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© Panini Verlag

Fakten

Comic: Life Zero –
Mit der Kälte kamen sie
Autor: Stefano Vietti
Zeichner: Marco Checchetto
Kolorist: Andres Mossa
Verlag: Panini
Seiten: 148
Lesezeit: ca. 75 Minuten
Format: 16,9 x 1,5 x 25,9 cm
Erschienen: 18.10.2016
Preis: 19,99€ (affiliate Link)

Handlung

Eines Tages erscheint über der Stadt eine mächtige dunkle Wolke und die Menschen unter ihr sterben wie die Fliegen – und stehen als Untote wieder auf! Inmitten diesen Chaos sitzt Captain Shako, der ehemalige Kopf einer Spezialeinheit, hinter Gittern. Seine Ex-Frau trommelt sein altes Team zusammen um ihn aus der Quarantänezone und dem Gefängnis zu befreien, denn nur er und seine Truppe, so glaubt sie, können die in der Stadt verschwundene gemeinsame Tochter aufspüren und retten. Ziemlich schnell ist klar, dass die Einheit der Truppe nur oberflächlicher Natur ist und die Untoten nicht die einzige Gefahr für Leib und Leben sind…

Kurzreview

Stefano Viettis Life Zero ist eine der wenigen Panini Eigenproduktionen. Der Italienische Comic wartet aber mit erfahrenem Autor und Künstler auf. Dementsprechend war ich sehr auf die Geschichte gespannt.
Schnell wird klar, dass der reine Plot an sich von der Ausgangslage her nichts Neues ist. Ein bisschen die Klapperschlange trifft the Walking Dead. Herausstechen will der Comic über die Kombination und über die Charaktere. Das ist natürlich sehr löblich und in den Anlagen auch gut und vielversprechend. Die Geschichte hat aber sehr stark unter ihrer Kürze zu leiden. Die Handlung ist nach etwa 75 Minuten Lesevergnügen bereits vorbei und hinterlässt so einen faden Beigeschmack, denn: Es hätte richtig gut werden können! Stattdessen hat man das Gefühl, dass so schnell wie möglich von einem wichtigen Plotpoint zum nächsten gehetzt wird. Rein narrativ kann man so natürlich ohne großen Spannungsbogen durchaus eine Geschichte erzählen. Das sollte aber nicht der Anspruch sein. Schon gar nicht da die angedeuteten Spannungen und die Familienprobleme der Figuren jede Menge Unterhaltung und vor allem Emotionalität versprechen. Leider kann jedoch nichts davon wirklich zünden, da der Leser die Figuren nicht kennt und alles gehetzt und oberflächlich abgehandelt werden muss. Mir waren die Figuren so trotz harter Schicksalsschläge leider ziemlich egal. Es ist natürlich ein Worst-Case-Szenario, wenn die Geschichte vom Anführer einer kleinen Gruppe getragen werden soll, deren interne Spannungen einen wichtigen Teil der Geschichte ausmachen. Dieser Anführer, Hauptfigur Shako, bleibt nämlich bis zum Schluss völlig undurchschaubar und vor allem unnahbar. Dabei hat der Charakter durchaus Potential: Ein schwieriges Verhältnis zu seiner Tochter, eine Exfrau, die ihm scheinbar immer noch etwas bedeutet, und Kollegen, die gar nicht so loyal sind wie sie scheinen. Wirklich schade. Die Serie hätte die doppelte Länge benötigt und vor allem verdient.
Dank des tollen Artworks von Zeichner Marco Checchetto und seinem langjährigen Koloristen Andres Mossa kann der Comic wenigstens bei der Präsentation ordentlich Punkten. Die sehr stimmige Symbiose von Stil und Farben war mir damals schon bei den Star Wars Miniserien Obiwan & Anakin sowie Shattered Empire positiv aufgefallen (Grade arbeiten beide auch wieder an der Captain Phasma-Miniserie zusammen). Bei Life Zero legen die beiden Meiner Meinung nach sogar noch eine Schippe drauf. Die stets sehr kühlen Farben und der Schnee kontrastieren einfach unglaublich gut mit den Zombies und dem nicht sparsam vergossenen Blut. Die häufig recht großen Panels kommen den Zeichnungen dann ebenfalls noch zugute. Was Übersetzung, Druck und Papier angeht liefert auch Panini selbst wieder sehr gute Arbeit.

Fazit

Der Comic bringt beste Voraussetzungen wie potentiell interessante Figuren und Konflikte sowie ein durchaus ansprechendes Setting mit, scheitert aber an seiner Kürze. Die Handlung wirkt überhastet und es wird ohne Atempause von einem Plotpoint zum nächsten gehetzt. Die Figuren bekommen so zu wenig Hintergrund und Raum zur Entfaltung, wodurch der Leser keine emotionale Nähe aufbauen kann. Das wirklich tolle Artwork kann das Werk dann noch ins Mittelmaß retten. Schade.

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