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Copyright: Splitter (Quelle: http://www.splitter-verlag.eu/alice-matheson-bd-4-wer-ist-morgan-skinner.html)

Kann Spoiler zu den Bänden 1-3 enthalten!

Reviews zu den vorigen Bänden findet ihr hier: 1  2  3

Fakten

Comic: Alice Matheson Bd. 4:
Wer ist Morgan Skinner?
Autor: Stéphane Betbeder & Jean-Luc Istin
Zeichner: Federico Pietrobon
Verlag: Splitter Verlag & Leseprobe
Seiten: 48
Lesezeit: ca. 50-60 Minuten
Format: 324mm x 231mm x 9mm
Erschienen: 01.03.2017
Preis: 14,80€ (affiliate Link)

Handlung

Zurück im Krankenhaus möchte Schwester Alice Matheson endlich herausfinden was Morgan Skinners Geheimnis ist und was er über ihr „Hobby“ weiß. Ein Neugeborenes in der Pädiatrie rückt dabei in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit, denn Skinner kümmert sich auffällig intensiv um das Kind und scheint ein gesteigertes Interesse an dem Säugling zu haben. Grade als sie sich mit dem Kind befassen will gerät sie unfreiwillig in eine Geiselnahme und bekommt einen Teil der Antworten auf ihre Fragen auf dem Silbertablett serviert. Bevor die Lage jedoch völlig aus dem Ruder läuft entkommt Matheson der Situation und kann sich endlich daran machen herauszufinden welche Rolle Skinners verstorbene Frau in all dem Chaos spielt…

Kurzreview

Nachdem der Handlungsbogen um Alices geheime Forschungseinrichtung und ihre alte Freundin Amy Horton Abgeschlossen ist verlagert sich die Handlung wieder mehr ins Krankenhaus. Alice hat Morgan Skinner nun ganz nach oben auf ihre To-Do-Liste gesetzt und will unbedingt herausfinden was er zu verbergen hat, denn er scheint ihr ebenfalls auf der Spur zu sein. Um im Fall der Fälle etwas gegen ihn in der Hand zu haben führt ihre Suche sie auch in die Pädiatrie des Krankenhauses. Hier kommt es zu einem überraschenden Zwischenfall, der immer schlimmer wird. Als es richtig brenzlig wird ist Schwester Matheson aber längst schon nicht mehr vor Ort und setzt ihre Recherchen an anderer Stelle fort. Immer wieder bekommen wir die Geschichte zudem aus Skinners Perspektive zu sehen, was für ein differenziertes Bild der Lage sorgt.
Das Ganze ist durchweg spannend und interessant erzählt und pflegt geschickt weitere Nebenhandlungsstränge in die Narration mit ein. So hat Skinner nicht nur etwas mit dem Neugeborenen zu schaffen, sondern wird auch noch mit einem das Kind betreffenden Rechtsstreit bedroht um ein Beispiel zu nennen. So fühlt sich die Reihe immer mehr wie eine Krankenhaus-Soap an, zwar wie eine mal gaaaaanz andere, aber immer noch wie eine Soap. Das ist in diesem Kontext jedoch gar nicht despektierlich gemeint, sondern fügt sich gut ins Gesamtbild und macht den Charme der Serie aus. Auffallend ist außerdem, dass Alice in diesem Band zum ersten Mal nicht zu physischer Gewalt greift, sondern ihre Probleme auf cleverere Art und Weise zu lösen versteht. Das zeichnet nochmal ein genaueres Bild der Hauptfigur. Gleichzeitig ist der Band jedoch auch der bisher brutalste der Serie, denn es gibt immer mehr Zombies und auch im Krankenhaus, das bisher noch relativ sicher war, läuft einiges schief. Was es bedeutet, dass die Pädiatrie abgeriegelt werden muss, überlasse ich einmal eurer Vorstellungskraft…
Die Serie erreicht so langsam ihren Höhepunkt und fängt an die ersten Handlungsstränge aufzulösen und wird in den nächsten Zwei Bänden wohl wieder alle Stränge zusammenführen und allerhand Fragen zu klären haben. Band vier fängt hier mit der Lüftung Skinners Geheimnisse an. Doch alles ist noch längst nicht erklärt! Ein Motiv hätte er, doch hat Skinner wirklich etwas mit den wandelnden Toten zu tun? Das bleibt abzuwarten. Ich möchte jedenfalls gerne wissen wie es weitergeht! Doch bis Mai ist nun noch Geduld angesagt, denn dann erscheint Band fünf der französischen Comicserie.
Der Erzählton und die Optik der Serie bleiben wie bisher gehabt sehr filmisch, auch wenn Istin nur noch als Co-Autor tätig ist und Stéphane Betbeder als Autor geführt wird. Auch die Zeichnungen stammen wieder aus der Feder eines anderen Zeichners, behalten jedoch den sehr filmischen Stil und die Charakterdesigns bei. Wie mir bei der Serie immer wieder auffällt sind die meisten Seiten weiß. Nur was sich nachts im Geheimen abspielt ist auf schwarzem Hintergrund angeordnet. Das trägt unterbewusst sehr viel zu Stimmung bei und gefällt mir sehr gut. Seitens Splitter hat man auch mal wieder gute Arbeit geleistet. Das tolle Papier und die schöne Hardcovergestaltung sind immer wieder Highlights. Bei der Übersetzung sind mir leider zwei oder drei kleinere Tippfehler aufgefallen, aber Alles in Allem ist es wieder ein schönes Album geworden.

Fazit

Wie bisher jeder Band um Schwester Matheson und ihr „Hobby“ birgt auch das inzwischen vierte Album wieder Neues ohne dabei alte Stärken zu vernachlässigen. Der Höhepunkt rückt immer näher und die Zombies ziehen immer engere Kreise. Erste Fragen werden bereits beantwortet doch ist immer noch vieles ungeklärt, was mich mit Spannung auf den nächsten Band warten lässt.

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