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Comic: Star Wars (Marvel 2015) Vol. 4: Last Flight of the Harbinger
Autor: Jason Aaron
Zeichner: Jorge Molina
Verlag: Marvel
Seiten: 152
Lesezeit: ca. 80 Minuten
Format: 17,1 x 0,6 x 26 cm
Erschienen: 31.01.2017
Preis: 12,99€ (Stand: 08.08.17)

 

Handlung

Nach den Ereignissen im Rebellengefängnis warten neue Aufgaben auf Leia, Luka und Han: Der Planet Tureen VII gehört schon länger zu den Unterstützern der Rebellion, doch nun hat das Imperium diese Verbindung aufgedeckt und den Planeten mit einer Blockade aus Sternenzerstörern isoliert um die Bevölkerung auszuhungern. Um sich für die Unterstützung zu revanchieren schmieden Luke und Leia einen ebenso riskanten wie wahnwitzigen Plan: Sie wollen mit Han, Sana und 200 Rebellen einen Sternenzerstörer kapern um mit diesem die Blockade zu brechen und Hilfsgüter auf den Planeten zu bringen. Als wäre dieses Unterfangen nicht schon schwierig genug, setzt Vader seine SCAR Troopers (Special Commando Advanced Recon) unter Leitung Commander Kreels ein um den Plan zu vereiteln…

Kurzreview

Beim inzwischen vierten Volume der Marvel Star Wars (2015) Reihe lässt sich nicht mehr so viel Neues über die Charaktere berichten. Luke ist nach wie vor mutig, versucht sich selbstbewusst seinem Erbe als letzter Jedi zu stellen und der Rebellion zum Triumpf zu verhelfen und zwischen Han und Leia knistert es gewaltig. Das macht Spaß und ist die konsequente Fortsetzung dessen was bisher geschah. Neben den Helden verfolgt der Band außerdem die Geschicke der von Kreel geleiteten Sondereingreiftruppe SCAR. Kreel und seine Elitesturmtruppler bleiben charakterlich zwar blass taugen aber als „die Bösen“ allemal. Löblich ist jedoch, dass Kreel seine Sicht auf das Imperium darlegt und anhand seines eigenen Schicksals erläutert, wie jemand zum eisernen Verfechter des totalitären Regimes werden kann ohne dabei per se böse zu sein.
Die eigentliche Geschichte ist absolut Comic-typisch. Das heißt sie ist knackig, auf den Punkt gebracht und manchmal ein kleines bisschen over the Top, was hier durchaus nicht negativ gemeint ist. Ihre Spannung bezieht die Erzählung aus ihrer Struktur, in der mit Zeitsprüngen gearbeitet wird um anschließend zu erzählen wie es zur aktuellen Lage kam. Außerdem wechselt die Erzählperspektive ständig zwischen den SCAR Troopern und den bekannten Rebellen. Passend zum wahnwitzigen Plan der Skywalker Zwillinge ist der Erzählton trotz ernsten Kriegsthematik angenehm Locker und wartet mit jeder Menge typischem Star Wars-Witz auf. Besonders Hans und Leias Wortgefechte sind wieder on Point und brachten mich mehrmals zum Schmunzeln. Die aufgesetzten „Zufälle“, wie etwa wenn Chewbacca einen Gegner gegen ein kaputtes Gerät schleudert, das dadurch urplötzlich wieder funktioniert, lasse ich mir gern gefallen. Das ist filmisch und für ein Unterhaltungsmedium durchaus legitim wenn auch nicht logisch. Nur eine Sache stört mich: Warum zum Teufel können die Menschen im Weltall nur mit Atemmaske ohne Schutzanzug überleben ohne zu erfrieren? Hmm. Okay.
Eingefasst wird die Hauptgeschichte durch ein weiteres Kapitel aus den Tagebüchern des Ben Kenobi und ein kurzes Droidenabendteuer von R2-D2. Den cartoonigen Droidenausflug kann man besten Gewissens auslassen ohne irgendwas zu verpassen. Das Kapitel aus Kenobis Tagebuch hingegen ist eine nette Fortsetzung eines früheren Kapitels. Dieses Mal muss sich Kenobi mit dem Kopfegeldjäger Black Krrsantan herumschlagen. Gleichzeitig erfährt man wieso Owen Lars wohl eher weniger gut auf den alten „Ben“ zu sprechen ist und wie Luke schon in seiner Kindheit ein außergewöhnliches Gespür aufweist und er ein guter Pilot ist. Die Stärke der eher seichten Geschichte ist aber die tolle Optik in den sanften Farbtönen Tatooines. Der sehr detaillierte Zeichenstil wirkt trotzdem licht und leicht – gefällt mir wirklich gut.
Die Hauptgeschichte übernimmt im vierten bzw. fünften Arc (wenn man Vader Down mitzählt) der vierte/fünfte Zeichner die Serie: Jorge Molina. Der beliebte Zeichner macht seinen Job sehr gut. Denn trotz detaillierter Umgebungen schafft er es, dass sich wichtige Objekte im Vordergrund deutlich abheben ohne herausgelöst zu wirken. Die kräftigen Farben und satten Schatten sorgen gepaart mit den unterschiedlichsten Perspektiven für eine gute Dynamik. Nur eines gefiel mir persönlich nicht allzu sehr: Die Charakterdesigns. Die Figuren sind nämlich recht cartoonig und heben sich somit deutlich von den bisherigen Veröffentlichungen der Serie ab. An sich ist das nicht schlecht, denn man erkennt nach wie vor jeden bekannten Charakter sofort. Es gefällt mir nur ganz persönlich nicht so sehr wie etwa der vorige von Leinil Yu gezeichnete Arc. Bei der cartoonigen Überzeichnung kommt aber die Mimik gut zur Geltung, was besonders Hans und Leias Wortgefechte nochmal amüsanter macht. Insofern: Alles richtiggemacht!
Seitens Marvel ist die Umsetzung der gedruckten US-Variante immer ein zweischneidiges Schwert. Das verwendete Hochglanzpapier bringt die Farben toll zu Geltung, ist aber sehr dünn und fühlt sich einfach nicht so schön und hochwertig an. Ausreichend blickdicht sind die Seiten trotzdem. Gegenüber den Einzelheften fühlt sich der Comic im Sammelband auch nicht so an als würde er sich relativ schnell auflösen.

Fazit

Band vier der Reihe macht da weiter wo der Vorgänger aufgehört hat entwickelt die Charaktere aber nicht nennenswert weiter. Nach der prima Dynamik zwischen den drei starken Frauen Leia/Sana/Aphra im vorigen Rebel Jail-Arc, kann der Comic die Qualität nicht ganz auf dem Niveau halten. Der Band ist trotzdem sehr unterhaltsam, spannend und kurzweilig. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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