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© Marvel & Panini Comics

Fakten

Comic: Vision Bd. 1 – Eine (fast)normale Familie
Autor: Tom King
Zeichner: Gabriel Hernandez Walta
Verlag: Panini (Marvel)
Seiten: 140
Lesezeit: ca. 75-80 Minuten
Format: 16,9 x 2 x 25,9 cm
Erschienen: 06.12.2016
Preis: 16,99€ (affiliate Link)

Handlung

Der Synthezoid und Avenger Vision, ein künstlicher Mensch, strebt danach so menschlich wie möglich zu werden. Dafür erschafft er sich eine künstliche Frau, zwei Kinder und zieht mit ihnen in einen beschaulichen Vorort von Arlington in Virgina. Die Nachbarn und Mitschüler der Visions stehen den Neuen jedoch sehr… skeptisch gegenüber, was ihnen das Einleben erschwert. So dauert es auch nicht lang, bis es zu ersten Konflikten. Ein unerwarteter „Gast“ und dessen Tod verkomplizieren die Lage ungemein – dabei wollen die Visions doch nur eines: Ein ganz normales Leben führen.

Kurzreview

Die große Stärke des ersten Vision Bandes ist die Entscheidung keine typische Superheldengeschichte zu erzählen. In erster Linie ist Eine (fast) normale Familie nämlich ein Familiendrama. Als wäre das nicht schon Anspruch genug kommt auch noch die Roboter-/Menschthematik hinzu. Als künstliche Lebensform wird die Familie von Nachbarn und Mitschülern größtenteils zwar nur kritisch beäugt, doch kommt es auch zu direkten Beleidigungen und Ablehnung. Wie geht es künstlich erschaffenen Wesen, die in ihren Emotionen vielleicht etwas eingeschränkt sind oder erstmal emotionale Erfahrungen sammeln und Bewältigungsstrategien für neue Gefühle entdecken müssen? Wie sind Teenager drauf, die keine Kindheit hatten und erst eine eigene Persönlichkeit bilden müssen? Fragen die Autor Tom King aufwirft und immer mitschwingen lässt. Dabei werden der Held selbst, seine Frau Virginia, sein Sohn Vin und seine Tochter Viv stets sehr menschlich betrachtet, was es dem Leser sehr einfach macht sich in die Familie und die Figuren einzufühlen. Das liegt auch an der Nachvollziehbarkeit der Charaktere, die alles tun würden um ihre Familie zu schützen, und daran, dass verschiedene Teile der Geschichte immer aus der Perspektive des Familienmitglieds, das die Situation erlebt hat, geschildert werden. Für die nötige Spannung sorgen die zwei Handlungsstränge der eigentlichen Story. Beide sind vom Grundprinzip eher schlicht aber fesselnd erzählt und unterhalten sehr gut. Ohne zu spoilern lässt sich jedoch nicht näher auf die beiden Vorfälle eingehen, weshalb ich sie einfach aussparen will. Auffällig aber nicht störend ist, dass weite Teile der Geschichte zusätzlich zu den Bildern nur Teilweise durch Dialoge, sondern häufig durch Offtext erklärt werden. Warum das so ist, klärt sich übrigens ganz am Ende des ersten Bandes.
Abgerundet wird der Band durch einen wie ich finde schönen und angenehmen Zeichenstil. Er ist aufgeräumt, trotzdem detailliert und legt seinen Fokus auf die Charaktere, ihre Gesten und Gesichtsausdrücke. Trotzdem sind auch einige Hintergründe sehr fein ausgearbeitet. Das leicht retromäßige und eher gedeckte Farbdesign passt prima dazu. Die einzelnen Panels sind durch weiße Zwischenräume klar voneinander abgegrenzt, was ebenfalls einen sehr aufgeräumten, mal etwas anderen ästhetischen Eindruck erweckt. Es sieht weniger dynamisch aus, misst den einzelnen Panels jedoch mehr Bedeutung bei. Mir gefällt es sehr gut. Auch Panini leistet gewohnt gute Arbeit und druckt den Comic auf angenehm dicken Paper, das sich toll und wertig anfühlt. Wer mal einen amerikanischen Marvelcomic in Händen hielt weiß was ich meine.

Fazit

Eine (fast) normale Familie ist die gelungene Marvel-Version eines Familiendramas. Die Geschichte widmet sich in erster Linie dem Leben der Familie Abseits des Avenger-Heldentums und schafft es familiäre Themen, Rassismus, Roboter-/Menschthematik und Superheldenthemen unter einen Hut zu bringen.

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