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by Ian Bertram, Colors: Dave Stewart, Dark Horse Comics (Quelle: https://www.darkhorse.com/Books/25-605/House-of-Penance-TPB

House of Penance (Comic TPB, Dark Horse Comics)

Manchmal gibt es Werke, bei denen weiß man nicht so recht was man von ihnen halten soll oder hat es schwer die eigene Meinung in Worte zu fassen. Genau so eine Graphic Novel ist House of Penance. Im Zentrum der Geschichte steht die Witwe Winchester, eine der Erben des gleichnamigen Waffenfabrikanten. Doch statt an Absatz und Profit durch Waffenverkäufe ist Lady Winchester viel mehr am Einsammeln und Einschmelzen von Waffen interessiert. Aus dem Metall lässt sie Hämmer herstellen. Denn sie ist überzeugt, dass auf ihrer Familie als Strafe für all das Blutvergießen, dass sie mit ihren Waffen ermöglicht haben, ein Fluch lastet. Dieser Fluch nahm ihr bereits Mann und Tochter. Der einzige Weg den Fluch abzuwenden ist der Bau eines monströsen Hauses. Es ist nie fertig. Es wird immer an-, ab- und umgebaut, denn die Hammerschläge der Bauarbeiter dürfen niemals verstummen. Sie ähneln dem Geräusch eines Schusses und helfen die bösen Geister, die nach Lady Winchester trachten, zu vertreiben. Um ihr Werk zu bewerkstelligen bietet Sie jedem im Austausch gegen seine Waffen und Arbeitskraft Obdach. So kann rund um die Uhr in mehreren Schichten gearbeitet werden um das Böse fernzuhalten…

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by Ian Bertram, Colors: Dave Stewart, Dark Horse Comics

Wie man schon ahnen kann ist die Story etwas eigen und driftet ein wenig ins mystisch-esoterische. Die Geschichte gefiel mir dabei aber eigentlich ganz gut und Lady Winchester mochte ich. Auch wenn der Leser die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt bekommt wirkt die Erzählweise doch manchmal etwas distanziert obwohl man sogar Träume oder Visionen der Heldin miterlebt. Der Funkte ist bei mir also nicht vollends übergesprungen. Trotzdem hat mich der Band über die Dauer von etwa 90 Minuten gut unterhalten. Dazu trägt auch der stimmige Akzent bzw. die Mundart einiger Charaktere bei. Manchmal stockte darum aber kurz und musste einen Satz zweimal Lesen. Wirklich hervor sticht der Comic aber weder durch seine Handlung noch seine Figuren sondern viel mehr durch die Optik. Die ist auf den ersten Blick nicht klassisch schön. Die Figuren sind eher hässlich und die Hässlichkeit wird durch den Stil auch noch besonders betont. Gleichzeitig sieht der Comic in Schwarz, gelb, blau und kräftigem Rot jedoch auch wirklich toll aus! Anders und Besonders. Zudem verstecken sich überall eklige Tentakel, die den Fluch symbolisieren und wohl eher metaphorisch zu deuten sind. Ganz besonders stechen vor allem ganzseitige Panels oder die Titelseiten der einzelnen Kapitel hervor. Davon würde ich mir sogar welche an die Wand hängen!
Wer mal einen etwas anderen Comic lesen möchte kann auf jeden Fall mal zugreifen! Der Comic ist mir 17,99€ jedoch relativ teuer.

Dragon – Love is a Scary Tale (Film, Amazon Instant Video)

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Dragon, Splendid Film, (Quelle: http://splendid-film.de/webfile/img/17000/y=1600/Dragon-iTunes.jpg)

Die Story der russischen Blogbusterproduktion ist schnell erzählt und recht überschaubar: Die jüngere Tochter des Herzogs soll mit dem Enkel des „Drachentöters“ verheiratet werden. Dessen Großvater hat das Land vor vielen Jahren von dem Drachen befreit, der nur durch die Opferungen von Jungfrauen einigermaßen besänftigt werden konnte. Die anstehende Hochzeit soll solch eine Opferung nachstellen um den Drachentöter zu ehren. Wie schon zu alter Zeit wird dabei das Lied angestimmt, mit dem traditionell der Drachen gerufen wurde. Und wieder allen Erwartungen taucht plötzlich ein Drachen auf und entführt die Braut auf seine einsame Insel mitten im Meer.
Optisch orientiert sich der Streifen augenscheinlich an Peter Jacksons Hobbit Trilogie (Die winterliche Stadt am Wasser wirkte schon etwas abgekupfert). Alles wird jedoch in einem etwas kleineren Rahmen gehalten. Das ist durchaus passend und ein kluger Schachzug um die Kosten im Rahmen zu halten denke ich mir. Trotzdem bietet der Filme recht viel CGI – allem voran natürlich der Drache – und die sieht auch noch gut aus und muss einen internationalen Vergleich nicht schauen. Selbst in Portraitaufnahmen sieht der Drachen durchaus authentisch aus. Der Soundtrack ist genreüblich und sticht weder negativ noch positiv hervor.

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Zeitgemäße CGI in „Dragon“, Splendid Film

Wer sich weder an der vorhersehbaren Handlung noch dem Fokus auf die sehr seichte Romanze stört und Fantasy oder Märchen mag sollte mal einen Blick riskieren.

The great Passage (Anime TV-Serie, Amazon Instant Video)

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Key Visual, Quelle: http://www.crunchyroll.com/anime-news/2016/10/03/the-great-passage-reveals-new-key-visual-for-october-debut

Habt ihr euch schon mal gefragt wie ein neues Wörterbuch entsteht und was für Menschen dieser Arbeit nachgehen? Ne? Ich auch nicht. Schließlich gibt es bei uns nur den Duden. Und der ist recht unspektakulär. In Japan sieht die Sache allerdings anders aus. Mit ihren verschiedenen Schriften, Dialekten und unfassbar vielen Synonymen ist die Sprache in Sachen Wortschatz scheinbar um einiges umfangreicher als unsere. Daher hat dort jeder große Verlag mindestens ein Wörterbuch mit seinen gewissen Eigenheiten, einem eigenen Charakter. Und um die Entstehung genau eines solchen Wörterbuchs dreht sich die Slice of Life Serie Fune o Amu. Im Zentrum steht der schüchterne Mitsuya Majime, der neu in die Abteilung kommt und dort seine Fähigkeiten einbringen kann. Dabei blüht er immer mehr auf. Majimes Privatleben und das der anderen Redaktionsmitglieder machen nur einen Teil der Geschichte aus und sorgen für die menschliche Note. Im Kern dreht sich in den 11 Folgen alles um die Arbeit an dem „Daitokai“ und vor allem um die Schwierigkeiten, die bei der Zusammenstellung des Wörterbuches aufkommen. Slice of Life-typisch ist das Erzähltempo sehr gemächlich. Der Erzählton ist zudem sehr nüchtern. Emotional wird es nur selten, was auch an dem introvertierten Hauptcharakter liegt. Langweilig ist die Serie dennoch nicht, da ein großer Zeitraum abgedeckt wird. Die ersten 7 oder 8 Folgen spielen zu Beginn des Projekts. Danach gibt es einen plötzlichen Zeitsprung von 13 Jahren. Der fühlt sich aber weder erzwungen noch unpassend an, denn er eröffnet die Möglichkeit die Veränderungen, die die Figuren durchlaufen haben, zu beleuchten. Die Figuren sind dabei durchaus plausibel und handeln nachvollziehbar. Sie sind vor allem durchweg sympathisch obwohl man gefühlt recht wenig über sie lernt oder sie kein besonders aufregendes Leben zu führen scheinen. Abstriche muss man bei den Animationen machen. Oftmals wird mit festen Einstellungen gearbeitet und es bewegt sich meist nur ein winziger Teil des Bildes, wie etwa eine schreibende Hand oder der Mund beim Sprechen. Optisch ist der Anime also äußerst unspektakulär, was auch am eher dezenten und gedeckten Farbdesign liegt. Bei dem Setting und der Geschichte stört dies jedoch nicht.
The great Passage ist eine nette kleine Serie für zwischendurch. Mit ihren 11 Folgen kann man sie gut in wenigen Tagen weggucken. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt die Serie jedoch nicht, dazu ist das Setting für die Mehrheit wohl zu unspektakulär und sind die Figuren zu nüchtern.

Hinweis: Die Links der Titel sind affiliate-Links.

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