Overwatch: Anthology Vol. 1

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© Dark Horse Comics

Fakten

Comic: Overwatch: Anthology Volume 1

Autor: Diverse
Zeichner: Diverse
Verlag: Dark Horse Comics

Sprache: Englisch
Seiten: 144
Lesezeit: ca 85-90 Minuten (ohne Gallerie)
Format: 17,5 x 1,5 x 26,7 cm
Erschienen: 10.10.2017
Preis: 12,99 € (affiliate Link, stand: 23.10.17)

Kurzreview

Bei der Overwatch Anthology Volume 1 handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten in Comicform aus dem – wer hätte es gedacht? – Overwatch-Universum. Da es in einem kompetitiven Multiplayer-Shooter schwierig ist große Geschichten zu erzählen, diese aber genau Blizzards Markenzeichen sind, hat sich der Spieleentwickler/Publisher etwas Besonderes einfallen lassen: Die Geschichten rund um die Charaktere des Heldenshooters werden nur zu einem winzigen teil im Spiel selbst, sondern viel mehr in anderen Veröffentlichungen erzählt. Hauptsächlich setzten die Jungs und Mädels aus dem Schneesturm dabei auf sehr aufwändig animierte und wirklich cool gemacht Kurzfilme und auf Webcomics. Diese sind frei auf der Overwatch-Website verfügbar und für jedermann zugänglich. Zusätzlich erschien diesen Monat aber auch eine gedruckte Variante der ersten 12 Comics – die Overwatch Anthology Volume 1. Wie schon bei anderen Projekten, wie die Chroniken von World of Warcraft, hat Blizzard sich einmal mehr mit dem erfahrenen Comicverlag Dark Horse Comics zusammengetan.

Die zwölf Kurzcomics können alle für sich alleine stehen und hängen nicht einmal lose zusammen, was jedoch nicht bedeutet, dass es keine Querverweise gibt. Mitunter liegen auch recht große zeitliche Abstände zwischen den Geschichten. Kennt man weder Spiel noch Figuren haben die Comics schon alleine wegen ihrer Kürze und des vorausgesetzten Grundwissens nicht allzu viel zu bieten. Bei Lesezeiten zwischen 5-10 Minuten konzentrieren sich die Comics nämlich sehr punktuell auf ganz bestimmte Ereignisse, welche die Helden geprägt haben und die beispielsweise erklären woher Tracer ihre Catchphrase hat, warum Ana eine Augenklappe trägt oder was es mit Ingame-Events wie Uprising oder Junkensteins Monster (Halloween-Event) auf sich hat. Damit sind sie wirklich nur für Fans des Spiels geeignet. Die dürften aber auch durchaus ihren Spaß beim Lesen haben.
Einige könnten vielleicht enttäuscht darüber sein, dass noch nicht alle Helden des Spiels einen größeren Auftritt in den Comics haben. Beispielsweise tauchen ein paar Charaktere wie Hanzo, Genji, Zenyatta, Zarya oder etwa Sombra nur in jeweils einem kleinen Panel im Weihnachstspecial „Reflections“ auf, in dem Tracer übrigens ganz nebenbei als queer geoutet wurde. Dafür erfährt der Leser etwas mehr über Soldier, Reinhardt, Tracer, Pharah und vor allem Ana. In kommenden Ausgaben dürften die übrigen Helden aber so nach und nach auch die ihnen gebührende Aufmerksamkeit bekommen. In den Kurzfilmen waren sie dafür zumindest teilweise schon prominent unterwegs – im Großen geht das also in Ordnung.
Für die Comics zeichnet und textet sich eine Mischung aus Blizzard- und Comicveteranen verantwortlich. So hat jeder Comic beispielsweise einen anderen Zeichenstil. Diese Stile decken sehr flächigen Bildern bis hin zu sehr detaillierten Zeichnungen ein breites Spektrum ab, sehen aber immer sehr stimmig und schick aus. Zusammengehalten wird das Ganze aber durch ein mehr oder weniger einheitliches Farbdesign (Abweichungen die durch den optischen Stil bedingt sind mal außer Acht gelassen).
Bei der Gestaltung des Buches hat sich Dark Horse Comics nicht lumpen lassen und wählt genau den richtigen Weg: Da die Comics frei im Netz verfügbar sind, sollte die gedruckte Variante fürs heimische Regal etwas für Fans und Sammler sind. Herausgekommen ist dabei ein wirklich schick designtes hochwertiges Hardcoverbuch. Der dicke Einband wird dabei durch gezielt eingesetzte Spotlackelemente aufgewertet. Auch drinnen hält das Buch dem prüfenden Blick stand und überzeugt mit hochwertigem Druck auf dickem, blickdichtem irgendwo zwischen Seidenmatt und Hochglanz einzuordnendem Papier und einer vernünftigen Bindung. Abgerundet wird das Comicpaket zudem durch eine Sketch-Galerie, an der sich der Entwicklungsprozess einzelner Zeichnungen oder Seiten von der Skizze bis zum fertigen Bild nachvollziehen lässt. Das ist eine ganz nette Dreingabe. Den Abschluss bildet eine Seite mit Kurzprofilen der beteiligten Künstler.

Fazit

Die Overwatch Anthology Volume One präsentiert die frei im Netz verfügbaren Overwatch-Comics in einem sammlungstauglichen wirklich schicken Hardcoverformat. Durch die kürze der Geschichten und den Umstand, dass man die Figuren bereits kennen muss um den Comics etwas abgewinnen zu können, ist der Band allerdings nur für Fans und Spieler von Overwatch geeignet. Die bekommen dann allerdings ein paar schöne Schlüsselmomente oder zumindest prägende Ereignisse ausgewählter Charaktere ansprechend präsentiert zu sehen.

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