Ready Player One [Kino]

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© Warner Bros.

Fakten

Titel: Ready Player One
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Ernest Cline, Zak Penn
Genre:  Science-Fiction, Abenteuer, Action,
Romanverfilmung
Produktion: Warner Bros., De Line Pictures,
Village Roadshow Productions, Random House Films, Reliance Entertainment
Verleih: Warner Bros. GmbH
Laufzeit: 140 Minuten
Kinostart: 05.04.2018

Handlung

Die Erde im Jahre 2045 ist kein besonders schöner Ort mehr. Darum treiben sich alle die meiste Zeit in einer riesigen Virtual Realitywelt herum, der Oasis. Ihr Schöpfer James Halliday hat vor seinem Ableben Hinweise und drei Schlüssel in diesem Universum versteckt und wer als erster alle findet soll der neue „Besitzer“ der Oasis und ihr Bestimmer werden und somit Hallidays Vermögen erben. Tausende Spieler versuchen die Rätsel zu lösen und die Schlüssel in ihren Besitz zu bringen. So auch der Skrupellose Konzern IOI, der eigene Ziele verfolgt. Als erster erreicht der junge Wade Watts mit seinem Avatar Parzival, genannt Zi, den ersten Schlüssel. Dass macht ihn zur Zielscheibe von IOI und Neidern gleichermaßen und bringt ihn aber auch der mysteriösen Art3mis näher…

Kurzreview

Bevor ich direkt ins Review einsteige muss ich zwei Dinge loswerden: Ich habe das Buch leider nicht gelesen und fand die Trailer eher enttäuschend. Ersteres kann eventuell ein Vorteil sein, denn man hat mir mehrfach versichert, dass das Buch ganz anders, viel entschleunigter und mit einem anderen Fokus versehen ist. Steven Spielbergs Verfilmung würfelt sich Story ein bisschen durcheinander, rafft sie stark zusammen und betont die Action stärker. Das ist zwar ohne jeglichen Tiefgang aber unterhaltsames Popcornkino.
Wenn man an dem Film etwas kritisieren will, dann muss man bereits bei den Charakteren anfangen, denn die sind zwar sympathisch aber doch ziemlich blass ohne wirkliche Ecken und Kanten. Spielberg verpasst es auch rüberzubringen warum seine Hauptfigur Wade Watts so besonders ist und ausgerechnet er als Teenager, der in einem abgeranzten Trailerpark lebt, der große Retter und Held sein soll. Andererseits macht die Inszenierung als Jedermann ohne besondere Eigenschaften (lässt mein sein Popkulturwissen mal beiseite) Wade/Parzival sehr nahbar und bodenständig. Ähnlich verhält es sich mit Wades Freunden. Sie sind alle nett und sympathisch, weisen aber auch keine nennenswerten Charaktereigenschaften oder Motivationen auf. Noch stärker tritt diese Unmotiviertheit bei Bösewicht Nolan Sorrento hervor. IOIs rein wirtschaftlichen Interessen mögen als Grund zwar ausreichend sein aber alles in allem wirkt Ben Mendelsohns Charakter schon ziemlich platt und unmotiviert. An seinem Schauspiel liegt das allerdings nicht, denn grade Mendelsohn ist unerwarteterweise für den einen oder anderen Lacher gut. Der Humor ist überhaupt eine Eigenschaft, die ich so von dem Film nicht erwartet hätte und der fast immer gezogen hat. Alle Figuren bekommen ihre lustigen und manchmal unerwarteten Momente spendiert. Das lockert den Film auf und ist der eine Aspekt der maßgeblich zum Unterhaltungsfaktor beiträgt. Der andere Aspekt ist natürlich die Flut an Popkulturreferenzen in Bild, Ton und Wort. Alle paar Minuten wird über alte Videospiele oder Filme geredet, bekannte Namen und Titel erwähnt. Vieles lässt man aber auch einfach unkommentiert. Etwa das Parzival Han Solos Pistolengurt trägt oder viele bekannte Figuren aus Filmen und Videospielen kurze Auftritte haben. Steckt man ein bisschen in diesem Nerdkosmos drin gibt es an alles Ecken und Enden kleinere und größere Referenzen zu entdecken, die das Fanherz höherschlagen lassen, weil man sich freut sie erkannt zu haben. Einen richtigen Nutzen erfüllen all diese Referenzen allerdings kaum. Für so manche 0815-Kinogänger, die mit vielen Referenzen nichts anfangen können, geht ein wenig vom Unterhaltungsfaktor verloren. Mein Lieblingsmoment war übrigens, als sich die Helden plötzlich in einem gewissen Stanley Kubrik Film befinden und einige ikonische Szenen hautnah erleben.
Auf narrativer Ebene erfindet der Film das Rad nicht neu und bleibt ebenfalls eher seicht und easy to follow. Der einfache Plot ist aber fesseld genug um über die Laufzeit von über zwei Stunden zu tragen. Das liegt aber wirklich hauptsächlich an dem vorhin beschriebenen Unterhaltungsfaktor. Denn die Story ist weder komplex noch übermäßig spannend langweilt aber auch nicht. Das einzige was mich ein wenig gestört hat war das typische Steven Spielberg-Ende mit erhobenem Zeigefinger…
Zu guter Letzt bleibt noch die technisch formale Ebene. Die Kameraarbeit ist solide und hat weder Ausfälle noch echte Highlights zu verzeichnen. Auf auffälligsten ist die zwar ganz hübsche aber nicht wirklich fotorealistische CGI der Virtual Reality. Da dort aber alles virtuell und „ein Spiel“ ist, fällt das überhaupt nicht störend auf und hebt sich so besonders gut vom recht bodenständigen Look der realen Welt ab. Besonderen Spaß macht auf technischer Ebene der wuchtige Sound. Wenn es auf in die finale Schlacht geht bebt wortwörtlich der Kinosessel.

Fazit

Ready Player One ist lupenreines Popcornkino für Popkulturnerds, die sich an den vielen Referenzen erfreuen können. Wer auf jeglichen Tiefgang und besondere Charaktere verzichten kann wird über die Dinstanz von über zwei Stunden mit Sicherheit seinen Spaß haben. Für einen wirklich bleibenden Eindruck fehlt dem Film allerdings an einigen Ecken und Enden das entscheidende Etwas – seien es motivierte Charaktere mit Ecken und Kanten oder eine komplexere Story mit unerwarteten Wendungen. Punkten konnte der Film bei mir vor allem durch seinen unerwarteten Humor, der auch meistens zündet.

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5 Kommentare zu „Ready Player One [Kino]

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