Es gibt sie… Spiele in die man dutzende, vielleicht sogar hunderte Stunden investieren kann. Multiplayer Dauerbrenner wie Battlefield oder Overwatch und Open World Giganten wie Skyrim oder Horizon Zero Dawn. Man liebt sie oder man hasst sie. Aber eines ist sicher: Ein endgültiges Urteil zu fällen ist auf Grund des Umfangs oder der Abwechslung sehr schwierig. Nach den ersten 30 Stunden Horizon Zero Dawn habe ich, wenn ich der Ingame Statistik glauben schenke, nun erst 27% des Spiels abgeschlossen und lediglich das Startgebiet durchgequestet. Zeit für ein erstes Fazit.

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Neben dem normalen Gameplay macht es bei den tollen Kulissen und schönen Beleuchtungseffekten auch viel Spaß sich im Fotomodus auszutoben.

Fangen wir mit dem offensichtlichsten an: Horizon Zero Dawn sieht einfach umwerfend aus! Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass die „popelige“ Playstation 4 in der abgespeckten Slim-Edition noch so eine wunderschöne Welt mit so lebendiger Vegetation zustande bringt – und dass durchgehend super flüssig! Im Zusammenspiel mit den sehr gelungenen Wettereffekten und der grandiosen Beleuchtung erschafft Guerrilla Games schon alleine auf der optischen Seite eine wirklich fesselnde Spielwelt, die einfach zum Erkunden einlädt. (Ich liebe den Fotomodus!) Dazu gesellen sich dann auch noch tolle Animationen, recht glaubhafte Charaktermodelle und Gesichter. Zudem wogen alle Bodenpflanzen sanft im Wind oder rascheln, wenn der Spieler die selbstbewusste rothaarige Heldin Aloy quer durch die Botanik steuert. Wo wir schon beim Rascheln sind: Auch die Soundkulisse ist wirklich toll. Der Wind heult, der Regen plätschert vor sich hin und die Maschinen stampfen, trampeln, grölen oder trompeten und tragen so enorm zur dichten Atmosphäre bei. Die Besonderheit der postapokalyptischen Spielwelt ist die Kombination aus Jungsteinzeit und Science-Fiction. Diese Melange ist frisch und erscheint neu und ich möchte unbedingt wissen was der Menschheit wiederfahren ist und wo die Maschinen herkommen!

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Das Interface ist genreüblich und zeigt die wichtigsten Informationen und Funktionen auf einen Blick…

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…Nähere Informationen, die Landkarte, das Inventar, das Questlog und das eher rudimentäre Crafting- und Verbesserungssystem sowie die Talentbäume erreichen wir über das Drücken des Touchpads.

Getragen wird das Spiel und die Haupthandlung von dem ausgestoßenen Mädchen Aloy, die zu Beginn des Spiels vor den Augen des Spielers zur selbstbewussten, starken jungen Kriegerin heranwächst, die sich trotz ihres Daseins als Ausgestoßene für andere einsetzt. Als dann endlich ihr großer Tag gekommen ist und sie in einem Wettkampf, an dem alle Heranwachsenden der Nora teilnehmen, die Chance erhält wieder in den Stamm aufgenommen zu werden läuft alles aus dem Ruder: Ein anderer Clan überfällt die heranwachsenden Teilnehmer und metzelt einen Großteil nieder. Als Überlebende mit besonderen Fähigkeiten wird Aloy auf einen Ermittlungs- und Rachefeldzug geschickt. Vor dem Hintergrund dieses großen Konflikts ordnen sich auch viele kleinere Nebenquests ein. Bislang (also im Startgebiet) sind die Quests auch recht abwechslungsreich gestaltet und fühlen sich dynamisch an. So ergeben sich häufig kleinere Questlinien durch scheinbar zufällige Begegnungen in der Wildnis. Dadurch fühlt sich die Welt lebendig und bewohnt an, das gefällt mir gut. Häufig muss der Spieler auf die Suche nach Vermissten gehen, Arzneien besorgen oder bestimmte Areale von gefährlichen Maschinen säubern. Story- und Aufgabenmäßig erfinden die Entwickler das Rad also nicht neu, fahren aber alle bekannten Geschütze auf und sorgen so für möglichst viel Abwechslung. Zusätzlich ergeben sich Aufgaben und Aufträge, wenn wir Jagdgebiete mit verschiedenen Prüfungen, Banditenlager oder verderbte Zonen entdecken. Es lohnt sich also stets die Welt zu erkunden, das motivierte mich zusätzlich. Auch bei den Gegnern wird Abwechslung großgeschrieben. Jede Maschine hat ihren eigenen Kampfstil, ihre eigenen Stärken und Schwächen und Bedarf gesonderter Strategien. Dank der präzisen und schnell zu erlernenden aber doch komplexen Steuerung und gutem Skillsystem mit Talentbäumen gestalten sich auch die Kämpfe interessant und bei neuen Gegnertypen auch mal fordernd aber nie unfair. Wenn Aloy sich über Banditenlager hermacht oder auf Rache sinnt trifft der Spieler allerdings auch auf allerhand menschliche Gegner, die es wahlweise in bester Stealthmanier oder im offenen Kampf mit Fallen, dem Nachkampfspeer oder vor allem Pfeil und Bogen zu dezimieren gilt. Bisher macht das alles auch enorm viel Spaß, aber ich habe das Gefühl, dass sich das Spiel ab der 50 Stunden Marke allmählich etwas abnutzen könnte. Designmäßig und atmosphärisch gehörte die erste Brutstätte, die ich erkunden durfte, zu meinen bisherigen Highlights. Man wähnt sich sofort in einer begeh- und spielbaren Alien und H. R. Giger-Hommage. Außerdem erfährt man hier neue Hintergründe über die Herkunft der Maschinen und erlernt ein weiteres Cooles Feature: Mit Hilfe alter Technologie der untergegangenen „Metallwelt“ lernt Aloy einigen Maschienn ihren Willen aufzuzwingen und kann sie so etwa als Kampfgefährte oder Reittier nutzen. Der Schatten der Metallwelt ist allerdings überall zu sehen. So verwenden einige Bösewichter Teile der Technologie für ihre Zwecke oder die Heldin Aloy benutzt ihren „Fokus“ um Patrouillenrouten ihrer Gegner einzublenden, interessante Orte zu untersuchen oder um Schwächen ihrer Gegner zu analysieren.

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Designtechnisch für mich ein wahres Highlight: Die Brutstätten/Breeding Grounds. H. R. Giger lässt grüßen.

Fazit

Bei so einem umfangreichen Spiel könnte ich noch mindestens zwei Seiten mehr schreiben, aber ich denke ich habe einen ersten Eindruck vermittelt. Bisher habe ich mit dem Spiel ausgesprochen viel Spaß und bin gespannt wie es weitergeht. Zusammen mit dem tollen Spielgefühl sind Welt und Handlung auf jeden Fall motivierend. Ich bin zuversichtlich, dass Spiel mit spaß bei der Sache bis zum Ende durchzuziehen. Daher eine klare Empfehlung für alle Fans von Action-Rollenspielen, Action-Adventures und lebendigen Spielwelten. Wahrscheinlich sogar einer DER PS4 Pflichttitel 2017.

Der Launch-Trailer

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