Androiden Band 2: Glücklich wie Odysseus

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© Splitter Verlag

Fakten

Comic: Androiden Band 2: Glücklich wie Odysseus
Autor: Olivier Peru
Zeichner: Geyser
Farben: Sébastien Lamirand
Verlag: Splitter Verlag (Leseprobe)
Sprache: Deutsch
Seiten: 52
Lesezeit: ca 55 Minuten
Format: 23 x 1,2 x 32,2 cm
Erschienen: 18.02.2018
Preis: 15,80 € (affiliate Link, stand: 21.03.17)

Handlung

Mehrere hundert Jahre in der Zukunft schickt die Menschheit ein riesiges Raumschiff zu den Sternen um neue Planeten und Sonnensysteme zu erschließen. Die dabei eingesetzte Kryostasetechnologie hat jedoch einen Haken: Sie verhindert das Altern nicht sondern verlangsamt es nur.
Als es kurz hinter der Umlaufbahn des Uranus zu einem Zwischenfall kommt und große Teile der Besatzung ihr Leben und das Schiff einen Teil seiner Funktionen und Einrichtungen verlieren wird beschlossen Kehrt zu machen und zur Erde zurückzukehren. Doch auch diese Reihe wird mit den beschädigten Generatoren und der daraus resultierenden Geschwindigkeitsminderung knappe 1000 Jahre dauern – doch wird die Erde dann noch dieselbe sein?

Kurzreview

Nach dem wirklich guten ersten Band der Androiden Reihe war ich auf den zweiten Band umso gespannter. Auch dieses Album verarbeitet wieder allerhand Einflüsse einschlägiger Science-Fiction-Werke und setzt bekannte und unbekanntere Komponenten neu zusammen und liefert somit wieder ein spannendes und interessantes Gedankenexperiment. Dabei ist die Zukunftsvision von „Glücklich wie Odysseus“ eine ganz andere als im Vorgänger aber nicht minder spannend.
Im Zentrum der Geschichte steht der Androide AC7+, der an Bord ISS Oxygen für soziale Aufgaben wie die Kinderbetreuung zuständig ist. Auf der unvorstellbar langen Reise trifft er eine Vielzahl von Menschen, zieht ihre Kinder groß und sieht sie altern und schließlich sterben. Auch wenn er strikt den asimovschen Robotergesetzen unterworfen ist entwickelt er im Laufe der Zeit mehr oder weniger eine eigene Persönlichkeit und baut eine ganz besondere Beziehung zu dem Kind Odysseus auf. Um ihm das Leben zu bewahren friert er den grade achtjährigen Jungen ein um ihn heil zur Erde zurückzubringen, einer Heimat die der Junge niemals Kennengelernt hat. Während der langen Reise zurück zur Erde findet AC7+ nur im Bordcomputer Isabella Gesellschaft, die jedoch strikter Logik unterworfen und somit nicht der unterhaltsamste Gesprächspartner ist.
Als das Schiff schließlich auf der Erde landet machen die beiden künstlichen Intelligenzen eine erschreckende Entdeckung: Das Klima, der Meerespegel und der Sauerstoffgehalt der Luft haben sich massiv verändert. Von einstigen Großstädten sind nur noch überwucherte Ruinen geblieben. Doch schon ziemlich Bald treffen sie auf Menschen…
Was dann geschieht und wie es zu all dem gekommen ist erspare ich euch natürlich, denn das sollt ihr lieber selbst lesen. Obwohl er nur eine KI ist, bietet AC6+ genügend menschliche Züge um sich mit ihm identifizieren zu können oder zumindest mit ihm zu „fühlen“. Dazu trägt vor allem sein Verhältnis zu Menschen im Allgemeinen und zu Odysseus im speziellen bei. Leider wird Odysseus‘ emotionales und narratives Potential nicht ausgeschöpft. Denn ein Kind, dass beinahe 1000 Jahre, sein ganzes Leben, verschlafen hat um in eine Heimat zurückzukehren zu der er keinen Bezug hat hätte sicherlich einiges an philosophischem Tiefgang bieten können. Das fällt für die Story nicht störend ins Gewicht hätte den wirklich guten Comic aber nochmals aufwerten können. Das ist aber Kritik auf äußert hohem Niveau. Denn das entworfene Szenario ist spannend und liefert die wichtigsten Erklärungen für die Lage auf der Erde recht schlüssig mit.
Das Kurzgeschichtenformat steht zum einen in der Tradition bekannter Science-Fiction Autoren wie Arthur C. Clarke, Iassac Asimov oder Philip K. Dick und zum anderen eröffnet es die Möglichkeit sich jedes Mal auf ein neues Konzept zu stürzen. Das steht der Reihe bisher sehr gut und verspricht spannende weitere Bände. Passend zum Format einer nur thematisch zusammenhängenden Reihe durfte in der zweiten Geschichte außerdem ein anderes Kreativteam ran. Die Zeichnungen sind in diesem Album deutlich cartooniger als die eher realistischen Figuren des Vorgängers. Die Umgebungen hingegen sind sehr realistisch und in ihrem Stil „Wiederauferstehung“ (Bd. 1) sehr ähnlich und wirklich hübsch. Farblich präsentiert sich der Comic etwas bunter mit kräftigen Farben aber trotzdem sehr stimmig. Gefiel mir optisch insgesamt wieder sehr gut.

Comiceinsteiger
Für Kenner und Einsteiger in Sachen Comics und Science-Fiction gleichermaßen geeignet. Da jeder Band für sich alleine steht auch für Quereinsteiger geeignet.

Fazit

Nach dem starken Auftakt mit Wiederauferstehung legt die Reihe „Androiden“ mit dem recht textlastigen Band 2: Glücklich wie Odysseus auf selbem Niveau nach. Dank des One-Shot-Formats können die Kreativteams sich auf eine abgeschlossene dafür aber ausgefeilte Story konzentrieren und setzen dabei Versatzstücke bekannter Science-Fiction Werke neu zusammen und erschaffen spannende Welten und Gedankenexperimente rund um die namensgebenden Androiden und Roboter. Ich freue mich wirklich schon auf den dritten Band!

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