Steven Universe – Staffel 1

Eigentlich wollte ich mich heute an eine neue Ausgabe Kurz Kommentiert setzen, aber Steven Universe dort reinzuquetschen erschien mir dann wiederum auch unpassend. Darum gibt es heute mal ein kurzes Review, dass von meinem üblichen Muster ein klein wenig abweicht, da die Serie einfach nicht in dieses Schema passt. Mir ist bei dieser Serie vor allem ein anderer Umstand wichtiger als sonst, denn ich möchte kurz ausführen warum die Coming-of-Age-Comedy Serie für mich als Erwachsenen nur „nett“, für Kinder im passenden Alter aber ganz großartig ist.

Die Serie Steven Universe ist nicht mehr ganz neu aber hat erst kürzlich ihren Weg zu Netflix gefunden. Dort sind bei uns die ersten 52 Folgen der ersten Staffel verfügbar.
Der achtjährige Halbwaise Steven Uiverse lebt in Strandstadt und ist halb Mensch, halb humanoider Außerirdischer. Neben seinen kleineren Alltagsabenteuern unterstützt er vor allem die „Crystal Jams“ – eben solche Außerirdische – bei der Verteidigung der Erde vor ihrer eigenen Art. Die drei Crystal Jam Frauen Garnet, Amethyst und Pearl sind nach menschlichen Maßstäben uralt und verfügen über magieähnliche verschiedene Kräfte die in ähnlicher Weise auch in Steven schlummern. Die drei sehr unterschiedlichen Frauen sind Stevens beste Freundinnen, große „Schwestern“, Mutterersatz, Mentorinnen und Trainerinnen in Personalunion. Sie kümmern sich um ihn, stehen ihm stets mit Rat und Tat zur Seite, machen ihm Mut und fördern seine Talente.
Das Ganze ist von der Aufmachung her auf den ersten Blick recht schlicht aber ganz hübsch gezeichnet punktet aber vor allem mit liebevoll kindgerechter Fantasy/Science-Fiction und hübschem pastelligem Farbdesign. Aufgewertet wird das vor allem durch die tollen und sehr ausgefeilten Animationen. Die meist 5-10 Minütigen Folgen haben zwar auch ein paar Lacher für Erwachsene und behandeln mal ernstere Themen aber eigentlich handelt es sich bei Steven Universe um eine Kinderserie – und als solche muss man sie um fair zu bleiben auch betrachten. Denn als Erwachsener taugte sie Serie für mich persönlich eher zum Nebenbeischauen. Sei verbreitet kindliche gute Laune lässt in ihren eher kurzen Geschichten wirklichen erzählerischen Tiefgang vermissen.
Als Serie für Kinder in Stevens Alter ist die Animationsserie aber ganz hervorragend! Sie pfeift auf Genderklischees, Körperideale und Konventionen und vermittelt so wichtige Werte wie Offenheit, Hilfsbereitschaft und den Mut sich für andere einzusetzen und man selbst zu sein. Steven beispielsweise weint, singt, tanzt, spielt mit Mädchen und hat mit den drei Crystal Jams Frauen als seine Vorbilder aber gilt deswegen noch lange nicht als weniger männlich. Seine sensible Seite wird sogar stets als Stärke Inszeniert. Er begegnet allen Figuren, seien sie für den Zuschauer auch noch so unsympathisch, mit Respekt, offenen Ohren und Tatendrang. Trotzdem muss er Rückschläge einstecken und Hindernisse überwinden um an ihnen zu wachsen. Aber auch die Crystal Jams sind tolle Figuren für eine Kinderserie, denn sie nehmen Steven und seine Probleme immer ernst und sind bemüht ihn gleichberechtigt zu behandeln. Natürlich müssen sie den Jungen manchmal auf den Boden der Tatsachen zurückholen oder ihn in seine Schranken weisen aber sie sind immer unterstützend und trauen ihm vor allem jede Menge zu und lassen so selten wie es geht die Erwachsenen raushängen. Ebenso wichtig ist aber, dass die drei Frauen alle unterschiedlicher kaum sein könnten und ebenso ihre Probleme wie Stärken haben und manchmal auch untereinander in Konkurrenz stehen. Und grade ihr Umgang mit diesen Schwächen und Konflikten innerhalb der Gruppe macht die drei starken Frauen nicht nur für Steven zu guten Vorbildern. Denn auch wenn sie mal stur sein können sind sie immer um diplomatische Lösungen bemüht und versuchen vorzuleben wie wichtig Vertrauen, Verlässlichkeit und vor allem Zusammenhalt sind. Eine Kinderserie die das alles vermittelt und dabei auch noch locker, leicht und unterhaltsam bleibt kann nur gewinnen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn weitere Staffeln ebenso ihren Weg zu Netflix fänden.

 

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