Yoda's_Secret_War_final_cover
© Marvel

Fakten

Comic: Star Wars (Marvel 2015) Vol. 5:
Yoda’s secret War

Autor: Jason Aaron
Zeichner: Salvador Larroca
Kolorist: Edgar Delgado
Verlag: Marvel
Seiten: 144
Lesezeit: ca. 70 Minuten
Format: 17,1 x 0,6 x 26 cm
Erschienen: 31.01.2017
Preis: 16,49€ (Stand: 08.08.17)

Handlung

In den Weiten des Alls vertreibt Luke Skywalker sich die Zeit damit in den Tagebüchern Obi-Wan Kenobis zu lesen. In den Aufzeichnungen findet Luke eine verborgen gehaltene Episode aus dem Leben des Jedimeisters Yoda.
Auf einem abgelegenen Planeten spürte der mächtige Jedi der Macht nach und geriet zwischen die Fronten scheinbar machtbegabter Kinder ohne Eltern, die einander erbittert bekriegen. Doch wohin sind die Erwachsenen verschwunden? Was hat es mit den blauen Kristallen und dem blauen Berg auf sich?

Kurzreview

Da Aaron in den bisherigen vier Sammelbänden und dem Vader Down Event immer mindestens solide, meist aber gute Arbeit ablieferte, war ich auf Yodas geheimen Krieg sehr gespannt. Doch leider ist der Handlungsbogen eine wirkliche Enttäuschung. Das hat im Kern zwei Gründe.
Der schwerwiegendste ist wohl, dass die fünf Kapitel die Handlung der Serie kein Stück voranbringen und nichts Anderes als Filler sind, den man getrost überspringen kann ohne etwas zu verpassen. Der zweite Schwachpunkt ist die Story an sich. Erstens funktioniert die arg konstruiert wirkende Kurzgeschichte im Star Wars Kontext überhaupt nicht, denn beispielsweise die Kristallriesen erinnern eher an tolkiensche Fantasy als an die weit, weit entfernte Galaxis. Für sich alleingenommen und ohne den Star Wars-Kontext wäre die Geschichte sicherlich auch keine herausragende Geschichte, aber immerhin eine solide. Unter der Last des Titels bricht sie jedoch leider völlig ein.
Zweitens hat die Story zum Charakter Yoda leider nicht allzu viel beizutragen, außer dass es auch mal Dinge gibt, die der Jedimeister nicht sofort versteht und es Wege gibt die Macht zu nutzen, die ihm fremd sind. Doch leider meistert er diese Hürden viel zu leicht und zu schnell. Schade, denn Yoda hätte durchaus das Potential eine spannende Hauptfigur zu sein. Wer wüsste nicht gern, wie die ganze große kleine Gestalt zu dem mächtigen und weisen Jedimeister geworden ist und welche Ereignisse sein etwa 900 Jahre langes Leben am meisten geprägt haben? Darüber hinaus gibt es auch nicht eine wirklich interessante Nebenfigur, die den Comic hätte aufwerten können. So fehlt es an Dynamik und charmanten Dialogen, die einen Großteil des Lesevergnügens der vorigen Storyarcs ausmachten.
Halten kann der Comic aber zumindest die optische Qualität. Man muss den Stil der digitalen Zeichnungen und Kolorierungen natürlich mögen, aber er passt gut zum Comic. Besonders Meister Yoda ist in jedem Panel wirklich gut getroffen. Richtiges Star Wars Feeling kommt trotz Yoda in diesem Fantasysetting allerdings leider wenig bis gar keines auf.
Das mit Abstand beste am ganzen Sammelband ist das Anual #2 Bonuskapitel aus der Feder von Kelly Thompson und mit Zeichnungen von Emilio Laiso. Das eine Kapitel um Prinzessin Leia, die vor dem Imperium flüchtet und dabei auf eine Arbeiterin und Ingenieurin, die im Bürgerkrieg gerne neutral bleiben möchte, trifft ist extrem kurzweilig und hat bei all ihrer Kürze mehr Herz und vor allem mehr Witz und Charme als die Hauptstory des Bandes. Somit ist das Anual unbedingt lesenswert und leider viel zu kurz. Ich hätte wirklich gern mehr gelesen. Auch die frische aber schicke Optik überzeugte mich auf ganzer Linie.

Fazit

Mit diesem eher schlechten als rechten Fillerarc verspielt Aaron einen Großteil seines Kredits, den er mühselig über die ersten 25 Ausgaben der Serie aufgebaut hat. Yoda’s Secret war ist als Star Wars Comic auf ganzer Linie ein Reinfall den man sich auf Grund seiner Fillernatur getrost schenken kann.

Advertisements