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© Splitter Verlag

Fakten

Comic: Alice Matheson Bd. 5:
Die Obsession des Sam Gibbs
Autor: Stéphane Betbeder & Jean-Luc Istin
Zeichner: Lucio Leoni & Emanuela Negrin
Verlag: Splitter Verlag & Leseprobe
Seiten: 56
Lesezeit: ca. 45 Minuten
Format: 324mm x 231mm x 9mm
Erschienen: 01.06.2017
Preis: 14,80€ (affiliate Link)

Handlung

Band fünf der Reihe um Todesengel Schwester Matheson folgt den Geschicken des Sam Gibbs vor und während des Zombieoutbreaks. Sam ist seines Zeichens angestellter der Krankenhauswäscherei, Vollzeit-Nerd, Außenseiter und großer Survival-Horror-Fan. Als die Toten anfangen wieder aufzuerstehen sieht er seine große Chance gekommen seinem Loser-Dasein im Schatten ein Ende zu bereiten und sich als Held zu profilieren um die schöne Shirpa Rays, der er schon lange verfallen ist und nachstellt, zu beeindrucken und für sich zu gewinnen. Er schmiedet einen riskanten Plan, setzt alles auf eine Karte und legt sich dabei mit dem falschen an…

Kurzreview

Der vorletzte Band der Reihe von Jean-Luc Istin wagt einen kleinen Exkurs und entfernt sich von Hauptfigur Alice Matheson, die erst auf den letzten Seiten überhaupt vorkommt. Folglich entwickelt sich der Hauptcharakter nicht weiter. Anzumerken wäre nur, dass sich Alice auf den wenigen Seiten, auf denen sie auftritt, etwas menschlicher als gewohnt zeigt – wahrscheinlich um nach den bisherigen Ereignissen erstmal unauffälliger zu agieren. Funktioniert dieser eingeschobene Nebenstrang um eine völlig andere bis hierhin völlig unbekannte Figur? Ja, durchaus.
Die Story um Außenseiter Sam schmückt die Welt des Comics nämlich einfach weiter aus und zeigt an Hand eines Einzelschicksals auf, wie andere mit der Zombieplage umgehen. Völlig unbedeutend für die Geschichte der Reihe als Ganzes ist dieser Einschub natürlich auch nicht, denn neben Alice scheint auch Sam Gibbs dem Krankenhausdirektor Morgan Skinner allmählich auf die Schliche zu kommen. Doch was genau hat er entdeckt und was hat Skinner wirklich getan? Ohne zu spoilern lässt sich zur Handlung des Bandes gar nichts mehr verraten, da er einen in sich abgeschlossenen eher kurzen Handlungsbogen schildert, der wiederum einen kleinen Teil der Gesamtnarration behandelt. Was gibt es zu den Figuren zu sagen? Nicht viel, denn wenn man an Sam Gibbs etwas bemängeln möchte, dann dass er voll das Klischee bedient: Er ist etwas übergewichtig, trägt einen Bart, ist sozial unbeholfen, Zocker und Sammler von allerhand nerdigem Kram und hat eine fragwürdige Obsession für die unerreichbare Shirpa Rays. Das ist nun wirklich nicht neu und eben ein gängiges selbst sehr fragwürdiges Klischee. Bei Sam Gibbs und für ein Album mit abgeschlossener Geschichte funktioniert es aber recht gut und geht in Ordnung. Als Hauptfigur wäre er jedoch zu eindimensional und zu uninteressant um mehrere Bände zu füllen.
Obwohl sich schon wieder ein neuer Zeichner an der Serie versuchen darf wirkt sie optisch nach wie vor wie aus einem Guss und sieht schon recht schick aus. Dieses Mal geht es auch nochmal etwas brutaler als sonst zu werke, denn Sam Gibbs setzt sich wenig zimperlich ordentlich zu wehr und lässt all eine in Videospielen erworbenen Fähigkeiten einfließen um die Untoten zu dezimieren. Ein großer Gleichmacher, der alle Bände optisch zusätzlich zusammenhält, ist die Kolorierung. Die schicken Zeichnungen profitieren wieder vom großen Format der hochwertigen Hardcover-Splitter-Bände. Besonders stechen hier die eine ganze Seite füllenden Titelblätter der einzelnen Kapitel ins Auge.

Fazit

Bevor es ins große Finale der Serie geht wagt Istin einen kleinen Exkurs und widmet einen ganzen Band einer bis hierhin unbekannten Nebenfigur. Das funktioniert, ist unterhaltsam und schmückt den Hintergrund der Hauptgeschichte weiter sinnvoll aus. Für die große Ganze Rahmenhandlung erscheint dieser Band bisher jedoch relativ unbedeutend. Ich vermute aber stark, dass die Andeutungen der Geschichte um Sam Gibbs im letzten Band noch einmal wichtig werden oder zumindest einige Erklärungen einleiten.

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