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© Disney

Fakten

Titel: Guardians of the Galaxy Vol. 2
Regie: James Gunn
Genre: Action, Science-Fiction,
Comic Verfilmung
Produktion: Disney, Marvel Studios
Verleih (Kino): Walt Disney Germany
Laufzeit: 136 Minuten
Kinostart: 27.04.2017

Handlung

Die Misfits um Star-Lord und Gamora verdingen sich als Söldner, Gauner und Retter der Galaxis. Obwohl sie ihren Auftrag erfüllt haben läuft der letzte Deal mit den Sovereign gehörig schief, denn Rocket konnte einfach nicht widerstehen zu stehlen, was sie eigentlich bewachen sollten. Grade als die hierdurch ausgelöste Verfolgungsjagd ausweglos erscheint, vernichtet ein mysteriöser Mann mit seltsamem Raumschiff die gesamte Sovereign Flotte und rettet den Guardians den Arsch. Nach einer Bruchlandung auf dem nächsten Planeten treffen sie den geheimnisvollen Fremden wieder. Es handelt sich hierbei um Peter Quills Vater, der seinen Sohn schon lange gesucht hat. Können die Freunde ihm vertrauen? Möchte er seinem Sohn von nun an wirklich nur ein guter Vater sein? Während die Guardians sich mit persönlichen Problemen und Konflikten herumschlagen, setzen die tödlich beleidigten Sovereign ein beachtliches Kopfgeld auf die Wächter aus…

Kurzreview

Der Hype um Vol. 2 ist groß nachdem der erste Teil schon als Erfolg zu verbuchen war und die ersten Trailer sehr spaßig erschienen. Eines vorweg: Der Film macht wirklich Spaß! Auf ganzer Linie überzeugen kann er jedoch leider nicht. Der Film fühlt sich an wie Episode 3-5 der ersten Staffel einer Fernsehserie. Soll heißen: Das Setting ist bereits etabliert und die über allem thronende Bedrohung durch Thanos tritt erst einmal in den Hintergrund. Dafür werden die Charaktere nun mit Tiefe, Problemen und persönlichen Konflikten ausgestattet. Hierfür genügt ein simpler und eher platter Handlungsbogen als Bühne. Die oben angerissene Handlung gibt wenig mehr her, als ich in den wenigen Sätzen beschrieben habe und ist zudem sehr vorhersehbar. Funktioniert der Film auch ohne übermäßig spannende Handlung? Ja! Aber anders als der erste Teil. Während die Handlung in meinen Augen tatsächlich etwas unbefriedigend und eher so lala ist, punktet der Film auf emotionaler Ebene dafür umso mehr. Die inneren Konflikte und die Spannungen zwischen den Figuren sind nachvollziehbar, glaubwürdig und helfen einer besseren Identifikation mit den Charakteren. Nach der ersten rosaroten Findungsphase und der Beflügelung durch die erste Rettung der Galaxis holt der Alltag die Crew um Star-Lord ein. Da ist es natürlich, dass sich erste Spannungen ergeben und man sich in der Enge eines Raumschiffs auch mal auf die Nerven geht. Dazu hat jede der Figuren natürlich auch eine Vergangenheit, die sie immer mit sich herumträgt. Star-Lord etwa hat seine Mutter früh verloren und seinen Vater nie kennengelernt. Außerdem empfindet er eine Art Hassliebe für seinen Ziehvater Yondu. Dann wären da auch noch die unausgesprochenen Gefühle für seine Begleiterin Gamora, die wiederum ein sagen wir problematisches Verhältnis zu ihrer Schwester Nebula hat und mit dem Ruf leben muss Tochter von Thanos zu sein. Auch den anderen Besatzungsmitgliedern geht es nicht anders. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Auf glaubhafte Weise schmückt dies alle Figuren, bis vielleicht auf Groot, der sich eher wenig ausdrücken kann und bei seinem schlichten Gemüt immer nur das Beste für alle und Frieden haben möchte, aus. Aber speziell Groot lockert das Ganze durch seine „Awe“ und „och Göttchen“-Momente etwas auf. Im nächsten Teil muss aber definitiv mehr her. Aber auch Nebenfiguren wie Yondu oder Nebula bekommen entsprechende Beachtung.
Die zweite Stärke des Films ist der Humor. So gibt es noch wesentlich mehr lockere Sprüche und Situationskomik als im schon lockeren ersten Teil. Die Gagdichte ist aber nochmal deutlich höher. Die meisten der Witze zünden auch. Besonders das Geplänkel zwischen Drax und dem neuen Charakter Mantis oder die Combo Rocket und Groot sind immer für einen Lacher gut. Das passt prima zum Ton des Films, denn der nimmt sich selbst nur bedingt ernst und tut auch sehr gut daran. Denn Die Geschehnisse sind noch überzogener als in Vol. 1 und teils wirklich over the Top. Aber durch die lockere Attitüde macht das einfach nur Spaß. Schon die Opening Credits, in denen Babygroot vor dem Hintergrund eines Kampfes mit einem riesigen interdimensionalen Tentakelwesen tanzt, geben die Marschroute vor. Die Konflikte der Figuren werden jedoch mich dem nötigen Ernst behandelt uns sinnvoll eingeflochten. Besonders das Ende des Films vermag dann sogar sicher dem einen oder anderen Zuschauer ein paar Tränchen zu entlocken. Passend zum lockeren Ton sind die Welten und Planeten wieder Kunterbunt und äußerst fantasievoll bis manchmal schon fast kitschig geworden. Die shiny Hochglanzoptik mit beeindruckender CGI passt perfekt dazu. Wie aber etwa bei den letzten Star Treck Filmen erschien mit vieles, besonders die Raumschiffe, zu geleckt, zu glatt und zu sauber. Da geht ein wenig Charme und Glaubwürdigkeit verloren. Diesen Anspruch hat der Film in diesen Belangen allerdings auch nicht.

Fazit

Filmisch und handlungstechnisch ist Vol. 2 der Guardians of the Galaxy zwar ein kleiner Rückschritt, doch funktioniert er als Unterhaltungsfilm wunderbar. Durch seine lockere Atmosphäre, die tollen kunterbunten Welten und den immer präsenten Humor und besser ausgearbeitete und glaubhafte Charaktere ist der Film einfach unglaublich spaßig und funktioniert auf emotionaler Ebene ausgezeichnet. Die über zwei Stunden vergehen wie im Flug.

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