Moin zusammen!

Das heutige Review fällt mal ein wenig anders aus als sonst. Das liegt einzig und allein an dem Titel den ich mir kürzlich angeschaut habe: Dem Batman Klassiker The Killing Joke. Und zwar habe ich mir den Comic inklusive Film im Amazon exklusiven und limitierten Hardcover gegönnt. Der Comic ist für mich eine Doppelpremiere, denn er ist gleichzeitig mein erster Batman- und mein erster DC-Comic überhaupt.

Fakten

Comic: Batman: The Killing Joke
Autor: Allan Moore
Zeichner/Kolorist: Brian Bolland
Genre: Animation, Action, Krimi/Thriller
Verlag: Panini
Seiten: 96
Lesezeit: Hauptstory: ca. 40-45 Minuten,
ca. Bonus: 40
Format: 17,8 x 26,8 x 1cm
Titel: Batman: The Killing Joke
Regie: Sam Liu
Drehbuch: Brian Azzarello
Genre: Animation, Action, Krimi/Thriller
Produktion: Warner Bros. Animation
Vertrieb: Warne Home Video
Laufzeit: 76 Minuten
Erschienen: 04.08.2016

Handlung

Batman ist unterwegs ins Arkham Asylum um mit dem Joker zu sprechen, denn er hat erkannt, dass ihr ewiger Kampf nur durch den Tod einer der ihren enden kann. Dieses Schicksal will er vermeiden. Doch in der Irrenanstalt sitzt nur jemand der vorgibt der Joker zu sein. Der wahre Harlekin des Hasses stattet derweil Comissioner Gorden und seiner Tochter Barbara einen Besuch ab. Dabei schießt der Joker Barbara gezielt ins Rückrad und lässt sie blutend zurück. Für den Comissioner hat er einen ganz anderen Plan: Er will beweisen, dass ein einziger schrecklicher Tag ausreichen kann um einen aufrechten Menschen zu brechen und ihn in den Wahnsinn zu treiben…

Kurzreview

Ausnahmsweise wird sich dieser Teil heute einmal aufgliedern. Zuerst werde ich meinen Eindruck des Comicbuchs schildern. Dieses Umfasst neben der Hauptstory auch noch drei Bonusgeschichten, die sich entweder um den Joker oder im weitesten Sinne um das Thema Wahnsinn drehen. Anschließend werde ich etwas über die Beiliegende Blu-Ray schreiben. Diese enthält neben dem Hauptfilm auch ein wenig Bonusmaterial.

Comic

The Killing Joke

Dieses exklusiv bei Amazon erhältliche Bundle enthält die von Zeichner Brian Bolland selbst neu Kolorierte und überarbeitete Fassung der Geschichte und die neuere deutsche Übersetzung. In der neuen Farbfassung, die alte kenne ich leider nicht, erscheint der Comic optisch durchaus zeitgemäß und detailliert. Alles sieht schön dreckig und düster aus, so wie man Batman auch aus jüngeren Filmen kennt. Das gefällt mir sehr gut und unterstreicht die Stimmung der Geschichte wunderbar.
Der eigentliche Plot der Geschichte ist relativ übersichtlich dafür aber „on Point“ und bei der Länge der Geschichte kommen absolut keinen längen auf. Im Vordergrund stehen ohnehin die Charaktere und ihre Psyche. Wobei der deutlich größere Part dem Joker gewidmet ist. Und das ist auch gut so! So cool und moralisch interessant Batman auch sein mag, der Joker ist für diese Geschichte der etwas prägendere Part. Das liegt vor allem daran, dass wir parallel zur Haupthandlung auf einer anderen Zeitlichen Ebene die Vorgeschichte des Jokers kennenlernen. Diese erklärt nicht nur den Grund für seinen Wahnsinn, sondern gleichzeitig auch für sein Experiment mit Jim Gordon. Das die Geschichte des Jokers eher eine tragische als eine komische ist dürfte klar sein. Sie ist jedoch den Umständen entsprechend – es ist eben eine Superhelden-Comic-Story – logisch und nachvollziehbar. Interessant ist jedoch, dass Joker in seinem Monolog vor dem Comossioner das Vermögen sich zu erinnern mit geistiger Gesundheit in Verbindung bringt und der Wahnsinn im Verdrängen und Ausblenden, dem Vergessen von Erinnerungen steht. Er gibt sogar zu, sich an seine Vergangenheit gar nicht mehr korrekt erinnern zu können und lieber die Wahl zwischen verschiedenen Vergangenheiten hat. Stellt man nun Rückschlüsse auf die Geschichte an, so stellt sich der Joker als unpassender Erzähler dar. So weiß auch der Leser nicht, ob er im Laufe des Comics überhaupt die Wahrheit über die Ursprünge des Jokers erfahren hat oder ob die vielleicht doch ganz anders waren. Aber auch Batman bleibt natürlich interessant. Er ist schließlich seinem eigenen Kodex verpflichtet, aber ähnlich dem Joker in seinem eigenen Wahnsinn gefangen. So möchte es jedenfalls der Joker gern sehen. Um den Kampf zu einem Ende zu bringen und den Joker zu stellen scheint Batman jedoch bereit seinen eigenen Kodex zu verletzen. Darum weiß der gerettete Jim Gordon Batman auch explizit darauf hin den Joker nach dem Gesetz(buch) zu richten.
Der stärkste Part des Comics ist jedoch das kryptische Ende. Es lässt ungemein viel Raum für Theorien und Spekulationen. Ist der Joker Tod und Batman am Ende? Gehen beide einfach ihrer Wege und machen einfach weiter wie bisher, bis zum bitteren Ende? Wer weiß! Lest den Comicklassiker einfach selbst und bildet euch ein Urteil. Grade in Verbindung mit dem letzten Witz des Jokers ist das Ende jedenfalls hochinteressant.

Bonus

Als Bonus schließt sich dem Hauptcomic eine Doppelseite mit Skizzen an. Das ist nett, aber auch schnell wieder vergessen. Als nächster Bonus findet sich die achtseitige Kurzgeschichte Ein ganz normaler Typ/An Innocent Guy von Autor und Zeichner Brian Bolland. Dies ist eher weniger eine richtige Geschichte, sondern viel mehr der Entwurf eines spannenden Szenarios um Batman herum. Es geht um einen ganz gewöhnlichen Typen, der ein gutes und gesetzestreues Leben führt. Doch nur einmal im Leben möchte der junge Mann etwas richtig böses tun. Und natürlich damit davonkommen um sein gutes Leben weiter zu führen. Mehr soll in Anbetracht des Umfangs der Geschichte von 1996 auch gar nicht erwähnt werden, schließlich liest man sie lieber selbst. Optisch sieht die kurze Story The Killing Joke sehr ähnlich. Das it auch nicht weiter verwunderlich, da sie aus der selben Zeit stammt, in der Brian Bolland The Killing Joke überarbeitet und neu koloriert hat.
Die nächste Dreingabe ist die etwas längere Geschichte Eine tödliche Liebe/Mortal Clay. Wie man aus dem Originaltitel ableiten kann handelt es sich auch hierbei nicht um eine Geschichte um den Joker sondern um den Bösewicht Clayface. Thematisch passt der Comic von 1987 jedoch trotzdem ins Buch, da es auch hier um das Thema Wahnsinn geht. Trotz der eher tragischen Geschichte bietet der Comic einige amüsante Momente. Man muss sich jedoch kurz an de aus heutiger Sicht sehr altbackenen Stil gewöhnen. Dieser ist in Sachen Farbgebung nämlich sehr bunt und eben retro. Kann man gut einmal lesen, vergisst man jedoch auch relativ schnell wieder. Den Abschluss bildet die erste Batmanstory mit dem Joker überhaupt: Der Joker/The Joker von 1940. In Sachen Spannung und Optik kann man die Geschichte komplett abschreiben. Auch die dummen Dialoge und Sprüche sind aus heutiger Sicht eher Comedy als irgendwas anderes. Interessant ist die Geschichte dennoch, da man an ihr gut ausmachen kann, wie sich der Joker im Laufe der Zeit verändert hat. In seinem ersten Auftritt kommt er nämlich eher wie ein ganz gewöhnlicher Gauner daher und nicht wie der manisch wahnsinnige Joker mit tragischer Vergangenheit als der er etwa in the Killing Joke porträtiert wird. Aus batman-historischer Sicht ist der Comic also durchaus lesenswert und rundet das Comicpaket schön ab.

Film

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Die Blu-Ray befindet sich hinten im Buch auf der Innenseite des Hardcovers.

The Killing Joke

Auf den Film war ich sehr gespannt, da er unter anderem meine Twittertimeline gespalten und polarisiert hat. Eine relative Entwarnung vorweg: Die Adaption der Comic-Story ist gelungen und dem Originalwerk sehr treu. Viele Panels und Dialogzeilen wurden 1:1 adaptiert. Die Gründe für die Aufregung waren aber auch zwei völlig andere. Fangen wir mit dem gravierenderen an.
Vor der eigentlichen Handlung des Comics wurden für den Film 30 Minuten hinzugeschrieben. Diese 30 Minuten sind nicht nur eher langweilig und haben mit der Hauptstory nichts zu tun, sondern sind auch einfach nicht gut. Platte unmotivierte Bösewichte, eher dröge Action und eine eher unwürdige Darstellung von Barbara Gordon als Batgirl. Dieser Teil widmet sich hauptsächlich dem Verhältnis zwischen Barbara in ihrer Rolle als Batgirl und Batman selbst. Hier scheitert der Film jedoch am schlechten Drehbuch und der Darstellung der jungen Frau. Natürlich ist Barbara durchaus Schlagfertig, braucht aber immer den starken Batmen der ihr zu Hilfe eilt und ist nicht die starke selbstbewusste Figur, die sei sein sollte. Die Beziehung der Beiden als Aufhänger zu nehmen um die folgende Comichandlung weiter zu dramatisieren ist durchaus ein sinnvoller Gedanke, der hier jedoch an einer schlechten Ausführung und am Drehbuch scheitert. Kommen wir nun zum zweiten Kritikpunkt, der Optik. Die düstere Stimmung des Comics geht zwar nicht völlig aber zu einem großen Teil verloren. Das liegt daran, dass man sich weniger für einen eher realistischen als für einen sehr cartoonigen Look entschieden hat. Während die Vorlage mit detaillierten Hintergründen geschmückt ist, setzt der Film eher auf einen zwar düsteren aber doch recht sterilen und eher simplen Look. Dadurch geht leider viel von der düsteren Atmosphäre verloren. Zum eher „okayen“-Look gesellen sich dann auch noch eher durchschnittliche bis sogar mal etwas hakelige unschöne Animationen. Man muss im Hinterkopf behalten, dass der Film in den USA als Direct-to-DVD-Titel geplant war und nur auf Grund der hohen Popularität der Vorlage parallel zum Heimkinostart auch in einigen Kinos gezeigt wurde.
Klammert man die schwachen 30 Minuten zu Beginn aus ist der Rest des etwa 75-minütigen Films jedoch immer noch gut, was natürlich ganz klar an der starken Vorlage liegt.

Bonus

Wie üblich finden sich auf der Blu-Ray unter anderem Trailer zum Film. Interessanter sind da schon zwei Folgen der alten animierten Batman-TV-Serie. Dazu gesellt sich noch ein recht informative First-Look-Clip zum kommen Justice League Dark Animationsfilm. An sich also keine Boni die man gesehen haben muss.

Fazit

Bei The Killing Joke handelt es sich zurecht um einen absoluten Batman- und Comicklassiker. Der Comic hat mit Sicherheit einige der jüngeren Batman-Kinofilme sehr geprägt. Die Animationsfilmadaption ist trotz einer dazu gedichteten sehr schwachen ersten halben Stunde auf Grund der hohen Werkstreue der Hauptstory ebenfalls durchaus sehenswert, bleibt hinter dem Comic aber auch wegen des cartoonigen Looks weit zurück. Mit diesem Bundle macht man, wenn man Comic und Film noch nicht kennt, jedoch nichts verkehrt.

Hier findet ihr die beschriebene Ausgabe des Comicbuchs. Hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link. Diesen Blog betreibe ich zwar nur zum Spaß und weil ich es gern möchte, doch fließen hier viel Geld (Fast alles was ich Review habe ich selbst gekauft) und vor allem noch mehr Zeit rein. Wer mich da also ein klein wenig unterstützen möchte, kann den Comic gern über diesen Link erwerben – ohne Mehrkosten natürlich.

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