-Trilogie. Genauso wie Bane mit Tom Hardys deutscher Stimme aus The Dark Knight Rises oder Voldemort mit Ralph Fiennes deutscher Stimme aus Harry Potter gesprochen wird. Das freut natürlich das Fanherz und sorgt für weitere Schmunzler der Freude. Dieser Aspekt macht auch ganz deutlich, dass der Film eher für die Erwachsenen Fans gedacht ist. Für Nerds und popkulturell versierte Zuschauer. Denn viele Aspekte, wie etwa Richard Graysons Adoption und seine spätere Rolle als Robin oder Barbara Gordon die zum Batgirl wird, beziehen sich direkt auf die Batman-Comics und adaptieren diese lose und oft mit einem Augenzwinkern. Später bekommt „Dick“ Grayson ganz zufällig auch noch ein Nightwing-Kostüm spendiert. Außerdem werden einige ikonische Szenen oder Filmplakate bisheriger Batmanstreifen aufgegriffen und nachgestellt! Aber kurz zurück zu den deutschen Synchronstimmen. Es gibt einen Totalausfall. Dieser betrifft leider ausgerechnet den Joker, der von Let’s Player Gronkh gesprochen wird. Prinzipiell finde ich Gronkh als Sprecher eine witzige Idee. Nur nicht für die Figur des Jokers! Der Joker ist völlig wahnsinnig und manisch. Eigentlich. Durch die sehr gesetzte und entspannte Synchronisation mit Gronkhs Stimme verliert die Figur jeglichen Charme und erinnert keineswegs an den Joker den man kennt. Schade, verschenktes Potential. Dabei muss man jedoch im Hinterkopf behalten, dass Gronkh kein Sprecher/Schauspieler ist und auch nur Regieanweisungen bekommt. Aber um positiv zu schließen nochmal zurück zum erfreulichen Humor: Auch LEGO selbst nimmt sich nicht ernst und verpasst sich einen eigenen kleinen Seitenhieb, wenn Batman vor dem Kinderheim mit der Franchisekanone um sich ballert. In Sachen Spaß ist der Film also ein wahres Fest für Fans!

Fazit

Fans des typischen Lego-Humors und vor allem des DC- und Batman-Universums werden an dem Film ihre wahre Freude haben auch wenn die geniale Metaebene des letzten Legofilms fehlt. Die unzähligen popkulturellen Anspielungen und anderen Franchises, die gleich mit eingespannt werden, sorgen für jede Menge Spaß! Das kann in weiten Teilen über die sehr kitschige, generische und eher Kindgerechte Handlung hinwegtrösten.

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