Alien-3-poster
© 20th Century Fox

Im dritten Streich unter dem dritten Regisseur landet Ripley auf dem Planeten Fury 161, einer aufgegebenen Strafkolonie für männliche Schwerverbrecher. Nachdem die Säure eines Facehuggers einen Brand auf dem Schiff auslöste, wurde die Rettungskapsel in der sich Bishop, Hicks, Newt und Ripley befanden abgesprengt. Die Bruchlandung auf dem unwirtlichen Platen Fury 161 überlebt Ripley als Einzige. Oder doch nicht?
Man ahnt es schon: Natürlich hat sie etwas von der Alienbrut mit eingeschleppt und der Horror beginnt von Neuem. Finchers Alienversion stellt dabei eine teilweise Rückkeht zum Ur-Alien dar und kann als eine Mischung aus Teil Eins und Zwei gesehen werden. So gibt es wieder nur ein Alien und der Horrorfaktor ist nach Aliens wieder etwas gestiegen. Dafür fehlt die klaustrophobische Enge der Nostromo. Viel mehr lebt das Setting im Straflager von der Größe der Anlange, denn auch so weiß man nie wo man sicher ist und wo das Monster als nächstes zuschlägt. Die Story an sich zehrt unter anderem davon, dass Ripley sich als Frau unter vielen gewaltbereiten Männern, die jahrelang keine Frau gesehen haben, behaupten muss und sich wunderbar durchsetzt. Durch die Anfangs recht große Gruppe von Wärtern und Insassen ergibt sich ein relativ hoher Bodycount für den sich das Alien in bester Slasher-Manier verantwortlich zeichnet. Wirklich neu ist hieran natürlich nichts. Der Film vermag aber dennoch zu unterhalten. Das liegt vor allem an der starken Sigourney Weaver, die Ripley als starke Frau und gleichzeitig gebrochene Mutter, die mit Newt grade ihr zweites Quasi-Kind verloren hat, zu spielen vermag, denn alle übrigen Figuren sind ziemlich unbedeutend, wodurch viele Tode ihre Wirkung verfehlen. Die Mutterthematik zieht sich übrigens durch den ganzen Film und ist sehr gelungen umgesetzt. Ebenfalls durch den ganzen Film ziehen sich latente religiöse Bezüge und Themen, die allein schon durch den apokalyptischen Kult der Insassen in den Fokus rücken. Dieser Kniff erscheint allerdings etwas aufgesetzt und unnötig, fließt aber stellenweise auch durchaus schick in Finchers düstere und kühle Bilder ein. Das Strafgefangenenlager mit seinen verworrenen Gängen, großen Hallen, langen Fluren und viel abgerocktem Industrie-Charme bietet dem Geschehen eine stimmungsvolle Bühne, konnte mich aber nicht so sehr überzeugen wie die Kulissen der ersten beiden Franchiseausflüge.

Die Rückkehr zu wieder mehr Spannung und dafür weniger Action hat mit Fincher den geeigneten Regisser gefunden. Der liefert mit Alien allerdings einen eher durchschnittlichen Film ab, wenn man ihn mit Werken wie Se7en oder Gone Girl vergleicht. Das mag vielleicht auch an der aus Finchers Sicht wohl ziemlich unbefriedigenden Arbeit mit dem Produktionsstudio liegen, wer weiß.
Aber kommen wir nun zum wichtigen: Der Film ist in aktuellen Blu-Ray-Versionen sowohl in der Kinofassung als auch in der Special Edition zu finden. Die Unterschiede sind in diesem Fall ziemlich groß, denn die Special Edition ist wirklich erheblich länger als die Kinofassung. Ich habe mir die Special Edition angesehen, im internet jedoch gelesen, dass die Kinofassung vielen wohl sogar deutlich besser gefällt. Dies mag zum einen an einigen wirklich unnötigen Szenen und zum anderen an den schlechten CGI-Aliens in den Bonussequenzen liegen. Das Alien sieht hier – im negativen Sinne – wirklich grausam aus und ist schlecht animiert. Nicht einmal Farbe, Licht und Schatten passen überall zur Umgebung. Ein Satz mit X… Beim nächsten Mal werde ich mir also die Kinofassung geben. Einen detaillierten Vergleich beider Fassungen findet ihr hier.

Alien 3 ist einer von Finchers schwächsten Filmen und hat einige Schwächen, doch wegen der interessanten Mutter-Thematik und einer wirklich starken Hauptdarstellerin weiß der Film dennoch zu unterhalten, verdient aber nicht den Klassikerstatus, den seine beiden Vorgänger innehaben.

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