Myre – Die Chroniken von Yria Buch I

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© Splitter Verlag

Fakten

Comic: Myre – Die Chroniken von Yria Buch I
Autorin/Zeichnerin: Claudya „AlectorFencer“ Schmidt
Co-Autor: Marr W. Davis
Verlag: Splitter Verlag (Leseprobe)
Seiten: 96
Sprache: Deutsch
Lesezeit: ca. 30-35 Minuten
Format: 17,1 x 0,3 x 26 cm
Erschienen: 23.04.2018
Preis: 19,80 € (affiliate Link, Stand: 16.05.18)

Handlung

Die Welt von Yria ist karg und rau. Durch diese unwirtliche Einöde reist die fuchsähnliche Heldin Myre auf ihrer treuen Gefährtin, der pferdegroßen Drachendame Varug, von Stadt zu Stadt. Als Alleinreisende Frau bekommt sie es unterwegs mit allerhand Gesindel und Halunken zu tun, die in ihr leichte Beute wittern. Erst als ihr der alte Mann Boozer ein mysteriöses Päckchen hinterlässt, das sie für ihn nach Ehraan bringen soll, ergibt sich ein konkreteres Ziel für ihre weitere Reise…

Kurzreview

Myre war einer dieser Spontankäufe. Ich hatte ein paar Bilder vom tollen Artwork gesehen, einen kurzen Steckbrief der deutschen Autorin/Zeichnerin Claudya Schmidt, die sich Unterstützung von Matt W. Davis geholt hat, gelesen und das Stichwort Fantasy aufgeschnappt und einfach mal zugeschlagen.
Der erste Band macht einem eine Beschreibung ziemlich schwierig, denn eine konkrete Handlung fehlt bislang noch und wird erst auf den letzten Seiten des ersten Bandes in die Wege geleitet. Der Band ist eine klassische Exposition und stellt viel mehr die Welt Yria als karge und raue Einöde und die Städte als auf den ersten Blick zwar hübsche aber genauso raue Pflaster vor. Überall will dir jemand ans Leder oder an dein Geld und der Umgangston changiert zwischen herb und herzlich. In dieser Welt muss Myre sich als alleinreisende Frau behaupten und das bedeutet sie passt sich an. Sie raucht, sie trinkt, sie rülpst ungeniert, sie pöbelt bei Bedarf auch mal herum und holt sich oder verpasst anderen eine blutige Nase. Bislang fährt sie mit dieser selbstbewussten Haltung wohl ganz gut. Doch wie so oft steckt hinter dieser Fassade ein weiches Herz. Das zeigt sich unter anderem auch in ihrer sehr vertrauten Beziehung zu ihrer Begleiterin und ihrem Reittier, der Drachendame Varug. Die beiden verstehen sich Blind und ohne Worte. Das Ganze ist nett erzählt und vor allem toll bebildert. Da die Story aber erst im nächsten Band losgehen wird kann ich an dieser Stelle nicht mehr berichten.
Darum kommen wir doch direkt zum offensichtlichsten Argument zu diesem Comic zu greifen: Der Optik. Die digital handgezeichneten Landschaften, Umgebungen und Figuren sind wunderschön und wirklich stilsicher. Die großen Landschaftspanoramen sind in ihrem Stil zwar etwas gröber aber trotzdem detailliert. So richtig detailreich wird es jedoch erst in den Städten und ganz besonders bei den Figuren. Hier ist der Clou, dass alle Figuren vermenschlichte aufrecht laufende Tiere sind. Myre selbst etwa ist an einen Fuchs oder Wolf angelehnt. Grade die Felle, Feder oder Häute der verschiedenen Tiere kommen bei der wirklich guten Lichtsetzung hervorragend zur Geltung und wirken unglaublich lebendig. Auch die Mimik und Gestik der Figuren ist sehr gelungen und ausdruckstark. Ich mag es ja sehr, wenn Myre zum Beispiel skeptisch eine Augenbraue hochzieht oder etwas verdutzt aus der Wäsche guckt. Zusammengehalten wird alles durch ein… sagen wir erdiges Farbdesign mit vielen Brauntönen und eher gedeckten Farben. Das gefällt mir optisch wirklich, wirklich gut und ist der bisher schönste Comic den ich dieses Jahr in der Hand hatte. Die Zeichnungen kommen auch durch die vielen großen Panels, das großzügige Albumformat und dem Umstand, dass der Comic genauso sparsam an Worten ist wie Myre selbst. Das soll heißen, dass Autorin/Zeichnerin Claudya Schmidt sehr häufig die Bilder anstelle von Worten sprechen lässt. So gibt es teils ganze Doppelseiten auf denen nicht ein Wort gesprochen wird. Das funktioniert wunderbar und macht auch einen Teil der Stimmung des Albums aus. Es führt aber auch dazu, dass – je nachdem ob man nur kurz das Geschehen erfasst oder die Bilder eingehender studiert – die Lesezeit in Anbetracht der Dicke des Bandes mit etwa einer halben Stunde (ohne ausgiebiges Betrachten) sehr kurz ist. Das große Albumformat im hochwertigen Hardcover und die Wahl des seidenmatten Papiers auf Verlagsseite werten den Comic zusätzlich auf.

Fazit

Comiceinsteiger
Wegen der klaren Panelstruktur auch für Comiceinsteiger geeignet. Fantasyfans können bedenkenlos zugreifen.

Als Exposition ist der erste Band um die Titelheldin Myre sehr gelungen. Wer aber direkt in eine spannende Story eintauchen will muss sich wohl bis zum zweiten band Gedulden wenn alles vorrausichtlich langsam Fahrt aufnehmen wird, denn der erste Band beschränkt sich darauf die Welt und die Hauptfigur vorzustellen. Der Band macht mir dabei definitiv Lust auf mehr. Das liegt nicht zuletzt auch an dem wirklich fantastischen Artwork, das im großen Hardcoveralbum auf hochwertigem Papier wunderbar zur Geltung kommt. Der optisch wahrscheinlich schönste Comic, den ich dieses Jahr bisher gelesen habe.

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