Auslöschung (Annihilation) [Netflix]

3711927.jpg-c_215_290_x-f_jpg-q_x-xxyxxFakten

Titel: Auslöschung
Regie: Alex Garland
Drehbuch: Alex Garland
Genre: Science-Fiction, Mystery, Drama, Horror, Abenteuer
Produktion: Paramount Pictures, DNA films, Scott Rudin Productions
Streaming: Netflix
Laufzeit: 115 Minuten
Start: 12.03.2018

Handlung

Nachdem er vor einem Jahr verschwunden war taucht Lenas in einem Militäreinsatz verschollen geglaubter Mann Kane plötzlich wieder auf – todkrank. Auf dem Weg ins Krankenhaus wird das Paar von Regierungsbeamten verfolgt, entführt und ins Hauptquartier der geheimen Regierungsorganisation Southern Reach gebracht. Vor den Toren der Basis erhebt sich der Schimmer, eine schillernde transparente Halbkugel die sich langsam immer weiter ausbreitet. Niemand weiß was es mit diesem mysteriösen Phänomen auf sich hat, denn von den 11 bisher gestarteten Erkundungsmissionen fehlt jede Spur und jeglicher Hinweis. Außerdem macht er Schimmer eine Kommunikation mit der Außenwelt unmöglich.
Zusammen mit anderen Wissenschaftlerinnen lässt Biologin Lena sich für die 12. Erkundungsexpedition rekrutieren um herauszufinden was mit ihrem Mann passiert ist…

Kurzreview

Ich bin immer noch etwas betrübt darüber, dass Alex Garlands neuer Streich Annihilation/Auslöschung es nicht in unsere Kinos geschafft hat, sondern Netflix sich direkt die Rechte gesichert hat, denn den Film hätte ich gern auf der großen Leinwand gesehen. Aber auch auf dem heimischen Fernseher funktioniert der Film ausgezeichnet.
Das liegt gleich an mehreren Dingen: Dem tollen weiblichen Cast (unter anderem Natalie Portman, Tessa Thompson und Jennifer Jason Leigh), dem spannenden Setting und der faszinierend andersartigen Natur innerhalb des Schimmers und der daraus resultierenden Atmosphäre des Films. Über die Story möchte ich nicht allzu viele Worte verlieren, da der Plot mit obiger Beschreibung hinreichend dargelegt ist und man besser nicht viel mehr wissen sollte. Viel mehr lebt der Film ohnehin von seiner einzigartigen Atmosphäre zwischen Neugier, Faszination und seinem ganz eigenen Horror. Der Schimmer verändert nämlich die Umwelt in seinem Inneren. Alles Lebendige befindet sich im stetigen Wandel und ständiger Weiterentwicklung. Das ist mal wunderschön und äußert sich in bizarren Kristallformationen oder vielfarbigen Blumen und mal absolut furchteinflößend und abstoßend. Grade durch diesen Kontrast entsteht eine ganz besonders faszinierende Welt von der man unbedingt mehr sehen vor der man zuweilen aber auch gerne die Augen verschließen will. Das wäre perfekt fürs Kino gewesen, denn die Effekte und Kulissen sind absolut sehenswert umgesetzt und sehr eigenständig. Entsprechend der Natur des Schimmers schafft es der Film bei gutem Erzähltempo zwischen ruhigen und schönen Momenten und Spitzen panischer Angst und blankem Horror, den ich in dieser Form so noch nicht erlebt habe, zu changieren und durchweg wirklich zu fesseln. Die permanente Spannung wird nur selten gelöst und nimmt den Zuschauer, der sich drauf einlässt, auf einen völlig neuen Horrortrip mit. Auf das trippige aber sehr coole Finale des Films bereitet einen der Film trotzdem nicht vor – also seit gespannt
Daran sind natürlich auch die wirklich guten Darstellerinnen nicht ganz unschuldig. Die Wissenschaftlerinnen sind taff, mutig, neugierig aber auch sehr menschlich und haben alle ihre Gründe auf diese Reise ins Unbekannte zu gehen. Vor allem entwickeln sich die Charaktere stets weiter, denn der Schimmer verändert schließlich alles in seinem Inneren. Wie es sich bei einem solch ambitionierten Science-Fiction Film gehört lässt er zudem mehrere Interpretationsmöglichkeiten offen und erlaubt den Schimmer als Metapher für vieles zu sehen. Die meiste Zeit ist der Film trotz des ausgereiften und hohen Konzepts recht Bodenständig und lässt sich auch ohne philosophische Gedankenspiele oder Interpretationen genießen, wenn man einfach nur die Bilder auf sich wirken lässt. Und den fantastischen Soundtrack! Ähnlich wie bei Unter the Skin oder Arrival setzt der Soundtrack hauptsächlich auf dröhnende, flächige Soundscapes, tiefes Wummern und eher auf Klangfolgen denn wirkliche Melodien. Er ist für Annihilation einfach perfekt, trägt ungemein zur schön unangenehmen Stimmung bei und ist ein weiterer Grund weshalb der Film bestens fürs Kino geeignet wäre. Aber auch mit einem guten Soundsystem im dunklen heimischen Wohnzimmer kann der wirklich wichtige und wuchtige Sound seine Wirkung entfalten.

Fazit

Auslöschung ist fesselndes, beeindruckendes und unheimlich schönes/schön unheimliches Science-Fiction Kino wie wir es leider viel zu selten zu sehen bekommen. Durch seine tollen Kulissen und die bizarre Natur innerhalb des Schimmers, den fantastischen Soundtrack und den tollen Cast rund um Hauptdarstellerin Natalie Portman kann der Film absolut überzeugen. Alex Garland schafft es einen völlig eigenen Horror ohne wirkliche Atempausen heraufzubeschwören und hat einen Film geschaffen der für den durchschnittlichen Fernsehzuschauer (der bereit ist sich auf den Film einzulassen) ebenso zugänglich ist wie er Enthusiasten vielfältige Interpretationsmöglichkeiten und Metaphern bietet.

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