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© 20th Century Fox

Auf Ridley Scotts ersten Alien-Film folgte also 1986, diesmal durch James Cameron, die Rückkehr der fiesen Biester aus dem All. Die Handlung des zweiten Teils knüpft dabei nahtlos an die Ereignisse aus „Alien“ an.

Nachdem Ellen Ripley 57 Jahre lang im Kälteschlaf durch den Welttraum trieb, wird ihr Raumgleiter von einem Bergungsschiff entdeckt und zu einer Raumstation gebracht. An Bord erfährt sie, dass LV-426 (der Planet aus Teil 1) inzwischen kolonialisiert wurde. Bis der Kontakt zu besagter Kolonie unerwartet abbricht glaubt ihr Niemand die Erzählungen über die Ereignisse an Bord der Nostromo. Als einzige, die bisher Erfahrungen mit der außerirdischen Lebensform sammeln konnte, wird Ripley als Spezialistin mit einer Militäreinheit zur Kolonie auf LV-426 geschickt um die Lage zu erkunden. Das Bild vor Ort ist erschreckend: Die Truppe um Ripley trifft auf Spuren von Kämpfen und Aliennestern und auch der erste Angriff lässt nicht lange auf sich warten. Wie es scheint gibt es in der Kolonie keine Überlebenden…
Der Regiewechsel zog auch einen Stilwechsel nach sich. Weg ging es vom eher gemächlich erzählten Horror des sehr düsteren ersten Teils hin zu wesentlich mehr Action und vor allem mehr Aliens. Der Militärtruppe sei Dank kommt es nun zu der einen oder anderen Schießerei und Explosion. Leider erreicht der zweite Teil dadurch nicht mehr ganz die atmosphärische Dichte des ersten Teils und ist weniger klaustrophobisch. Die neuen Sets an sich sind aber nicht weniger stimmungsvoll und gut gestaltet als im Vorgänger. Sie werden nur anders, actionlastiger inszeniert.
Die Actionszenen sind auch aus heutiger Sicht recht ansprechend choreografiert und umgesetzt aber eher schlicht, was nicht zuletzt an der relativen Enge der Räumlichkeiten liegt. Im Gegensatz zu Teil Eins setzt Teil Zwei dafür mehr auf den bewussten Einsatz dramatischer Musik. Der Gesamte Sound sowie die Specialeffects profitieren vom technischen Fortschritt seit ’79. Allerdings kommen immer noch mechanische Puppen und Menschen in Kostümen sowie Modelle zum Einsatz. Wenn die gut gemacht sind, altern sie einfach besser als CGI. An der einen oder anderen Stelle sieht das zwar noch ein wenig altbacken – an einer Stelle sogar etwas albern – aus, in Anbetracht des Alters des Films fällt dies jedoch nicht weiter negativ auf. Im Gegensatz zur Kinofassung hält die rund 17 Minuten längere Special Edition von 1991 ein paar Hintergrundinformationen über Ripleys Person und zusätzliche Actionszenen parat, die zwar für die Handlung nicht wichtig sind, aber dem Film ein klitzekleines bisschen mehr Tiefe verleihen. Der Hauptcharakter Ripley ist ohnehin die Stärke des Drehbuchs. Im Vergleich zum ersten Film tritt Ripley zunächst als verletzte Mutterfigur auf, die über sich hinauswächst um die kleine Newt und die anderen zu retten und zu schützen. Generell sind die Charaktere etwas nachvollziehbarer und sehr glaubwürdig.

Inhaltlich ist der Film keine Offenbarung und kann atmosphärisch nicht mit dem Vorgänger mithalten, aber wegen der technischen Weiterentwicklung und der konsequenteren Ausrichtung auf mehr Actionszenen ist auch „Aliens“ ein Klassiker der anzuschauen sich lohnt.

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