Star Wars: Thrawn (Comicadaption)

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© Marvel

Fakten

Comic: Star Wars: Thrawn
Autor: Jody Houser
(basierend auf dem gleichnamigen Roman von Timothy Zahn)
Zeichner: Luke Ross
Farben: Nolan Woodard
Verlag: Marvel
Sprache: Englisch
Seiten: 136
Lesezeit: ca 160 Minuten
Format: 17,1 x 0,6 x 25,7 cm
Erschienen: 11.09.2018
Preis: 15,01 € (affiliate Link, Stand: 10.10.18)

Handlung

Mitth’raw’nuruodo – besser bekannt als Thrawn – ist einer der wenigen Nichtmenschen im galaktischen Imperium und zugleich einer der bemerkenswertesten Taktiker in der imperialen Flotte. Doch wie hat es der blauhäutige und rotäugige Chiss in nur wenigen Jahren von der Verbannung aus seiner Heimat über den Eintritt ins Militär des Imperiums bis zum Großadmiral geschafft? Dies ist die Geschichte seines Aufstiegs.

Review

Wie ich zu meiner Schande gestehen muss liegt Timothy Zahns gleichnamiger Roman Thrawn nun schon sehr lange auf meinem Nachttisch auf dem Pile of Shame. Das liegt nicht etwa an mangelndem Interesse, sondern eher an Zeitmangel und momentan fehlender Lust einen Roman zu lesen. Doch Marvel schuf da Abhilfe und lies das Buch als Comic adaptieren. Warum das gut und gleichzeitig nicht so gut ist möchte ich nun erläutern.
Etwas Grundsätzliches zu Beginn: Die gesamte Story ist sehr gerafft und beinhaltet einige Zeitsprünge. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren werden Thrawns wichtigste Triumpfe, Begegnungen und Beziehungen eher umrissen als erörtert. Es hat schon fast etwas von einer Biografie deren einzelne Kapitel jedoch dramaturgisch aufbereitet sind. Das funktioniert auch relativ gut, bleibt aber eben recht oberflächlich und distanziert wartet jedoch besonders im letzten Drittel auch mit einigen Überraschungen und spannenden Wendungen auf. Der nun folgenden Kritik zum Trotz hat mich der Comic jedoch grundsätzlich gut unterhalten.
Das größte Problem der Comicadaption ist, dass man jederzeit merkt, dass es „nur“ eine Adaption ist. Jede Seite wirkt wie eine stark gekürzte Fassung eines Romans. Deutlich wird dies unter anderem im schlechten visual Storytelling. Ein Comic sollte stets in Bildern erzählen und das gesprochene Wort ergänzend und zur Erzeugung von Tiefe verwenden. In diesem Falle dienen die Zeichnungen jedoch eher als Bühne für die Dialoge – und davon gibt es für das Medium Comic schlicht zu viele. Actionsequenzen hingegen sind auf wenige Panels verkürzt und erfordern ein gewisses Mitdenken um sich etwaige Lücken erschließen zu können und das Geschehen zu erfassen. Wie textlastig der Comic ist fällt beim Blick auf die Lesezeit bereits auf: Für die 136 Seiten brauchte ich bummelige 160 Minuten. Zum Vergleich benötige ich für andere Marvel Star Wars Comic mit gleichem Seitenumfang nur etwa 90 Minuten.
Da es sich jedoch trotzdem nach wie vor um eine stark verkürzte Fassung des Romans handelt bleiben die Charaktere der vielen Worte zum Trotz relativ blass. Sympathien und die Beziehungen zwischen den Charakteren liefern zwar durchaus ein paar interessante Einblicke in Thrawns Denk- und Arbeitsweise gehen aber nicht sonderlich Tief. Eigentlich erfährt der geneigte Fan nur wenig Neues über die Figur Thrawn. Der Comic richtet sich ohnehin nur an wirkliche Star Wars Fans, die den Roman aus welchen Gründen auch immer nicht gelesen haben. Als Zusammenfassung funktioniert er nämlich ziemlich gut. Für einen tieferen Einblick dürfte der Roman die deutlich bessere Wahl sein. Das Fanherz darf sich aber auf jede Menge Querverweise speziell zu den Animationsserien Clone Wars und Rebels freuen.
Auf optischer Ebene gibt sich der Comic keine Blöße und präsentiert sich absolut solide. Im Gegensatz zu anderen Serien aus dem aktuellen Marvel Star Wars Programm hebt sich der Comic seinem zwar detaillierten aber irgendwie grob und rau wirkenden Zeichenstil ab. Der etwas raue Eindruck entsteht wohl durch den recht großzügigen Einsatz von Schraffuren in den Gesichtern und Rasterfolie bei Hintergründen. Alles in allem ist der Comic zwar kein Eye Candy aber ansprechend gezeichnet und stimmig in seiner Kolorierung.

Fazit

Thrawn erzählt die Geschichte des Aufstiegs des Chiss in den Reihen des Imperiums in stark gekürzter Form. Der ohnehin nur für Fans interessante Comic bleibt jedoch recht oberflächlich, ist sehr gerafft und offenbart wenig Neues über den Großadmiral funktioniert als Kurzbiografie aber trotzdem recht gut. Wer an mehr Tiefe interessiert ist sollte lieber den gleichnamigen Roman von Timothy Zahn lesen, den dieser Comic adaptiert. Leider merkt man an der stark gerafften Erzählweise, der extremen Textlastigkeit und dem sehr schwachen visual Storytelling jederzeit, dass man es „nur“ mit einer Adaption zu tun hat. Insgesamt und ganz besonders im letzten Drittel kann die Story aber trotzdem überzeugen und unterhalten.
Um es abschließend auf den Punkt zu bringen: Als Comic an sich ist Thrawn eher mittelprächtig umgesetzt als zeitsparende Alternative zum gleichnamigen Roman für Star Wars Fans jedoch okay.

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