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© 20th Century Fox

Da der Kinostart von Ridley Scotts Alien Covenant als Sequel zu Premetheus und Prequel der Aliensaga immer näher rückt wurde es höchste Zeit mich nach und nach mal wieder der Aliensaga zu widmen. Im Rahmen einer kleinen „Road to Alien Covenant“-Artikelserie möchte ich zu jedem der mittlerweile fünf Filme einen kleinen Kommentar abgeben.

Auf dem Rückweg zur Erde empfängt das Raumschiff Nostromo ein unbekanntes Notsignal. Auf Grund eines allgemeinen Protokolls ist die Crew zur Hilfeleistung verpflichtet und wird vom Bordcomputer aus dem Kälteschlaf geweckt. Sie verfolgen das Signal bis zu dem unwirtlichen und kalten Planeten LV-426 und stoßen dort auf ein unbekanntes verunglücktes Raumschiff. Im Inneren finden sie die sterblichen Überreste einer außerirdischen Lebensform und eine Art Nest, welches voller ungeschlüpfter Eier ist. Kane, eines der Besatzungsmitglieder, wird von einem frisch geschlüpften Alien angegriffen und gelähmt. Während Ellen Ripley, ihres Zeichens dritter Offizier an Bord der Nostromo, nach gründlicher Analyse zu dem Schluss kommt, dass es sich wahrscheinlich nicht um ein Not- sondern um ein Warnsignal handelte, wird Kane an Bord der Nostromo zurückgebracht und vom wissenschaftlichen Offizier untersucht. Ein fremder Organismus sitzt fest auf Kanes Gesicht und lässt sich nicht ohne weiteres entfernen, da das Blut des Aliens eine höchst ätzende Säure zu sein scheint und es seinen Schwanz fest um Kanes Hals gewickelt hat. Nach einiger Zeit fällt das scheinbar parasitäre Alien tot von Kanes Gesicht ab und dieser scheint wieder gesund und munter zu sein. Doch bald beginnt sich etwas in Kanes Brust zu regen und sucht sich seinen blutigen Weg nach Draußen. Das kleine Wesen versteckt sich in den Lüftungsschächten des Raumschiffs und beginnt sich zu häuten und zu wachsen…

Ridley Scotts Sci-Fi-Horror-Klassiker setzte 1979 Maßstäbe. Erstmals hatte mit Sigourney Weaver eine Frau die Hauptrolle im von Männern dominierten Actiongenre inne und H.R. Gigers oscaprämierte Vision und Version eines Aliens war und ist auch heute noch Inspiration für unzählige andere Werke. Die einfache Rahmenhandlung ist für damaligen Verhältnisse optisch und von den Kulissen her sehr ansprechend gestaltet und umgesetzt. Die Setdesigns müssen sich auch heute nicht verstecken, ganz im Gegenteil! Alles ist dreckig, abgeranzt, verlebt. Da können sich moderne CGI-Overkills mit ihren sterilen Kulissen noch einiges von abgucken. Es ist jedoch immer wieder lustig zu sehen wie man sich vor 30 oder mehr Jahren die Zukunft und Raumschiffe vorgestellt hat. Die meisten der praktische Special Effects können sich auch heute noch durchaus sehen lassen. Nur 1-2 kurze Sequenzen wirken aus heutiger Sicht vielleicht ein klein wenig unfreiwillig komisch. Andere Szenen, speziell die Ausßenaufnahmen der Nostromo, sehen auch noch heutigen Maßstäben durchaus annehmbar aus. Das Arbeiten mit detaillierten Modellen ist einfach charmanter als bloße CGI.
Bei der bedrückenden Atmosphäre kann sich allerdings so mancher moderner Sci-Fi-Horrorfilm von heute noch etwas abgucken und das obwohl nach meinem Empfinden recht stak auf den Einsatz unterstreichender Musik verzichtet wurde. Weite Teile des Raumschiffs sind nur spärlich oder gar nicht beleuchtet und hier und da tropft das ach so typische Wasser von den Decken – hat sich da noch nie jemand gefragt was Wasser da überall verloren hat? Auf einem Raumschiff!?Und warum gibt es Beleuchtung nur im Sparmodus? Dies mag man möglicherweise als logische Schwächen bezeichnen können, aber sie tragen zur Spannung und dem kühlen Ambiente bei. Ist das Alien erst einmal ins Lüftungssystem verschwunden, baut sich in dieser Atmosphäre eine permanent anhaltende Spannung auf. In jedem Schatten, in jeder Ecke könnte das ebenso ikonische wie furchteinflößende Alien lauern und vor dort aus zuschlagen.
Auch bei der digital remasterten Blu-Ray Fassung des Films haben besonders die Stimmen immer noch diesen typischen ziemlich komprimierten irgendwie harten altbackenen klang eines 70er-Jahre-Films – dies mag aber vielleicht auch an der deutschen Synchronfassung liegen. Bei dieser fällt meiner Meinung nach außerdem störend auf, dass sich die Akteure, die schließlich schon einige Zeit Tag für Tag aufeinander hocken, immer noch permanent siezen.
Alien ist absolut zu Recht ein Klassiker des modernen Hollywoodkinos und kann sich auch heute noch sehen lassen. Am besten schaut man den Film allein, in einem dunklen Zimmer ohne Störfaktoren, denn dann kann der Film sein volles Potential entfalten und seine Stärken ausspielen.

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