Paper Girls Band 1

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© Cross Cult

Fakten

Comic: Paper Girls Band 1
Autor: Brian K. Vaughan
Zeichner: Cliff Chiang
Kolorist: Matt Wilson
Verlag: Cross Cult (Image Comics)
Seiten: 144
Lesezeit: ca. 80 Minuten
Format: 16,7 x 1,7 x 24,6 cm
Erschienen: 31.01.2017
Preis: 22€ (affiliate Link)

Handlung

Am frühen Morgen 1. November 1988 im beschaulichen Örtchen Stony Stream, Ohio, begibt gibt sich die 12-jährige Erin als Zeitungsmädchen, Papergirl, auf ihre Runde für den Cleveland Preserver. Als sie von einer Gruppe kostümierter Teenager bedrängt wird kommen genau im rechten Augenblick die drei Mädchen Mac, KJ und Tiffany vorbei, ihres Zeichens ebenfalls Papergirls. Um den Widrigkeiten der Halloween-Nacht zu trotzen tun sich die drei Mädels mit der Neuen Erin zusammen um ihre Runden zu fahren. Hierfür teilen sie sich in zwei Gruppen auf, die via Walkie-Talkie in Kontakt stehen. Als ein Duo von merkwürdigen Gestalten angegriffen wird eilen die anderen beiden zu Hilfe. Gemeinsam nehmen die vier Mädchen die Verfolgung auf. Ihre Jagd führt sie in ein leerstehendes Haus, in dessen Keller eine futuristische Maschine steht, die einen Stromausfall in der ganzen Stadt verursacht. Doch das ist erst der Anfang eines mysteriösen Abenteuers, dass die Mädchen ihr Leben lang nicht vergessen werden…

Kurzreview

Ich hatte von Papergirls schon viel gehört und gelesen, immerhin ist es einer DER Comichits des vergangenen Jahres. Obwohl er voll auf der Erfolgswelle des 80er-Jahres-Hypes und erfolgreicher Netflixserien wie Stranger Things mitzuschwimmen scheint schwören allerhand Leute, auf deren Meinung ich was gebe, auf den Comic. Grund genug endlich einmal reinzuschauen! Bisher fehlte mir meistens die Motivation, da ich das 80es Revival zwar nicht doof finde, aber auch absolut keinen Bezug dazu habe. Ich bin erst ’88 geboren und habe die Zeit selbst nicht erlebt. Ich habe Filme wie die Goonies nie gesehen, kenne Stranger Things nur dem Namen nach, weil ich kein Netflix-Abo habe und finde Mystery in den meisten Fällen eher so lala. Beste Voraussetzungen also damit Erin, Mac, KJ und Tiffany mich vom Gegenteil überzeugen können!
Fangen wir doch auch gleich mit den vier Mädels an, die sind nämlich eine der Stärken des Comics. Sie sind zwar alle erst zwölf Jahre alt und haben ihre Pubertät noch vor sich verhalten sich aber sehr reif, erwachsen und handeln durchaus überlegt. Die vier sind clever und vor allem taff. Allen voran die tomboysche, rauchende Mac, die immer offensiv vorangeht und auch mal einen aggressiven Ton an den Tag legt. Ihre Stelle als Papergirl hat sie von ihrem älteren Bruder „geerbt“ und somit als erstes Mädchen in der Kolonne des Cleveland Preservers den Weg für nachrückende Kolleginnen geebnet. Der Umstand, dass sich die sehr jungen Frauen in männlich dominierten Kreisen behaupten müssen, schweißt die Truppe zusammen. Bereitwillig und offen nehmen die drei gestandenen Papergirls Mac, Tiff und KJ die neue Erin bei sich auf und integrieren sie sogleich als eine der Ihren. Es ist diese kindliche vorurteilsfreie Handlung gegenüber einer neuen Kollegin und ihr gleichzeitig sehr erwachsenes Verhalten, dass die Truppe so sympathisch und cool macht. Zudem haben sie immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, greifen, wenn es sein muss, beherzt ein, setzten sich zur Wehr oder werfen mit popkulturellen Anspielungen auf die damalige Zeit um sich. Das macht schon verdammt viel Spaß. Sogar wenn man vieles davon selbst nur aus Filmen oder dem Fernsehen kennt.
Über die abgefahrene Mystery-Scifi-Zeitreise-Story möchte ich gar nicht mehr verraten, als dass es sich eben um eine solche handelt. Die Geheimnisse und Mysterien, die in Stony River nach und nach zu Tage treten und stets neue Fragen aufwerfen, tun sich grade erst auf und versprechen auch weiterhin gute Unterhaltung für nächste Bände. Für einen ersten Band kommt die Story aber schon ziemlich gut in Fahrt. Kann Vaughan dieses Tempo und die Qualität über die gesamte Serie halten wäre das schon ein ziemliches Brett.
Abgerundet wird die gut geschriebene Geschichte mit tollen Figuren durch die wirklich sehr passenden Zeichnungen von Cliff Chiang, der hier einen Stil abseits der typischen Superheldencomics verfolgt. Wenn man sich mit der von in gedeckten Gelb-, Pink-, Violett- und Blautönen gehaltenen Kolorierung in Retro-Farben anfreunden kann, sieht der Comic richtig toll aus. Mit großflächig eingesetzten Farben und wenigen Schattierungen wirkt der Comic trotz aller Details angenehm aufgeräumt und reduziert.
Auch bei Cross Cult hat man verlagsseitig alles getan um dem Comic gerecht zu werden. Der dicke sehr reduziert gehaltene eher matte Einband macht schon von außen einen tollen Eindruck und fasst sich sehr angenehm an. Innen bestätigt sich dieser Eindruck, denn auf den extrem dicken irgendwo zwischen matt und seidenmatt einzuordnenden Seiten kommen die Panels wunderbar zur Geltung. Da wünscht man sich doch glatt, dass der Comic ein größeres Format hätte.  Das handliche Format kann aber auch so überzeugen und macht sich wirklich gut im Regal. Diese sehr hohe Produktqualität hat aber auch ihren Preis: Für bummelige 75 Minuten Lesevergnügen schlägt der erste Band mit happigen 22€ zu Buche.

Fazit

Der erste Band der Mystery-Serie trumpft mit tollen Figuren, schönem Artwork und spannender Story auf. Er legt schon ein gutes Tempo vor und wirft viele Fragen auf, die im Laufe der Reihe hoffentlich aufgeklärt werden. Mehr davon bitte! Ab dem 12. Juli geht es mit Band Zwei weiter – ratet mal wer sich den zulegen wird!

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