Kurz Kommentiert 15: Netflix-Anime

Heute gibt es einen bunten Strauß Anime, die kürzlich auf Netflix gestartet sind.

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Nachdem ich gelesen habe, dass Killer B vom selben Studio produziert wurde wie die Ghost in the Shell Serien dachte ich mir: Hey, da schaust du mal rein!
Die ersten 5 Minuten sahen auch nach einem echt vielversprechenden Krimi/Thriller-Mix aus. Doch leider kamen relativ schnell übernatürliche Elemente dazu. Das muss grundsätzlich erstmal nicht schlecht sein, aber hier durchkreuzte es irgendwie meine Erwartungen. Von dem Serienkiller-Plot ist nämlich ziemlich schnell nichts mehr übrig und der Anime fängt an ziellos umher zu dümpeln. Erst nachdem die halbe Serie durch war fing ganz langsam an sich eine wirklich Handlung abzuzeichnen und um was es eigentlich geht. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon völlig abgeschaltet und lieber am Handy herumgespielt als aufzupassen. Die Story wird später zwar noch solide, war aber bei mir schon lange untendurch bevor sie anfing, weil ich mich nicht auf eine Serie einlassen kann, wenn ich nicht weiß worum es eigentlich geht. Dazu waren die Figuren auch nicht interessant und sympathisch genug. Dafür ist der Anime anständig wenn auch nicht absolut herausragend produziert. Kann man gucken, muss man aber wirklich nicht gesehen haben. Der deutsche Dub ist übrigens ebenfalls solide.

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Ohne jegliches Vorwissen habe ich mich nach dem Netflix-Trailer an diese Serie gewagt. Angesprochen hatte mich die eigentlich ganz hübsche Optik (liegt wahrscheinlich an den Augen der Figuren, der Rest ist Standard).
Aber auch die Ausgangslage ist interessant: Vor zwei Jahren gelang es Wissenschaftlern künstliche Organismen zu erschaffen, die verschiedene Funktionen erfüllen können. Etwa als künstliche Gliedmaßen oder komplett künstliche Wesen. Natürlich musste das gehörig schiefgehen: Es kam zu einem Zwischenfall, der eine große Menge der künstlichen Organsimen dazu brachte zu mutieren und als fleischige Masse Amok zu laufen. Seitdem ist das kontaminierte Gebiet großzügig abgeriegelt und nur „Taucher“ mit Sonderaufträgen, wie der Bergung von Proben und so weiter, wagen sich in die Sperrzone.
Das nach langer Verletzung genesene Mädchen Aiko wird ungewollt zum Mittelpunkt des Interesses verschiedener Gruppen, denn irgendwie scheint ihr Schicksal mit dem damaligen Zwischenfall rund um die künstlichen Organismen verwoben zu sein.
Was eigentlich spannend klingt bietet in den ersten sechs Folgen leider nur mäßige Spannung und eher uninteressante Charaktere. Die Action, die einen realtiv hohen Anteil einnimmt ist leider auch nur ziemlich durchschnittlich und läuft eigentlich immer gleich ab. Etwas mehr Abwechslung hätte die Serie deutlich aufgewertet. Auch die Twists und Enthüllungen ändern nichts daran, dass die Serie recht spannungsarm bleibt und eher langweilig ist. Schade, dabei war das Thema durchaus interessant.

WalkinderDie Walkinder

Stellt euch vor ihr lebt auf einem manövrierunfähigen Schiff in Form einer Insel, die bereits seit 90 Jahren kein Land mehr gesehen hat. Genau so geht es den „Walkindern“, den Bewohnern der Mudwhale. Ganz auf sich allein gestellt leben die Markierten, die magische Kräfte besitzen dafür jedoch einen frühen Tod sterben, und die Unmarkierten friedlich zusammen und führen ein bescheidenes aber recht sorgloses Leben. Vom Erreichen der Außenwelt wagen die meisten bloß zu träumen… aber eines Tages kommt die Außenwelt zu ihnen. Doch das bedeutet kein Happy End…
Schon die Ausgangslage des Anime ist wirklich spannend und interessant. Der Zuschauer wird Stück für Stück in die recht komplexe Welt und das Leben auf der Mudwhale eingeführt. Doch ziemlich schnell wird die Welt sehr viel größer als nur die kleine schwimmende Insel. Die Serie konzentriert sich zwar auf den Jungen Chakuro, seines Zeichens Archivar und ein Markierter, hat aber einen recht umfangreichen Cast an mal mehr mal weniger wichtigen Charakteren. Man wird sich nicht von jedem den Namen merken können oder sich in jeden hineinfühlen, dazu ist die Menge der Figuren einfach zu groß. Aber emotional einigermaßen nahbar sind sie trotzdem alle. Die meisten Figuren werden aber nur sehr oberflächlich betrachtet, was bei 12 Folgen und so vielen Figuren aber auch kaum anders zu handlen ist. Auf emotionaler Ebene funktioniert die Serie trotzdem recht gut. Zusammen mit der Handlung und der spannenden Welt ergibt das einen wirklich schmackhaften Cocktail der sehr gut bei der Stange hält. Auch der gefällige Soundtrack und die hübsche Optik tun ihr übriges. Die Umgebungen erinnern in ihrem Stil grob an alte Ghibli-Filme. Das Charakterdesign ist jedoch modern in der Kolorierung aber eher „flach“. Es gibt nur wenige Schattierungen und wenige Lichtreflexe. Trotzdem ist in sich alles stimmig und solide animiert. Die Walkinder bietet ein interessantes, ansehnlich präsentiertes und dabei irgendwie frisches Fantasy-Szenario. Definitiv eines der Anime-Highlights der jüngsten Netflix-Vergangenheit.

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5 Kommentare zu „Kurz Kommentiert 15: Netflix-Anime

    1. auf jeden Fall! Ich finde prinzipiell generell gut, dass es inzwischen so viele simulcasts etc bei uns gibt. Mich stört nur, dass es auf anime on demand, Crunchyroll, amazon, netflix und co verteilt ist und man mehrere Plattformen bräuchte :-/ luxusprobleme. Bin ja noch ein Relikt aus der fansub-zeit – das war irgendwie fast komfortabler 😅

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      1. Ja, es sind wirklich Luxusprobleme aber ich kann dich sooo gut verstehen…ich hab schon Prime und Netflix bin aber schwer am überlegen ob ich nicht wenigstens noch anime on demand dazunehmen soll🤔😅

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      2. Naja, ich schau gern meine Animes auf deutsch (die Amis ändern mir bei den Synchros zu oft was an der Handlung…und das nicht nur bei älteren Animes) und mein japanisch ist einfach noch zu bröckelig um eine Sichtung im OT zu überstehen😅! Mit Untertitel geht’s natürlich aber UT mag ich auch nicht wirklich wenn ich ständig mitlesen muss weil bei mir der Fokus zu stark von dem Bild und der Handlung abgelenkt wird…deswegen tendier ich doch eher zu aod (außerdem haben die sehr viele echt gute Sachen, die mich interessant würden😉)

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