Cargo (2017) [Netflix]

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© Netflix

Fakten

Titel: Cargo
Regie: Yolanda Ramke
Drehbuch: Yolanda Ramke
Genre: Drama, Zombiefilm, Horror
Produktion: Addictive Pictures, Causeway Films,
Head Gear Films, Kreo Films FZ, Metrol Technology,
White Hot Productions
Streaming: Netflix
Laufzeit: 105 Minuten
Start: 18.05.2018

Handlung

Ein Hausboot schippert gemütlich auf einem Fluss durchs australische Outback. Doch die idyllische Szene trügt, denn etwas stimmt ganz gewaltig nicht. Vor wenigen Wochen brach eine mysteriöse Krankheit aus, die Infizierte binnen 48 Stunden in aggressive Zombies verwandelt. Der Prozess beginnt schleichend und arbeitet sich von beginnendem Fieber über schwere Krampfanfälle bis hin zu schleimigem Ausfluss aus Augen, Nase und Mund vor bis der Mensch vollends die Kontrolle verliert, stirbt und als Untoter zurückkehrt. Welche Dramatik dies birgt wird der dreiköpfigen Familie mit Kleinkind auf dem Hausboot schmerzlich bewusst als die Mutter sich infiziert…

Kurzreview

Endlich mal wieder ein Zombiefilm!… der hoffentlich was taugt. So dachte ich nach dem ersten Trailer zum australischen Film Cargo der von Netflix vertrieben wird und dort seit Freitag verfügbar ist. Warum der Film endlich mal wieder ein guter Beitrag zum Zombiegenre ist möchte ich hier kurz klären.
Zum einen ist das australische Outback mit seiner geringen Besiedelungsdichte und als Kulisse im Allgemeinen und speziell im Zombiefilm recht frisch und unverbraucht. Hier gibt es keine riesigen Zombieherden oder verfeindete Gruppen von Überlebenden sondern vornehmlich die öde Weite des Landes. Außerdem geht es wesentlich weniger um zwischenmenschliche Konflikte im Angesicht der Apokalypse und dem nahenden eigenen Tod, sondern der Fokus liegt viel mehr auf dem Überleben. Auch das ist ganz klassischer Zombiestoff und noch nichts Besonderes, wenn da nicht der Clou mit dem Fokus auf die dreiköpfige Familie und die langsame Verwandlung vom Mensch zum Zombie wäre. Denn dieser Kniff macht den Film zu einem echten Familiendrama und für einen Zombiefilm ungewöhnlich emotional. Da bereits der Trailer verrät, dass die Mutter nach den ersten fünf Minuten auf die andere Seite übertritt und es die zentrale Prämisse des Films ist, möchte ich die Ausgangslage an dieser Stelle etwas präzisieren: Wie das so ist hat Familienvater Andy so seine Probleme mit dem baldigen Ableben seiner Frau und möchte sie so lange wie möglich bei sich behalten und es kommt wie es kommen muss: Er infiziert sich ebenfalls und die Uhr für seine kleine Tochter Rose (die schätzungsweise 1-2 Jahre alt ist) beginnt zu ticken. Andy hat nun maximal 48 Stunden Zeit seine Tochter in Sicherheit zu bringen und jemanden vertrauenswürdigen zu finden, der sich um das kleine Mädchen kümmert um ihr eine Zukunft zu ermöglichen. Dabei ringt er nicht nur mit seiner rapide voranschreitenden Infektion, sondern muss sich sowohl mit erfreulichen und weniger erfreulichen Begegnungen unterschiedlicher Art herumschlagen.
Durch den Umstand der begrenzten Zeit gewinnt der Film zusätzlich an Spannung und Dramatik. Ich habe selten erlebt, dass ein Zombiefilm emotional so packend war. Als junger Vater respektive junge Mutter stelle ich mir den Film emotional nochmal eine ganze Spur härter vor. Die Bedrohung durch die Zombies ist wie so oft eher eine latente Bedrohung. Der echte Feind ist die öde Landschaft und vor allem die Zeit. So fiebert man bis zum bitteren Ende mit ob Andy es schafft seine kleine Rose zu Retten oder nicht. Typische Motive des Zombiefilms wie Konsum- oder Gesellschaftskritik klammert der Film größtenteils aber nicht vollständig aus und fühlt sich durch das Setting und die Prämisse wirklich neu an. Erwähnenswert weil sehr gefällig finde ich außerdem den Umgang mit den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines. Denn durch ihre Verbundenheit zur Natur scheinen sie die geringsten Probleme mit den neuen Umständen und den „Geistern“, wie sie die Zombies nennen, zu haben.
Auf technischer und formaler Ebene ist der Film ebenso solide umgesetzt. Die Landschaft bietet natürlich einige schöne Panoramen und ist trotz ihrer Tristesse ein Hingucker. Außerdem ist sie mit solider Kameraarbeit eingefangen. Hervorzuheben, weil für einen Zombiefilm ungewöhnlich, ist das ziemlich neutrale und schon eher warme aber schicke farbdesign des Films. Irgendwie passt es zum Fokus auf Rose und Andy.

Fazit

Cargo erfindet den Zombiefilm zwar nicht neu bietet aber einen völlig neuen Twist und Ansatz. Durch den zusätzlichen Faktor stark begrenzter Zeit und den Fokus auf die dreiköpfige junge Familie fühlt sich der Film frisch, neu und vor allem sehr emotional an. Endlich mal wieder ein wirklich guter Netflix-Exklusivtitel und Zombiefilm!

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5 Kommentare zu „Cargo (2017) [Netflix]

      1. joa das ende war ganz gut. ich mochte aber am liebsten die the last of us atmosphäre des films. leider waren alle figuren strunzdoof – sonst hätte die handlung gar nicht funktioniert.

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