Moon Knight Bd. 2: Inkarnationen

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© Panini Comics

Fakten

Comic: Moon Knight Bd. 2 (Serie 2): Inkarnationen
Autor: Jeff Lemire, Doug Moench
Zeichner: Francesco Francavilla,
Bill Sienkiewicz, Greg Smallwood,
James Stotokoe, Wilfredo Torres
Tusche: Francesco Francavilla,
Greg Smallwood, Frank Springer,
James Stokoe, Wilfredo Torres
Verlag: Panini Comics / Marvel
Seiten: 116
Lesezeit: ca 30 + 40 Minuten
Format: 16,9 x 1,2 x 25,9 cm
Erschienen: 01.08.2017
Preis: 14,99 € (affiliate Link)

Handlung

Marc Spector, Jake Lockley, Steven Grant, Mr Knight und Moon Knight sind zurück! Oder doch nicht? Sind sie Real? War Konshu nur ein Traum? Das weiß keiner so genau, nicht einmal Spector selbst. Alles ist so verwirrend und durcheinander. Alles verschmilzt miteinander um im nächsten Augenblick wieder auseinandergerissen zu werden. Mark muss dringend Ordnung in sein Leben bringen, in seinen Verstand… oder war es Steven? Vielleicht aber auch Jake…

Kurzreview

Der zweite und zugleich abschließende Band von Jeff Lemires und Dough Moenchs Moon Knight Run macht genau dort weiter wo Band 1 aufhörte. Nach der Konfrontation mit Konshu erwacht Filmproduzent Steven Grant und betreut den Dreh eines Moon Knight Films. Zuerst scheint alles in Ordnung zu sein, doch dann beginnt ein für die Hauptfigur(en) und den Leser gleichermaßen ziemlich wilder und vor allem wirrer Ritt. Der Clou hierbei ist, dass die Autoren und Zeichner noch einen draufsetzen: Es gibt nicht mehr nur die scheinbare Realität und wirre Träume oder Phantasien, sondern alles mischt sich auch noch mit der Produktion eines Films oder gar mehrerer Filme in einer der möglichen Realitäten – und damit ist die Verwirrung komplett. Dieses Verwirrspiel und die Hoffnung auf Auflösung ist auch der Hauptantrieb dieses Bandes. In der Kürze von vier Einzelheften beschränkt sich die Charakterentwicklung auf ein recht überschaubares Maß, dazu gibt es einfach zu viele wichtige Figuren die teils gleichzeitig, teils abwechselnd agieren und miteinander interagieren. Marc Spectors Persönlichkeitsstörung und seine verzerrte Realitätswahrnehmung werden so allerdings perfekt herausgearbeitet und sind paradoxerweise grade durch die verwirrenden Personen- und Szenenwechsel nachvollziehbar. Ein wenig aufgelockert wird der Comic durch ein klein wenig Meta-Humor, denn Steven Grant soll für die Marvel Studios einen Moon Knight Film Produzieren und beschwert sich über den Superhelden-Einheitsbrei im Kino!
Noch intensiver als im schon zeichnerisch und künstlerisch sehr starken Vorgänger wird Marcs Persönlichkeitsstörung perfekt bebildert. Vor allem ändert sich der Zeichenstil, je nachdem welche Persönlichkeit oder Realität grade am Zuge ist, teils dramatisch. Vom düsteren Teils surreal anmutenden Stil, den man bereits aus dem Vorgänger kennt, über fast retro-mangamäßige, sehr detaillierte Zeichnungen bis hin zur sehr klaren und farbenfrohen Welt des Steven Grant ist so einiges vertreten. Die Zeichnungen spielen also auch abseits der konkreten Handlungen in den Panels erzählerisch eine ganz besonders wichtige Rolle und geben dem Comic Halt sowie Struktur. In Sachen Visual Storytelling ein echtes Brett!
Der etwa halben Stunde Lesezeit von Lemires Finale des Moon Knight Runs steht das klassische Moon Knight Kapitel 2 von 1980 mit etwa 40 Minuten Lesezeit gegenüber. Zu diesem klassischen Comic möchte ich gar nicht viel sagen. Er ist eine wirklich nette Dreingabe, die durchaus unterhält, die man aber nicht gelesen haben muss. Vor allem der im Vergleich zum aktuellen Moon Knight sehr altbackene Stil ist für heutige Leser eventuell etwas gewöhnungsbedürftig. Dazu trägt auch der viele Text und der für heutige Verhältnisse ungewohnt hohe Anteil an Offtext bei. Er zeigt dadurch aber hervorragend wie sich das Medium und der Held im Laufe der Zeit entwickelt haben.

Fazit

Lemires Abschluss seines Moon Knight Runs ist ein völlig wirrer aber grade dadurch großartiger Comic, der es schafft Leser und Protagonist gleichermaßen durch Hoffnung auf Auflösung/Erlösung zum Weitermachen zu motivieren. Spectors Persönlichkeitsstörung spiegelt sich zudem noch besser als im Vorgänger durch mehrfache Perspektiv- und Zeichenstilwechsel in den Bildern wieder – In Sachen Visual Storytelling ist die kleine aber feine Serie ein absolutes Must Read!

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