Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi [Kino]

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© Walt Disney Germany

Fakten

Titel: Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi
Regie: Rian Johnson
Drehbuch: Rian Johnson
Genre: Action, Comedy, Abenteuer,
Science-Fiction, Space Opera, Drama
Produktion: Lucalfilm Ltd., Walt Disney Germany,
Ram Bergman Prodctions
Verleih: Walt Disney Pictures/Germany
Laufzeit: 152 Minuten
Start: 14.12.2017

Handlung

Die Starkiller Base ist zerstört und Rey hat den verschollenen Jedi Luke Skywalker aufgespürt. Begeistert ist dieser jedoch nicht, wollte er doch einfach nur in Frieden seinen Lebensabend verbringen. Rey bleibt jedoch hartnäckig…
Der Widerstand um Lukes Schwester Generalin Leia Organa hat seine Hilfe dringend nötig, denn die erste Ordnung hat den Rebellenstützpunkt aufgespürt und stört die Evakuierung der Basis. Durch einen Sprung in den Hyperraum kann sich die kleine Flotte grade noch retten… doch völlig überraschend verfügt die Erste Ordnung über eine Hyperraum-Ortungstechnologie und ist den Flüchtigen dicht auf den Fersen. Mit knapper Not können sich die Widerständler außer Reichweite der schweren Geschütze von Snokes Flaggschiff halten doch der Treibstoff wird immer knapper… Fliegerass Poe Dameron, Finn und die Mechanikerin Rose schmieden einen riskanten Plan um den Widerstand zu retten…

Kurzreview

Nachdem Abrams bei Episode 7: Das Erwachen der Macht den Look-and-Feel der Originaltrilogie erfolgreich modernisiert und neue Charaktere eingeführt hat dafür jedoch eine nur teilweise zufriedenstellende Story ablieferte muss Rian Johnson mit Episode 8: Die letzten Jedi jetzt abliefern – Und das tut er!
In Sachen Charaktere und Emotionen übernimmt die letzten Jedi die größten Stärken des Vorgängers und baut sie aus. Jeder Held muss schwerwiegende Entscheidungen treffen und eigene Schwächen überwinden. Die Charakterentwicklungen sind dabei absolut nachvollziehbar, sinnvoll und machen die Charaktere noch nahbarer. Begünstigt wird dies durch die tollen darstellerischen Leistungen, gut geschriebenen Dialoge und die Harmonie zwischen den Schauspielern. Für mich ganz persönlich fällt allerdings leider Bösewicht Kylo Ren ein bisschen ab. Ich mag Adam Driver als Darsteller sehr, aber als Kylo Ren kann er nicht so sehr viel zeigen. Die Ausraster, die der Figur geschuldet sind, sind wieder etwas over the Top und in Sachen Körperhaltung fand ich ihn häufiger irgendwie… komisch. Das ist ganz schwer in Worte zu fassen, aber so einige Posen wirken arg theatralisch bis unnatürlich. Ob das nun seine Interpretation des Charakters oder teilweise den Regiewünschen Johnsons zuzuschreiben ist steht dabei natürlich in den Sternen. Spannend ist seine Hintergrundgeschichte jedoch allemal und bei einer Zweitsichtung sehe ich das vielleicht auch schon wieder anders. Auch neue Figuren mit größeren Rollen (Kelly Marie Tran als Rose) oder kleineren Nebenrollen (Laura Dern als Amiyln Holdo oder Benicio del Toro als DJ) bereichern den Cast. Wieder sehr blass bleiben leider die bösen Jungs und Mädels wie General Hux, Supreme Leader Snoke und Captain Phasma. Ganz besonders hervorheben möchte ich am Ende dieses Blocks die Darstellungen von Mark Hamill, Carrie Fisher und Daisy Ridley, die wirklich großes Kino zeigen. Besonders der gealterte mit sich hadernde Luke Skywalker kommt wirklich gut rüber.
Storytechnisch lehnt sich Johnson wesentlich weiter aus dem Fenster als sein Vorgänger und erschafft einen weitaus eigenständigeren Film, den es so noch nicht im Star Wars Universum gab. Statt Todesstern 3.0 gibt es dieses Mal einen großen Haupthandlungsbogen um die Flucht der Rebellen vor der ersten Ordnung, der sich jedoch in zwei eng verwobene parallele Handlungsstränge aufgliedert. Im Zentrum des einen Handlungsstranges steht das Verhältnis von Luke, Rey und Kylo Ren, also der klassischere Jedi-Stoff. Parallel dazu nehmen Poe Dameron, Finn und die neue im Team, Rose, das Schicksal der Rebellenflotte unmittelbar in ihre eigenen Hände und versuchen den Widerstand mit einem riskanten Plan zu retten. Insgesamt fügt sich alles wunderbar ineinander und macht einen wirklich runden Eindruck. Vor allem kann der Film mit einigen wirklich unerwarteten Twists und Wendungen aufwarten und bleibt spannend bis zum Schluss. Vor allem greift Episode 8 einige der brennendsten Fragen auf, die Episode 7 beim Zuschauer offengelassen hat. Einige der Fragen werden durch geschickte und wirklich unerwartete Wendungen sogar ganz obsolet. Gewagt aber durchaus irgendwie cool.
Alles andere als kühl ist hingegen der Ton des Films. Der Grundtenor des Films ist dabei dem des Vorgängers sehr ähnlich aber grade im Handlungsstrang um Luke, Kylo und Rey doch ein bisschen düsterer. Auch die wenig rosig erscheinende Zukunft des Widerstands spielt hierbei eine Rolle. Doch das gleicht der Film durch die Wärme bei seinen Hauptfiguren und seinen Witz aus. Ganz ehrlich, die letzten Jedi ist dem irgendwie deprimierenden Titel zum Trotz der lustigste Star Wars Film von allen. Die Gagdichte ist ziemlich hoch und die Witze manchmal haarscharf drauf und dran über das Ziel hinauszuschießen. Aber eben nur fast. Vor allem ist der Einsatz von Humor teilweise echt mutig. Mit einem kleinen Wisch kann man hier trotzdem noch dem Rest die Show stehlen! Bei mir zündeten übrigens fast alle Witze. Vor allem die Porgs, die bereits im Vorfeld zu kleinen Stars und Fanlieblingen geworden sind, sorgen für ein paar richtige Lacher. Generell bringen die neuen Kreaturen wie Kristallfüchse und eben die Porgs ein paar leichte aber schöne Fantasyvibes auf die Leinwand.
Auf technischer Ebene gibt sich Die letzten Jedi keine Blöße. Dass CGI und Compositing dabei das Beste sind, was es bis heute gibt, versteht sich von selbst. Wenn das keine Oscarnominierung gibt weiß ich auch nicht. Die Salzwüsten von Crait, Lukes Rückzugsort auf einer schroffen Insel im Meer oder die gigantischen Raumschiffe – alle Kulissen und Kostüme sehen einfach großartig aus. Ein bisschen unfertig wirkt lediglich Snokes Thronsaal. Aber auch der Sound ist großes Kino. Es knackt, dröhnt, knallt und scheppert, dass es nur so eine Freude ist. Wenn einem die Laser um die Ohren feuern und Explosionen den ganzen Kinosaal erschüttern ist man gefühlt mittendrin. Zusammen mit dem Soundtrack des legendären John Williams ist das wirklich Kino für die Ohren. Die Kameraarbeit kann da leider nicht durchgehend mithalten. Zwar bietet der Film ein paar der schönsten Frames aller Star Wars Filme aber gleichzeitig auch viel zweckmäßige Durchschnittsware. Richtige Ausfälle gibt es jedoch gar nicht.
Natürlich ist die letzten Jedi nicht fehlerlos und hat ein paar Schwächen. Da ich diese jedoch nicht ansprechen kann ohne Konkret zu werden gilt aber hier eine Spoilerwarnung. Der Nachfolgende Abschnitt mit Dingen, die mir nicht gefallen haben oder die ich besonders überraschend fand, ist in weißer Schrift verfasst. Um den Text zu lesen müsst ihr ihn einfach mit der Maus markieren.

ES FOLGEN SPOILER (zum lesen markieren)

Diesen Teil versuche ich möglichst kurz und schmerzlos zu halten. Da wäre die eine Szene recht früh im Film bei der man glaubt unsere geliebte Prinzessin wäre von uns gegangen… doch stattdessen schwebt sie in bester Superman-Gedächtnis-Manier durch den Weltraum. Ohne jeglichen Schutz. Ehrlich, was soll das? Diese eher lächerliche Episode macht Fisher aber durch ihre späteren wirklich überzeugenden Auftritte zum Glück vergessen. Der zweite der größten Ausfälle ist der Gastauftritt von Yoda. Dabei habe ich nicht mal ein Problem damit, dass er als Geist in der Macht erscheint, sondern damit, dass er dabei zumindest anfangs wie ein bekiffter Kobold daherkommt und auch noch echt nicht gut aussieht. Optisch ist diese Yoda-Version wirklich der einzige Totalausfall im Film. Das sah sogar in den Prequels besser aus! Zum Glück ist die zweite Hälfte seines Dialogs mit Luke erträglich bis sinnvoll.
Um jedoch auch im Spoiler positiv zu Enden muss ich nochmal kurz loben, dass wichtige Fragen tatsächlich teilweise geklärt werden. Zumindest im Ansatz zu erfahren was etwa zwischen Luke und Kylo geschehen ist, ist schon recht befriedigend und dem zweiten Teil einer Trilogie absolut angemessen.
Ich weiß noch nicht so recht, was ich von Snokes kurzer Screentime und seinem frühen Ableben halten soll. Eines ist jedoch gewiss: Es kam extrem unerwartet! War doch eine der wichtigsten Fragen die nach Snokes Identität, seinen Beweggründen und seiner wahren Macht. Doch mit einem Mal wird die Figur scheinbar jeglicher weiteren Bedeutung beraubt. Das muss ich erstmal sacken lassen. Dies macht mich aber umso gespannter auf die Fortsetzung.

SPOILER ENDE

Fazit

Die letzten Jedi ist nicht fehlerlos, ja hat sogar Szenen die meiner Meinung nach so gar nicht gehen, doch ist der Rest so unglaublich stark, witzig, überraschend und toll gespielt, dass sie kaum ins Gewicht fallen. Der eine oder andere wird den Film definitiv nicht mögen, doch für mich ist er das Beste was man nach Episode VII erwarten konnte und nach der Erstsichtung mindestens der beste Star Wars Film seit der Originaltrilogie.

Ein Kommentar zu „Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi [Kino]

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