Violet Evergarden [Netflix]

90618Fakten

Titel: Violet Evergarden
Laufzeit: 13 Episoden/24 Minuten
Startdatum: 11.01.18
Enddatum: 05.04.18
Sprache: Deutsch

Handlung

Der Krieg ist beendet und die junge Violet Evergarden, die im Krieg als personifizierte Waffe gedient hat, erholt sich von ihren Verletzungen und gewöhnt sich allmählich an ihre neuen mechanischen Armprothesen. Ohne Ziel und Desillusioniert nimmt die emotional unterentwickelte Violet das Jobangebot als persönliche Korrespondenzassistentin in der Firma eines Armeekameraden an. Zu jener Zeit können viele Menschen noch nicht schreiben geschweige denn ihre wahren Gefühle ausdrücken und nehmen deshalb diesen Dienst in Anspruch. Violet möchte durch das Schreiben von Briefen für andere Menschen der Bedeutung von Liebe auf die Spur kommen, denn dieses Konzept versteht sie nicht, da sie und andere sie bislang nur als Waffe und nicht als Menschen gesehen und behandelt haben…

Kurzreview

Violet Evergarden ist eine der noch wenigen Anime-Serien die in Kooperation mit Netflix produziert und weltweit in verschiedenen Synchronfassungen im Simulcast veröffentlicht wurde. Letzte Woche wurde die dreizehnte und letzte Episode veröffentlicht. Grund genug spätestens jetzt einen Blick auf die Serie zu werfen.
Dabei fällt natürlich als erstes die tolle Optik ins Auge, die bereits in den Trailern Lust auf mehr gemacht hat. Die glänzt sowohl mit wie ich persönlich finde ausnehmend schönen Charakterdesigns und üppigen Kleidern, malerischen Hintergründen in lebendigen Farben und sehr aufwendigen und schön weichen Animationen – KyoAni halt. Doch kann die Serie auch abseits der Optik punkten?
Absolut, denn die junge Violet funktioniert trotz oder vielleicht grade wegen ihrer emotionalen Unzulänglichkeiten gut als Hauptfigur. So ist sie zum Anfangs beispielsweise ziemlich direkt, unempathisch und versteht nicht warum ihre Briefe nicht gut sind. Der Sinn nicht direkt zum Ausdruck zu bringen was man meint erschließt sich ihr überhaupt nicht. Im selben Maße wie sie nach und nach ihre Emotionen entdeckt und sich menschlich weiter entwickelt wächst sie dem Zuschauer ans Herz. Daran ist ihre Backstory, die im Laufe der Serie in Rückblenden erzählt wird, natürlich auch nicht ganz unschuldig. Violet wird auf ihrem Selbstfindungstrip und ihren Reisen außerdem von einer Reihe von Nebenfiguren begleitet, die zwar alle Teil von Violets neuem Leben und sind und dieses mitprägen aber letztendlich relativ blass und unbedeutend bleiben. Sympathisch sind sie dennoch. Einen viel größeren Einfluss auf Violet haben ihre Aufträge, die sie auf die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen treffen lassen. Diese Konfrontationen mit den Gefühlen und Geschichten der Menschen sind es die Violet ihre Gefühle entdecken und sie als Mensch und Person reifen und sich weiterentwickeln lassen. Mit der Suche nach der Bedeutung von Liebe gibt es eine grobe Rahmenhandlung und eine fortlaufende Kontinuität aber die meiste Zeit verläuft die Serie nach dem Case-of-the-Week-Prinzip eher leicht episodisch und teils mit kleineren und größeren Zeitsprüngen ab. Einige der kleinen Geschichten haben es emotional aber ganz schön in sich. Grade in der zweiten Hälfte sollten zartere Gemüter ihre Taschentücher bereithalten.
Neben den Charakteren und der Story kann auch das Setting überzeugen. Die Serie ist in einer alternativen Welt angesiedelt die sich in etwa an Zentraleuropa orientiert. Die Zeitlich Einordnung ist etwas schwieriger. Denn einerseits ist das Nachkriegssetting vom ersten Weltkrieg inklusive einigermaßen moderner Schusswaffen, Autos, Züge, Flugzeuge und großer Schiffe inspiriert und andererseits ist die Welt in anderen belangen noch früh- bis präindustriell. Mir fiel beispielsweise auf, dass es in Violets Welt scheinbar noch keine Elektrizität und keine Telegrafie geschweige denn Telefonie gibt. Für die Geschichte ist das nicht weiter wichtig, aber es macht die Welt durchaus interessant. Das bedeutet auch, dass weite Reisen und Briefe nötig sind um über große Distanzen zu kommunizieren. Diese Entscheidung dürfte also wohl eher narrativen Gründen gefällt worden sein.

Fazit

Der auf Netflix verfügbare Anime Violet Evergarden sieht nicht nur wirklich schön aus, sondern kann auch mit seiner Hauptfigur, seiner Welt und der Story punkten. Slice of Life-typisch ist das Erzähltempo zwar eher gemächlich aber dafür ist die Serie umso emotionaler. Das gilt sowohl für die Rahmenhandlung als auch einige der Einzelgeschichten. In Summe ist Violet Evergarden ein guter aber kein herausragender Anime der trotz der angesprochenen Stärken wohl dennoch hauptsächlich seiner Optik und Animationen wegen im Gedächtnis bleibt, denn manchmal fehlt es der Serie etwas an Spannung. Die Laufzeit von 13 Episoden ist absolut angemessen und bringt die Serie zu einem zufriedenstellenden Abschluss.

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2 Kommentare zu „Violet Evergarden [Netflix]

  1. Wo ist bitte die Welt in Violet Evergarden gut? xD
    Desweiteren ist Violet als Hauptfigur praktisch Kirito 2.0. Jede Folge eine andere Persönlichkeit – keinerlei Entwicklung.

    Gefällt mir

    1. Über die Welt kann man auf jeden Fall streiten. Mir persönlich gefiel sie und ich fand sie einigermaßen interessant. Violet durchläuft in meinen Augen durchaus eine sogar relativ starke Entwicklung. Ob das jetzt immer super umgesetzt ist oder nicht darüber kann man auf jeden Fall auch unterschiedlicher Meinung sein. Ich habe alle Folgen am Stück gesehen und dann funktioniert die Serie schon ziemlich gut – was man ja von fast allen anderen netflix anime der winterseason nicht behaupten kann^^

      Gefällt 1 Person

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