Downsizing [Kino]

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© Paramount Pictures Germany

Fakten

Titel: Downsizing
Regie: Alexander Payne
Drehbuch: Alexander Payne, Jim Taylor
Genre:  Komödie, Science-Fiction, Drama, Satire
Produktion: Paramount Pictures, Ad Hominem Enterprises, Annapurna Pictures
Vertrieb: Paramount Pictures Germany
Laufzeit: 136 Minuten
Kinostart: 18.01.2018

Handlung

Norwegische Wissenschaftler machen eine erstaunliche Entdeckung, die vielleicht die Errettung der Menschheit sein könnte: Es gelingt ihnen Menschen ohne Gesundheitliche Einschränkungen auf etwa 12 cm Größe zu Schrumpfen! Ihr Plan sieht vor einen Großteil der Menschheit dem „Downsizing“ zu unterziehen um ihren CO2-Ausstoß und ihre Müllproduktion drastisch zu senken. Sie präsentieren auch gleich einen 200-Jahres Plan, der vorsieht die Menschheit nach und nach zu schrumpfen…
Jahre später suchen Paul und seine Frau nach einem neuen Haus. Nachdem sie jahrelang immer noch im alten Haus seiner Mutter wohnten soll es endlich mal was schickes neues sein. Doch das kann sich das verheiratete Paar kaum leisten. Auf einem Klassentreffen trifft Paul die downgesizte Version eines alten Bekannten wieder, der ihm empfiehlt sich schrumpfen zu lassen und nach „Leisure Land“ zu ziehen, wo ein Luxusdomizil in Puppenhausgröße sowie ein Luxusleben ohne Sorgen für kleines Geld winken – denn bei einem winzigen Bruchteil der Originalgröße ist alles viel billiger!
Das Paar beschließt auf das verlockende Angebot einzugehen und sich Schrumpfen zu lassen. Doch für Paul gibt es nach der unumkehrbaren Prozedur ein böses Erwachen: Seine Frau hat im letzten Moment kalte Früße bekommen und beschlossen sich nicht verkleinern zu lassen. Alleinegelassen und durch die Scheidung erheblich ärmer muss Dave ernüchtert feststellen, dass in Leisure Land nicht alles so toll ist wie es sich auf dem Papier anhört…

Kurzreview

Nach der ungewohnt langen Handlungsangabe, die leider kaum kürzer zu halten war ohne an Informationsgehalt einzubüßen, möchte ich direkt ins Review einsteigen und es als Überleitung nutzen. Denn in Anbetracht des Trailers könnte man vielleicht eine klamaukige Mainstreamkomödie erwarten, zu der das so gar nicht passen will. Doch genau da schürt der Trailer falsche Erwartungen! Ich habe mit einen ganz witzigen aber eher flachen Film gerechnet als der Vorspann neulich in der Sneakpreview vorbeiflackerte. Doch diese Erwartung wird dem Film nicht gerecht. Dazu ist das Konzept und sind die Grundgedanken, die sich der Film macht, nicht seicht genug. Ihn deswegen anspruchsvoll zu nennen wäre allerdings auch zu gut gemeint.
Die obige Handlungsangabe fasst etwa die erste Dreiviertelstunde des Films zusammen, der insgesamt über zwei Stunden Laufzeit vorweisen kann. Es passiert aber noch so einiges mehr in Leisure Land und Pauls neuem kleinen Leben. Es wäre zwar übertrieben zu behaupten der Film würde sich kritisch mit der neuen Technologie, der Spaltung der Gesellschaft in „Normale“ und „Kleine“ sowie damit auseinandersetzen, dass sich auch in der „Klein(en)stadt“ nichts ändert, aber es wird schon recht massiv thematisiert. Das macht der Film aber recht Geschickt, in dem er Pauls persönliche Geschichte als roten Faden nimmt und durch Däumelinchens Welt führt. Dabei lernt Matt Damons Charakter die verschiedensten Leute kennen und begibt sich sogar auf ein kleines Abenteuer. Währenddessen changiert der Film laufend zwischen lustigen und dramatischen Momenten ohne dabei so richtig Komödie oder Drama zu sein. Manchmal wirkt er dadurch etwas unentschlossen und vielleicht nicht konsequent genug. Als Satire funktioniert er aber ganz gut, weil ich mir während und nach dem Film durchaus ein paar Gedanken gemacht habe – Mission erfüllt.
Man merkt dem Film seine sehr lange Laufzeit zwar an, aber weil der Film sich viel Zeit für alles nimmt ohne jedoch langweilig zu werden ist das schon okay. Das und der bodenständige Hauptcharakter sorgen dafür, dass der Film auch auf emotionaler Ebene funktioniert ohne jedoch den ganz großen Eindruck zu hinterlassen. Auf narrativer und charakterliche Ebene ist der Film also absolut solide und im besten Sinne einfach wirklich nett, vor allem in der zweiten Hälfte.
Auf technischer Ebene ist der Film ebenfalls absolut solide. Nur einige wenige Greenscreenszenen, besonders zu Beginn wenn man die ersten „kleinen Leute“ sieht, sehen sehr nach Greenscreen aus, weil das Licht teilweise nicht wirklich passt. Wenn man darauf jedoch noch explizit achtet sollte das kaum auffallen. Dafür hält der Film einige schöne Details parat (einige Gegnstände der „Großen Welt“ werden Zweckentfremdet), spart vieles zugunsten des Filmvergnügens jedoch aus. Bei 12 cm Körpergröße müssten sich beispielsweise im Verhältnis riesige Wassertropfen bilden und einige Dinge in diesem Maßstab zu fertigen dürfte sich als technisch äußerst schwierig gestalten. Außerdem müssten die kleinen Leute alle mit Mickey Maus-Stimme sprechen – das wäre jedoch äußerst nervig. Darum kann ich so einige Designentscheidungen zugunsten des Vergnügens absolut nachvollziehen. Ein schöner Kompromiss ist allerdings, dass die Stimmen von kleinen und großen Leuten wenn sie sich miteinander unterhalten unterschiedlich abgemischt sind (bei den kleinen Leuten sind die unteren Mitten hörbar rausgedreht, wodurch die stimmen dünner klingen. Außerdem sieht in Leisure Land, wenn man es in Übersichtsaufnahmen oder von außen betrachtet, alles eher nach Spielzeug als nach echten Landschaften und Gebäuden aus. Bewegt sich der Film jedoch komplett in der Welt der kleinen sieht alles aus wie immer – das ist natürlich weder realistisch noch wirklich konsistent, fällt jedoch nach einer Weile gar nicht mehr auf. In anderen Szenen jedoch, wo „Miniaturen“ und die reale Welt sich treffen, fällt der Unterschied wieder deutlich auf.

Fazit

Downsizing funktioniert als Satire recht gut, da er durchaus zum Denken anregt, kann sich aber irgendwie doch nicht wirklich entscheiden ob er Komödie oder Drama sein möchte und wirkt dadurch etwas unentschlossen. Er schafft es mit einigen netten Ideen, sympathischen Figuren und einem spannenden Konzept über die ziemlich lange Laufzeit zu unterhalten. Der Film ist ganz klar überdurchschnittlich aber dennoch etwas zu zahm um ein hervorragender Film zu sein. Er ist im besten Sinne einfach nett.

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