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© 2016 Twentieth Century Fox

Das Morgan Projekt

Als ich den Trailer gesehen habe, dachte ich sofort: Ah, eine Mischung aus Ex Machina und Splice, könnte spannend werden! Dass mit der Mischung aus Ex Machina und Splice kommt ziemlich gut hin. Nur dass mit cool leider eher weniger. Die grundsätzliche Handlung ist nämlich leider recht vorhersehbar, genreüblich und verpasst dabei leider eigene Ideen und somit Originalität mit ins Spiel zu bringen. Auch der finale Twist war irgendwie absehbar und wenig überraschend. Dabei fing doch alles mit dem recht spektakulären Marketingkniff an, dass der Trailer zum Film von einer künstlichen Intelligenz geschnitten wurde. Das ist doch mal eine megacoole Idee, wenn es um künstliches Leben geht. Leider hat man verpasst dieselbe Kreativität auch in den Film einfließen zu lassen.
Der Film ist bei weitem nicht schlecht, das Produktionsdesign und die Optik wissen sogar zu gefallen, doch die eher lahme Handlung und die völlig belanglosen uninteressanten Charaktere bremsen das Potential, dass im Themenkomplex der Erschaffung künstlichen Lebens liegt, ziemlich aus. Weder fiebert man mit noch werden moralische oder philosophische Fragen aufgeworfen oder gar behandelt. Was bleibt ist ein Film mit kleinen Logiklöchern, den man sich zwar gut einmal ansehen kann, den man danach jedoch ziemlich schnell wieder vergisst. Schade.

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© Splendid Fim

Train to Busan

Auf diesen Koreanischen Zombiefilm habe ich lange warten müssen und konnte ihn nun endlich sehen. Ich wurde nicht enttäuscht(!), denn Train to Busan ist einer der besten Zombiefilme der letzten Jahre. Das Besondere an dem Film ist das komprimierte Setting, denn die meiste Zeit spielt er in einem fahrenden Zug. Neu ist das natürlich nicht. Alleine schon, wenn man an Romeros Begründung des modernen Zombiefilms mit Night of the living Dead (Wohnhaus) und Dawn of the Dead (Kaufhaus) denkt, dürfte einem die eine oder andere Parallele auffallen. Denn auch in Train to Busan fördert die Zombieinvasion sowohl die besten als auch die schlimmsten Seiten der Menschen zu Tage. Dementsprechend stehen die Interaktion und die Anspannung unter den Passagieren des Zuges im Vordergrund. Hier treffen egoistische Geschäftsleute und Muttersöhnchen auf mutige Familienmenschen, die bereit sind alles zu tun um anderen zu helfen. Dementsprechend gibt es nachvollziehbare und logische Charakterentwicklungen und Konflikte – so wünsche ich mir das. Im Zentrum stehen ein alleinstehender Vater und seine kleine Tochter, die an ihrem Geburtstag unbedingt ihre Mutter besuchen will. Das Verhältnis der beiden ist alles andere als gut und innig und bietet somit eine ideale Ausgangslage für nachfolgende Entwicklungen. Ähnlich wichtig wird noch ein schwangeres Ehepaar, dass zunächst gänzlich andere Ansichten als der eher egoistische Vater des kleinen Mädchens hat. Für eine gute Dynamik aber auch Harmonie zwischen die Figuren ist also gesorgt. Vor allem sind alle wichtigen Charaktere sympathisch und tragen alle ihren Teil bei. Außerdem stellen sich die Figuren mal nicht total dämlich an und entwickeln clevere Strategien gegen die Zombies. Diese erscheinen übrigens als eine Mischung aus sehr agilen Zombies, wie man sie etwa aus World War Z oder 28 Days later kennt und sich zuckend und spastisch bewegenden Zombies aus japanischen Horrorspielen wie Silent Hill (etwa die Krankenschwestern). Der koreanische Blockbuster kann sich auch optisch absolut sehen lassen. Lediglich bei der CGI darf man kein internationales Topniveau erwarten, was mich jedoch nicht gestört hat.
Für Fans von Zombies ist Train to Busan ein Lichtblick zwischen den vielen B- und C-Movies. Klare Empfehlung!

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© Panini Comics Deutschland

Ms. Marvel Bd. 2: Im Schatten des Krieges

Ich habe lange überlegt ob ich ein Review zum zweiten Ms. Marvel Band des aktuellen Runs schreiben soll und habe mich dagegen entschieden. Aus dem ganz einfachen Grund, dass ich die letzten Wochen bereits 4 Bände der tollen Serie reviewt habe und ich kein 5. Mal in so kurzer Zeit das Selbe schreiben möchte. An dieser Stelle verweise ich für mehr also auf meine bisherigen Reviews.
Handlungstechnisch spielt der aktuelle Band im Schatten des Megaevents Civil War II. Allerdings ist die Geschichte so geschickt geschrieben, dass man nichts drumherum lesen muss, wenn man an dem größeren Event als solchem wenig Interesse hat. Ms. Marvel kann also für sich alleine stehend gelesen werden. Trotzdem wird der Konflikt thematisiert und sogar der Hauptauslöser als zentrales Thema eingebunden. Ein neuer Inhuman kann (vereinfacht gesagt) in die Zukunft sehen und so Verbrechen vorhersagen. Captain Marvel Carol Denvers betraut Ms. Marvel daraufhin mit der Aufgabe Verbrechen auf Grundlage dieser Informationen zu verhindern und Täter gefangen zu nehmen, bevor sie eine Tat begehen. Als es einen ihrer Freunde trifft merkt Kamala jedoch ziemlich schnell, dass diese Methode auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Das verkompliziert die Beziehung zu ihrem Idol Captain Marvel ungemein…
Der aktuelle Band ist die konsequente Fortsetzung der bisher veröffentlichen Geschichten um Kamnala Khan, die pakistanisch stämmige, starke, witzige und clevere Teenagerin aus New Jersey. Weiterhin muss sie sowohl als Mensch als auch als Heldin reifen, erwachsen werden, Verantwortung übernehmen, schwere Entscheidungen treffen und sich mit ihrem kulturellen Erbe und ihrer Identität auseinandersetzen. Sieht man von den ersten Kapiteln einmal ab, wird der Ton der Serie in der Hauptgeschichte deutlich ernster und der Humor wird passend etwas zurückgeschraubt. Ihren Charme verliert die Serie allerdings keineswegs, ganz im Gegenteil! Ms. Marvel ist und bleibt eine der buntesten (in verschiedensten Weisen!), witzigsten, charmantesten und besten aktuellen Serien.

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