IMG_2351
© Marvel

Fakten

Comic: Star Wars: Doctor Aphra  –
Vol 1: Aphra
Autor: Kieron Gillen
Zeichner: Kev Walker
Kolorist: Antonio Fabela
Verlag: Marvel
Seiten:
144
Lesezeit:
ca. 90 Minuten
Format:
17,1 x 0,6 x 26 cm
Erschienen:
03.07.2017
Preis:
15,32 € (affiliate Link, Stand: 23.07.17)

Handlung

Nachdem Aphra ihren Tod vortäuschte um Darth Vader zu entkommen ist es höchste Zeit für die Archäologin und Schatzjägerin wieder ihrem alltäglichen Geschäft nachzugehen, schließlich hat sie allerhand Schulden abzuzahlen. Unter anderem auch bei ihrem Begleiter dem Wookie Black Krrsantan. Um ein altes Artefakt zu barer Münze zu machen sucht sie ihre alte Akademie auf.
Mit Entsetzen erfährt sie, dass man ihr den Doktor-Titel aberkannt hat. Schlimmer macht dies nur das Zusammentreffen mit ihrem Vater, der ihr eröffnet für ihre Misere verantwortlich zu sein. Trotzdem schafft er es sie zu überreden mit ihm auf die Suche nach dem lang untergegangenen Ordu Aspectu und seiner Zitadelle von Rur zu suchen, denn er hat neue Hinweise. Diese führen sie nach Yavin 4…

Kurzreview

Nach dem Ende der ersten Darth Vader Serie kam Aphra als erster Comic-Figur, die weder in einem der Filme noch in einer der Serien auftritt, die Ehre zu eine eigene Soloserie gewidmet zu bekommen. Hat sich dieses Vertrauen in die Figur und Autor Kieron Gillen bezahlt gemacht? Ja!
Denn im ersten Arc der Hefte 1-6 beziehungsweise diesem ersten Sammelband setzt Gillen genau an den richtigen Stellen an und verleugnet die Inspiration durch Indiana nicht. Die Story rund um das Vater-Tochter-Gespann erinnert wahrscheinlich nicht zufällig ein bisschen an den dritten Teil der Indiana Jones Trilogie „Der letzte Kreuzzug“. Dabei bleibt die Geschichte an sich aber selbstständig genug um als Hommage und nicht als abgekupfert zu gelten. Vor allem gegen Ende wird es wirklich spannend und wegen des Suplots, der Uneinigkeit im Jediorden vor über tausend Jahren andeuted, nochmal wirklich interessant. Die Dynamik zwischen Aphra und ihrem Vater ist dabei aber der von Henry Junior und seinem Vater während des letzten Kruezzugs ziemlich ähnlich und weiß ebenso gut zu unterhalten. Der Comic ist außerdem darauf bedacht Aphras Charakter weiter auszubauen und ihren Hintergrund auszuschmücken. So gibt es beispielsweise eine Episode aus ihrer Doktorandinnen-Zeit zu sehen. Außerdem erfahren wir etwas mehr über ihre Kindheit beziehungsweise ihre damaligen Familienverhältnisse und -Zustände, die Aphra mit zu der Frau geformt haben, die sie heute ist. Außerdem gefällt mir sehr gut, dass Gillen die Ambivalenz der Figur weiter betont. So schreckt sie einerseits nicht vor Gewalt zurück, wenn es darum geht ihre Ziele zu verfolgen, wie etwa ihre Schulden zu tilgen, verurteilt andererseits aber die Unterdrückung und Massenvernichtungen durch das Imperium. Das steht der Figur sehr gut zu Gesicht und macht sie zu mehr als einer weiblichen Indiana Jones mit großer Klappe. Wobei die female Indiana Jones in Space-Grundprämisse immer noch stets erkennbar, verdammt cool und sehr unterhaltsam ist. Für die nötige Action in Form von Waffengewalt und Schlagkraft sorgt der Wookiekopfgeldjäger Black Krrsantan, den wohl doch ein bisschen mehr als nur ihre Schulden mit ihm verbindet. Immer wieder aufgelockert wird der Comic durch das Droiden Duo BeeTee und Triple Zero, die mit ihren schwarzhumorigen zu weilen sogar wirklich makaberen Sprüchen immer mal wieder für Schmunzler sorgen und so neben Aphras rotzfrecher Art und charmant losem Mundwerk noch eine andere Art Humor bedienen.
Auf zeichnerischer Seite präsentiert sich der Comic auch wirklich ordentlich. Der Stil gegenüber der Darth Vader-Vorgängerserie hat sich mit dem Wechsel zum neuen Zeichner Kev Walker allerdings sehr verändert. Der neue Style sieht weniger digital, sondern wieder mehr handgezeichnet aus. Auf den ersten Seiten musste ich mich kurz dran gewöhnen, aber dann gefiel mit der Look im Laufe der über einstündigen Lesezeit immer besser und gegen Ende sogar wirklich gut. Nur die Rückblende zu Aphras Studienzeit stört den Fluss optisch ein klitzekleines bisschen, denn von einer Seite auf die andere wechselt die Serie für wenige Seiten plötzlich zurück zu Zeichner Salvador Larroca und den Farben von Edgar Delgado. Diese Seiten entsprechen dem Stil der vorangegangenen Darth Vader Serie und sehen ebenfalls gut aus. Nur wollen sie leider nicht so recht zum Rest passen. Da es sich um eine Rückblende handelt, ist das aber gut zu verschmerzen. Die kräftigen aber eher dunkleren Farben und stimmungsvolle Einsatz von Licht und Schatten sind in beiden Stilen ähnlich, wirken durch die unterschiedlichen Zeichenstile jedoch ein bisschen unterschiedlich. Im Gesamteindruck kann der Comic optisch aber auf jeden Fall völlig überzeugen.

Fazit

Mit dem ersten Handlungsbogen beweist Gillen, dass sein charmanter und angenehm ambivalenter Charakter Aphra im Stande ist eine Serie alleine zu stemmen. Er verleugnet dabei die Inspiration durch Indiana Jones (Der letzte Kreuzzug) nicht, schafft es aber eine eigenständige und vor allem sehr unterhaltsame Geschichte mit überzeugender Hauptfigur abzuliefern.

Advertisements